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Isernhagen Als kritische Masse durch die Altdörfer
Aus der Region Region Hannover Isernhagen Als kritische Masse durch die Altdörfer
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00:16 04.05.2017
Von Frank Walter
Critical-Mass-Radtour durch die Isernhagener Altdörfer. Quelle: Frank Walter
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Isernhagen

Der Paragraf 27 der Straßenverkehrsordnung dürfte nur Kennern ein Begriff sein. Er besagt, dass mehr als 15 Radfahrer einen geschlossenen Verband bilden und dann zu zweit nebeneinander auf der Fahrbahn fahren dürfen.

Der Gruppe, die sich am Freitagabend in F.B. zu einer Rundfahrt durch die Altdörfer traf, fehlten für dieses Ziel zwar exakt zwei Teilnehmer. Ihrem Ansinnen, analog der weltweiten „Critical-Mass“-Bewegung auf das Radfahren als Form des Individualverkehrs aufmerksam zu machen und mehr Rechte und Platz für Radfahrer einzufordern, tat das aber keinen Abbruch.

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Zumindest nicht aus Sicht der Autofahrer, die sich am Freitagabend hinter den Radfahrern einsortieren mussten: Schon wenige Minuten nach dem Start umfasste die Schlange derjenigen, die auf der kurvigen Ortsdurchfahrt nicht überholen konnte, rund 20 Fahrzeuge. Teilnehmer Felix Schünemann stellte den Autofahrern dennoch ein gutes Zeugnis aus. Bis auf ein oder zwei Fahrzeugführer, die die Radfahrer „extrem geschnitten“ hätten, seien alle sehr diszipliniert gewesen. „Ich bin 15 Jahre in Berlin Rad gefahren. Da war ich ganz andere Sache gewohnt.“

Nicht ausgeschlossen, dass sich der Kreis aus ADFC, Grünen und anderen ein weiteres Mal als „kritische Masse“ zu einer Feierabend-Tour trifft – und dann Autofahrern erneut einen Vorgeschmack gibt, wie es sein dürfte, wenn erst einmal ein Schutzstreifen Radfahren auf der Fahrbahn in Isernhagen zum Normalzustand macht.