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Isernhagen Neues Hallenbad: Schwimmclub erhöht Druck auf die Politik
Aus der Region Region Hannover Isernhagen Neues Hallenbad: Schwimmclub erhöht Druck auf die Politik
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00:19 06.02.2019
Das alte Hallenbad ist nicht sanierungsfähig, sagt SC-Chef Eckhard Bade. Die Politiker sollen daher einen Neubau unterstützen. Quelle: Archiv
Altwarmbüchen

Die Planungen für ein neues Hallenbad drohen zu scheitern. Die Fronten sind verhärtet: Während die CDU noch keine Grundlage für einen Beschluss sieht, macht der Schwimmclub (SC) jetzt Druck – wenn keine Entscheidung bis Sommer falle, sei das Projekt gestorben.

Volksbank steht laut SC hinter dem Projekt

Wenn der SC-Vorsitzende Eckhard Bade über sein Projekt spricht, dann hört sich alles so einfach an: 5,5 Millionen Euro soll das Hallenbad kosten, das er möglichst auf dem TuS-Gelände in Altwarmbüchen bauen lassen will. Dabei muss nicht die komplette Summe auf den Tisch gelegt werden. Eine halbe Million Euro sind für die Planung einkalkuliert, die er persönlich unentgeltlich vornehmen will. Weitere 500.000 Euro sind Eigenleistungen. Bleiben 4,5 Millionen Euro, die über einen Kredit finanziert werden müssen, bei dem die Gemeinde für 1,5 Millionen Euro bürgen soll. Die Zusage der Hannoverschen Volksbank liegt laut Bade vor.

Bade: Bis Mitte Juni 2019 muss etwas passieren

Bereits vor einem Jahr habe er seinen Plan vorgestellt. „Keine Partei hat seitdem mit mir Kontakt aufgenommen. Das alte Bad ist nicht sanierungsfähig – und keiner der Politiker hat einen Plan B in der Tasche“, kritisiert Bade. Daher sei für ihn jetzt klar: „Wenn bis Mitte 2019 keine Entscheidung getroffen ist, ist das Projekt gestorben.“ Er suche bereits das Gespräch mit anderen Kommunen. „Ich werde auch mit Unternehmen sprechen“, kündigt der SC-Chef an. Diese könnten für die 1,5 Millionen Euro eintreten, für die die Gemeinde bürgen sollte. „Es handelt sich schließlich nicht um ein kommunales Projekt, sondern um ein Privatprojekt der Hallenbad Isernhagen Betreiber GmbH.“ Sollte sich die Gemeinde aus dem Projekt zurückziehen, dann werde es aber auch keine Sonderkonditionen mehr für das Schulschwimmen geben.

SC kündigt an, sich auch aus dem alten Bad zurückzuziehen

Als Drohung will Bade diese Deadline nicht verstanden wissen – und doch geht er noch einen Schritt weiter: „Sollte bis Mitte 2019 nichts entschieden sein, wird sich der Schwimmclub auch aus der Betreibergesellschaft des alten Hallenbads herausziehen.“ 48 Prozent der Anteile besitzt der Schwimmclub. „Da bin ich gespannt, wer das Hallenbad dann am Laufen hält“, sagt Bade. Bei der Mitgliederversammlung des SC am Dienstag, 5. Februar, ab 19 Uhr im Hotelrestaurant Amadeus in Altwarmbüchen, will er sich dafür die Rückendeckung des Vereins holen. Gäste sind zur Versammlung willkommen.

CDU: Keine unreflektierte Begeisterung

Auslöser für Bades Äußerungen ist eine öffentliche Mitteilung der CDU-Fraktion. „In letzter Zeit werden vermehrt Stimmen laut, es fehle aus der Politik an zustimmenden Bekenntnissen zu einem neuen Hallenbad“, schreibt darin der Fraktionsvorsitzende Helmut Lübeck. Generell sei ein neues Hallenbad reizvoll und ein Standortvorteil für Isernhagen, „aber keine zwingende Notwendigkeit“. Es könne nicht sein, dass man von den Politikern erwarte, die Idee unreflektiert mit Begeisterung aufzunehmen. Es fehle ein Konzept, das realistische Baukosten, die nachhaltige Finanzierung und die Bezahlung der Folgekosten aufschlüssele.

Bogya: „Wir bleiben im Gespräch“

Ist das Projekt noch zu retten? „Wir bleiben im Gespräch mit Herrn Bade“, verspricht Bürgermeister Arpad Bogya. Aber auch er sehe noch Fragezeichen, die bis zu einer Beschlussvorlage im Rat aus dem Weg geräumt werden müssten. „Bis Juni ist ja noch etwas Zeit.“ Die Auffassung Bades, dass es sich um ein privates Projekt handele, würde Bogya infrage stellen. „Herr Bade setzt auf kommunale Flächen und die Gemeinde hält 24 Prozent der Anteile in der Betreibergesellschaft, die das Bad bauen soll.“ Eine vernünftige Lösung müsse das Ziel sein. „Daran hat auch die Gemeinde großes Interesse“, so Bogya.

Kommentar: Die falsche Strategie

Eines steht fest: Die Isernhagener wollen ein Hallenbad haben. Allein der Glaube fehlt, dass es zu einem Neubau kommt. Die Bürger sind genervt von großen Versprechungen, bei denen es nicht vorangeht. Das zeigen die vielen Diskussionen in den sozialen Netzwerken.

Gemeinde und Politik sollten es wertschätzen, dass der SC bereit ist, ein neues Hallenbad zu planen, das auch für die Schulen gedacht ist. Eckhard Bade hat in jahrelanger Arbeit viel dafür getan, dass es das alte Hallenbad noch gibt. Die Strategie, die er allerdings jetzt verfolgt, ist der falsche Weg. Drohungen und Deadlines bringen nichts – außer einer angespannten Diskussionsgrundlage.

Ein handfestes Konzept, das auch die langfristige Finanzierung des Bades sichert, ist für eine Entscheidung unverzichtbar. Da hat die CDU recht. Wenn es dieses tatsächlich schon gibt, wie Bade betont, ist es höchste Zeit, sich auf Augenhöhe an einen Tisch zu setzen. Ein öffentliches Infragestellen der Planung von Seiten der CDU macht das nicht einfacher. Also zurück zur Sachlichkeit. Denn: Weder der SC noch die Gemeinde können es alleine schaffen, ein Hallenbad in Isernhagen zu betreiben. Und nur darum geht es.

Von Carina Bahl

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