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Isernhagen Ungewöhnliches Hobby: Isernhagenerin fotografiert Friedhöfe in ganz Europa
Aus der Region Region Hannover Isernhagen Ungewöhnliches Hobby: Isernhagenerin fotografiert Friedhöfe in ganz Europa
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17:45 08.08.2019
Petra Berkhahn fotografiert gern Friedhöfe und Monumente - hier das Grabmonument der Von-Alten-Familie in Großburgwedel. Quelle: Stephan Hartung
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Isernhagen HB

Manche Menschen fotografieren in ihrer Freizeit Flugzeuge, manche sammeln Briefmarken oder haben eine elektrische Eisenbahn im Keller. „Und ich fotografiere eben Friedhöfe. Ich weiß, dass das kein gewöhnliches Hobby ist“, sagt Petra Berkhahn und lacht.

Aus dem Hobby wird Leidenschaft

Angefangen hat alles im Jahr 2012. Berkhahn, die heute in Isernhagen H.B. wohnt, lebte damals in Köln und kaufte sich eine Kamera. „Irgendwo musste ich sie ausprobieren, das habe ich dann auf dem Kölner Nordfriedhof gemacht, der war nur 150 Meter entfernt von unserem Haus“, erzählt sie. Die ersten Testbilder, ein Wow-Effekt. Vielleicht auch wegen der neuen Kamera, vor allem aber wegen der Motive. „Ich hätte nie gedacht, dass es solch tolle Figuren auf einem Friedhof gibt.“

Das Hobby war entdeckt, die Leidenschaft schon kurze Zeit später entfacht. „Ich habe bei Facebook eine Gruppe entdeckt, in der Bilder von Friedhöfen hochgeladen werden. Das habe ich dann auch gemacht – wobei meine Fotos nur Fotos waren, die anderen waren eher Kunstwerke“, sagt sie bescheiden.

Aus den neuen Kontakten entwickelte sich sogar eine Freundschaft. Mit der Frankfurterin Brigitte Wagner ging sie fortan gemeinsam auf Tour. „Zuvor haben wir uns aber getroffen und geschaut, ob es passt, wenn wir zusammen in den Urlaub fahren.“ Welchen Ort haben die beiden wohl für ihr erstes Treffen gewählt? Berkhahn lacht. „Natürlich einen Friedhof.“

150.000 Friedhofsfotos auf der Festplatte

Mit Wagner fuhr sie zuletzt nach Bremerhaven, im September steht eine gemeinsame Reise nach Polen an. Ob Kurztrip an einem verlängerten Wochenende oder ein längerer Urlaub – das Programm beinhaltet während der Rundreise in der Umgebung jeweils die Besichtigung von mehreren Friedhöfen pro Tag. „Ich habe seit 2012 bestimmt 400 bis 500 Friedhöfe gesehen und 150.000 Fotos auf meiner Festplatte“, berichtet die 62-Jährige.

Es gibt mehrere Dinge, die sie an Friedhöfen faszinieren. „Zunächst ist es die Atmosphäre, es ist so herrlich ruhig. Das ist übrigens in jeder Großstadt so – dort kann es noch so laut und hektisch sein, auf einem Friedhof ist es immer ruhig“, sagt Berkhahn. Und wo Ruhe ist, bleibt in der Regel auch ein Blick für die Natur. „Ich beobachte gern Tiere. Katzen, Vögel, Eichhörnchen – es ist eben die ganze Atmosphäre auf einem Friedhof, da geht mir das Herz auf.“

Und dann sind es natürlich die Motive. „Vor allem Friedhöfe, die bis 1920 entstanden sind, haben eine beeindruckende Kultur zu bieten mit Figuren und Monumenten, die aus Stein oder Marmor sind und von Hand bearbeitet wurden. Einfach faszinierend“, sagt sie. Manchmal fotografiert sie auch die Grabsteine selbst, Kirchenruinen und Mausoleen.

Genua hat den schönsten Friedhof

Petra Berkhahn hat natürlich schon alle Friedhöfe in der Region Hannover und in Norddeutschland abgeklappert, sie war auch in Lissabon, Florenz, Rom, Prag und Barcelona. „Aber der schönste Friedhof ist der Staglieno in Genua. Der wird nicht umsonst als monumentaler Friedhof bezeichnet, das ist das Mekka der Friedhofskultur“, sagt die Isernhagenerin. Sie erzählt von großen Menschenmassen mit Fotoapparaten. Auf einer Fläche von zwei Quadratkilometern befinden sich 800 Figuren, berichtet Berkhahn, „darunter Pferde und Engel mit Inschriften, man wird von der Schönheit erschlagen“.

In Genua war sie bereits dreimal und hat sich damit einen Traum erfüllt. Ein anderes Ziel wird aber ein Traum bleiben: der Friedhof Recoleta in Buenos Aires, ebenfalls ein Muss für Friedhof-Liebhaber. „16 Stunden Flug, das ist zu viel für mich“, sagt sie. „Ich bin ja nicht mehr 35 Jahre alt.“

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