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Isernhagen So startet die erste Grundschule in den Ganztagsbetrieb
Aus der Region Region Hannover Isernhagen So startet die erste Grundschule in den Ganztagsbetrieb
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18:06 20.05.2019
N.B.s Schulleiterin Elke Oppermann (von links), Uta Palgan, stellvertretende Kita-Leitung, und Julia Stolte von der Gemeinde Isernhagen freuen sich auf den Start des Ganztagsbetriebs. Quelle: Carina Bahl
Isernhagen N.B

In der politischen Debatte hieß es Pilotprojekt, für Eltern dürfte es eher ein Meilenstein sein: Nach den Sommerferien und damit viele Jahre nach den Nachbarkommunen führt die Gemeinde Isernhagen ihre erste Grundschule in den Ganztagsbetrieb. Montags bis donnerstags werden die Grundschüler in N.B., wenn die Eltern es wollen, künftig bis 15 Uhr betreut – und das kostenlos.

Schule, Hort und Gemeinde kooperieren bei Betreuung

„Wir liegen auf der Zielgeraden und freuen uns, dass es jetzt losgeht“, sagt Schulleiterin Elke Oppermann. Seit wenigen Tagen liege die Genehmigung vor. Gemeinde und Grundschule kooperieren eng, um in N.B. einen gelungenen Start zu ermöglichen, dem in den nächsten Jahren alle Grundschulen in Isernhagen folgen sollen. 48 Erzieherstunden finanziert die Gemeinde pro Woche, damit die Mitarbeiter aus dem Hort den Ganztagsbetrieb unterstützen können. Für weitere zehn Stunden stellt die Gemeinde eine Koordinatorin bereit. „Für die Kinder und für uns Lehrer ist diese Lösung ideal“, sagt Oppermann. Schließlich kenne man so die Betreuungskräfte bereits. „Und die Qualität ist gesichert.“

24 Personalstunden hat das Land zusätzlich bereitgestellt, damit auch Lehrer die Betreuung bis 15 Uhr übernehmen können. Hausaufgaben machen, eigenständiges Lernen je nach Interesse, freies Spiel und ein Mittagessen gehören zum Programm. „Und ganz viele Arbeitsgemeinschaften“, sagt die Schulleiterin. In diesen seien die Lehrer in N.B. sehr geübt. Es werde viele sportliche, kreative, aber auch technische Angebote geben, die die Kinder nach den Ferien auswählen dürfen. Ein Grundgerüst stehe, aber die ersten Ganztagsschüler werden wohl zeigen, was funktioniere und wo es hingehe. Beweglichkeit, da sind sich alle einig, müsse es am Anfang geben. „Wir sind schließlich das Pilotprojekt“, so Oppermann.

Mensa wird bis 2021 in der kleinen Sporthalle gebaut

Etwas provisorisch wird es noch beim Mittagessen zugehen: Die Mensa wird im Hort direkt nebenan eingerichtet. „Wir suchen gerade einen Caterer, der das Essen heiß anliefert“, sagt Julia Stolte vom Schulamt der Gemeinde. Die richtige Mensa werde in den nächsten zwei Jahren in der kleinen Sporthalle auf dem Pausenhof realisiert. Diese ist aber noch von den Gymnasiasten belegt, die aktuell keine eigene Halle haben. Bis 2021 werde der Hort aber als Mensa genügen. „Die Kinder essen je nach Alter in drei Schichten“, erläutert die Schulleiterin.

Viele Anmeldungen auch aus H.B. und Altwarmbüchen

Wie wichtig dieser Schritt in den Ganztagsbetrieb nach jahrelanger Diskussion, Vorplanung, einer Elternbefragung und schließlich einem doch sehr deutlichen Ratsbeschluss ist, zeigen die Zahlen: Mit mehr als 100 Anmeldungen für die Ganztagsschule hat sich rund jede zweite Familie dafür entschieden. „Die meisten für alle vier Tage“, sagt Oppermann. Auch die 40 Hortplätze für die Randzeitenbetreuung bis 17 Uhr seien ausgebucht, sagt Stolte. Da es nur in N.B. eine Ganztagsschule gibt, konnten auch Kinder aus anderen Schulbezirken dort angemeldet werden. Von den 57 Kindern, die im Sommer in N.B. eingeschult werden, ist jedes fünfte nicht aus dem eigentlichen Schulbezirk. „Vor allem aus H.B. und Altwarmbüchen haben wir viele Anmeldungen“, sagt Oppermann. 2020 könnte die Grundschule N.B. aus diesem Grund sogar vierzügig werden – 73 Anmeldungen liegen bereits vor. „Der Bedarf der Eltern ist einfach groß.“

Offen oder teilgebunden? So geht es weiter

Die Grundschule N.B. wird eine offene Ganztagsschule. Das heißt: Das Nachmittagsangebot ist optional – die Eltern können jedes Halbjahr neu entscheiden, ob und an welchen Nachmittagen ihr Kind betreut werden soll. Allerdings ist die Anmeldung verbindlich, für das Nachmittagsangebot gilt die Schulpflicht. Ob dieses Konzept auch an den anderen Grundschulen in Isernhagen umgesetzt wird, steht noch nicht fest. „Die Schulleitungen erarbeiten das pädagogische Konzept“, sagt Julia Stolte vom Schulamt der Gemeinde. Grundsätzlich würden Schulen meist teilgebundene Konzepte befürworten. Bei diesen müssen alle Schüler dann in der Regel an zwei Tagen pro Woche am Nachmittagsangebot teilnehmen. Das schafft verbindliche Personalstunden, aber auch die Möglichkeit, Unterricht in den Nachmittag zu legen. Eltern hingegen, so hat auch die vorherige Befragung im Schulbezirk N.B. ergeben, wünschen sich das offene Angebot mit kompletter Wahlfreiheit. „Letztlich braucht es einen politischen Beschluss“, sagt Stolte. Schule, Eltern und Gemeinde werden also gemeinsam einen Weg finden müssen. Als Nächste wird die Grundschule Altwarmbüchen nach dem Umzug an die Jacobistraße im Sommer 2021 in den Ganztagsbetrieb starten.

Von Carina Bahl

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