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Isernhagen Beratungsstelle Ophelia: Mehr Hilfe für Frauen als Opfer von Gewalt
Aus der Region Region Hannover Isernhagen Beratungsstelle Ophelia: Mehr Hilfe für Frauen als Opfer von Gewalt
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00:21 17.06.2019
Eine Frau versucht, sich vor der Gewalt eines Mannes zu schützen (gestellte Szene). Quelle: Symbolbild (Maurizio Gambarini/dpa)
Isernhagen/Burgwedel/Langenhagen/Wedemark

Die Frauenberatungsstelle Ophelia soll ihre Arbeit ab 2020 stark ausbauen. Dafür sollen die vier Nordkommunen und die Region deutlich mehr Geld überweisen. Die Gemeinde Isernhagen soll auch ein Beratungsangebot direkt vor Ort erhalten.

Isernhagen soll das Vierfache zahlen

So leicht macht es sich die Isernhagener Politik normalerweise nicht – immerhin soll die Gemeinde ihren Zuschuss ab 2020 glatt vervierfachen. Im Sozialausschuss fiel die Empfehlung für die Ratssitzung am 1. Juli dennoch einstimmig und ohne Diskussion.

Das Ophelia-Team berät und unterstützt Frauen und Mädchen ab 13 Jahren, die von Gewalt betroffen sind. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen häusliche und sexualisierte Gewalt, Stalking und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Frauen kommen entweder selbst in die Beratungsstelle nach Langenhagen, oder das Team nimmt nach einem Polizeieinsatz bei häuslicher Gewalt Kontakt zu ihnen auf. Die Beratung ist streng vertraulich.

Dunkelziffer von 80 Prozent bei häuslicher Gewalt

Dass diese Arbeit wichtig ist, deutet eine Zahl für 2018 an: Allein als Beratungs- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt (BISS) hatte das Team 313 Frauen und Mädchen beraten. Allerdings: „Man spricht von einer Hellziffer von 20 Prozent“, sagte Geschäftsführerin Annette Jendritzki bei ihrem Vortrag im Isernhagener Sozialausschuss. Der weit überwiegende Teil der Fälle häuslicher Gewalt gelangt also gar nicht zur Anzeige.

213 der 313 BISS-Fälle 2018 betrafen Langenhagen, 31 Burgwedel, 19 Isernhagen, 38 die Wedemark und zwölf sonstige Kommunen. Daraus zu folgern, dass das Problem häuslicher Gewalt in Langenhagen exorbitant größer ist als in den Nachbarkommunen, wäre jedoch falsch. Jendritzki vermutet, dass die Präsenz im Zentrum der Flughafen-Stadt mehr betroffene Frauen zu Ophelia führt: „Die Beratung vor Ort rückt das Thema in den Fokus.“

Auch die Region will die Frauenberatungsstellen mehr in den Fokus nehmen, und dabei geht es um viel Geld. Pro 40.000 Einwohner ist künftig eine Beratungskraft vorgesehen, momentan wird dieser Schlüssel fast nirgends erreicht. Die Hälfte der Personalkosten will die Region übernehmen, die andere Hälfte sollen die Kommunen tragen.

Für Ophelia bedeutet das konkret, dass die Förderung von 81.600 Euro auf knapp 208.000 Euro im Jahr 2020 steigen soll. Isernhagen soll statt 5000 Euro rund 19.500 Euro überweisen, Burgwedel seinen Anteil von 8000 Euro auf 16.600 Euro verdoppeln, die Wedemark ihre Zahlung von 8000 Euro auf 24.000 Euro verdreifachen. Langenhagen soll statt 30.000 Euro 43.800 Euro zahlen, die Region statt 30.600 künftig 104.000 Euro überweisen. In Burgwedel und der Wedemark stieß der Vorschlag wie jetzt in Isernhagen bereits auf Zustimmung, in Langenhagen kommt das Thema im August auf die Tagesordnung.

Ophelia soll auch in Isernhagen beraten

Mit dem zusätzlichen Geld soll der Verein Ophelia nicht nur sein Team erweitern, um ohne lange Wartezeiten helfen zu können, und größere Räume anmieten. Die Gemeinde Isernhagen hat sich auch ein Beratungsangebot direkt vor Ort zusichern lassen. Laut der Gleichstellungsbeauftragte Irene Sassenburg-Fröhlich wären dafür die Begegnungsstätte Altwarmbüchen und das Familienzentrum in der Wietzeaue geeignet. Zudem soll es mehr Präventionsarbeit in Schulen und Jugendzentren geben.

Für kostenlose Erstgespräche (die BISS-Beratung ist grundsätzlich kostenfrei) ist der Verein Ophelia, Ostpassage 9 in Langenhagen, www.ophelia-langenhagen.de, per Telefon (0511) 7240505 und per E-Mail an info@ophelia-langenhagen.de zu erreichen.

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