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Isernhagen Betrüger ergaunert sich Wohnwagen
Aus der Region Region Hannover Isernhagen Betrüger ergaunert sich Wohnwagen
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17:13 24.01.2019
Der Betrüger hatte sich diesen Wohnwagen vom Typ Dethleffs c'go 495 FR verschafft. Wo der Caravan heute steht, ist unbekannt. Quelle: privat
Isernhagen/Seelze

Das Amtsgericht Burgwedel hat einen Seelzer, der schon mehrfach wegen Betrügereien mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist, am Donnerstag wegen eines neuerlichen Betrugs zu einer einjährigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Der Staatsanwalt hatte sogar Haft ohne Bewährung gefordert. Im aktuellen Fall hatte sich der 62-Jährige in Isernhagen einen Wohnwagen samt Zubehör im Wert von fast 20.000 Euro ergaunert. Wo der Caravan heute steht, der immer noch dem Händler gehört, ist nicht bekannt.

Richter: Wie ein typischer Betrüger

Amtsrichter Michael Siebrecht ließ in seiner Urteilsbegründung keinen Zweifel daran, was er vom frisch Verurteilten hält: Dieser habe sich immer mehr an sein Betrugsopfer herangeschlichen und diesen dann mit einem Trick um sein Eigentum gebracht, den der Wohnwagenhändler zwar nicht gekannt habe, der aber „gerichtsbekannt“ sei. Und auch das Verhalten des Seelzers im Prozess mit zahlreichen Ausflüchten sei ihm nicht unbekannt: „Sie treten hier auf wie der typische Betrüger.“

Wohnwagen samt Zubehör für 20.000 Euro

Der Seelzer hatte im Frühjahr 2018 bei dem Isernhagener Händler zunächst einen Kaufvertrag für einen Wohnwagen vom Typ Dethleffs c’go 495 FR und zu einem späteren Zeitpunkt noch für Zubehör wie ein Vorzelt unterschrieben. Der Kaufpreis betrug 19.907,86 Euro. Ausgeliefert werden sollte der Wagen im September, übergeben wurde er auf Drängen des Mannes letztlich aber schon am 22. August. Ausgehändigt hatte ihm eine Mitarbeiterin das Fahrzeug gegen die Vorlage zweier Überweisungsaufträge. Tatsächlich geflossen war das Geld jedoch nicht: Entweder hatte die Bank die Überweisung mangels Kontodeckung nicht getätigt, oder aber der 62-Jährige hatte die Onlineüberweisung nach dem Ausdruck der Auftragsbestätigung gleich wieder storniert.

„Bin echt gut geleimt worden“

Der Geschäftsführer des Caravan-Handels trat im Prozess als Zeuge auf. Er schilderte ausführlich, wie der 62-Jährige über Wochen immer wieder einmal vorbeigekommen habe. „Er hat einen super Eindruck hinterlassen und sich so unser Vertrauen erschlichen“, sagte der 55-Jährige aus. Dabei habe der vermeintliche Wohnwagen-Käufer auch mitbekommen, dass er selbst und weitere Mitarbeiter im August zu einer großen Caravan-Messe fahren wollten und der Betrieb deshalb personell ausgedünnt sein würde. Und dann habe der Mann den Termin den Auslieferungstermin auf jenen August-Tag vorverlegen lassen. „Ich bin echt gut geleimt worden.“

Der Angeklagte, der sich selbst verteidigte, präsentierte eine Geschichte, die ihm weder Richter noch Staatsanwalt glauben wollten: Eine gute Bekannte habe ihm das Geld für den Wohnwagen überweisen wollen, dies aber letztlich nicht getan. Den Wagen habe sie mitgenommen – er steht nun angeblich in Schweden. Den Namen der Frau wollte der 62-Jährige allerdings nicht nennen. Und die Raten, die er angeblich zur Begleichung der Rechnung für den Caravan zahle, entpuppten sich bei genauerer Betrachtung als Ergebnis einer Taschenpfändung durch den Gerichtsvollzieher.

Richter: Das ist der letzte Warnschuss

Der Seelzer, der sich gegenüber dem Caravan-Händler auch einmal als Uniprofessor ausgegeben hatte, geht eigenen Angaben nach tatsächlich weit weniger lukrativen Tätigkeiten nach. Angeblich hat er eine besser dotierte Tätigkeit in Aussicht. Da wäre ihm zu wünschen, denn außer der Forderung des Caravan-Händlers kommt nun auch noch eine Geldauflage des Gerichts von 3600 Euro auf ihn zu. „Das ist der letzte Warnschuss. Einsperren können wir sie immer noch“, gab der Richter ihm mit auf den Weg.

Wie es sich im Gefängnis lebt, hatte der Mann bereits in den vergangenen Wochen erlebt: Weil er dem ersten Prozesstermin fern geblieben war, hatte das Gericht den Mann vor dem zweiten Termin in Haft nehmen lassen.

Von Frank Walter

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