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Isernhagen Wasser flutet weiter den Fußweg
Aus der Region Region Hannover Isernhagen Wasser flutet weiter den Fußweg
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15:41 04.01.2018
Passanten müssen langsam durchs Wasser waten. Wenn es frieren sollte, wird es gerade für Radfahrer gefährlich.  Quelle: Frank Walter
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 “Da kann man bald Fische reinsetzen“, kommentierte Anwohnerin Karin Thurow am Donnerstag mit trockenem Humor die feuchte Bescherung. Eigentlich hätte das Wasser vom überschwemmten Fußweg am Blocksberg doch ablaufen sollen – dank eines kleinen Stichs, den Gemeindemitarbeiter nach Hinweisen von Anwohnern Mitte Dezember ausgehoben hatten. Doch Minibagger hebeln keine Naturgesetze aus, Wasser fließt nun mal nicht aufwärts. Es sammelt sich auch auf dem abschüssigen Gelände zwischen dem Neubaugebiet und der Straße an der tiefsten Stelle – und das ist augenscheinlich der Fußwegs.

„Ihre Maßnahme mit dem Stichgraben hat nichts gebracht beziehungsweise die Situation noch verschlimmert“: So hat sich Anwohner Albert Braakmann erneut ans Rathaus gewandt. Tatsächlich: Der Graben entlang der Straße Blocksberg steht nur teilweise voll Wasser, der größte Teil liegt trocken. Nahe der Heinrich-Grethe-Straße läuft das Wasser vom Graben aus nun durch den neu angelegten Stich und flutet den Fußweg.

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Braakmann droht der Gemeinde jetzt Regressforderungen an, „falls wieder Wasser in unsere Tiefgarage läuft“. Immerhin ist es bereits das vierte Mal in fünf Monaten, dass der Weg unter Wasser steht. Dabei war für Braakmanns Nachbarn Joachim-Christian Thurow das Problem lange absehbar: Schon während des Baus des Fußwegs habe er der Gemeinde vorgeschlagen, einen Gully zu setzen – vergeblich.

Man könnte ja meinen, dass es reichen müsste, dem Straßengraben ein bisschen Gefälle zu geben, damit dieser mehr Wasser aufnimmt, das dort versickern kann. Tatsächlich handele es sich bei dieser „Mulde“ aber keineswegs um einen Entwässerungsgraben, hieß es aus dem Rathaus. Die „Mulde“ sei nicht zur Versickerung gedacht, sondern einzig, um ein Überfahren der Grünfläche zu verhindern. „Dazu wurde von der Seite Blocksberg mit dem Bagger ein Erdhügel aufgeschüttet - so entstand diese Mulde.“ Sie sei nicht zur Versickerung gedacht und dementsprechend auch nicht mit Gefälle angelegt worden. 

Bei den Regenmengen von sechs bis acht Litern pro Quadratmetern innerhalb weniger Minuten am Mittwoch auf einen schon gesättigten Boden könne die Grünfläche die Mengen an Wasser nicht mehr aufnehmen, heißt es in der Stellungnahme. „So kommt es zu dieser Pfützenbildung in dem tiefsten Bereich.“ Überhaupt sei der Boden aufgrund der außergewöhnlichen Regenereignisse in letzter Zeit nahezu überall gesättigt. Hierdurch könnten die Regenmengen nicht immer in der gewünschten Zeit abfließen. Der Stich, den der Baubetriebshof angelegt hatte, um das Wasser ablaufen zu lassen, habe auch funktioniert – allerdings nur bis zu einer bestimmten Menge.

Am Freitag sollen Mitarbeiter die Mulde dort, wo sie gut herankommen, vertiefen, um eine kurzfristige Lösung zu schaffen. „Für eine langfristige Lösung hat sich das Fachamt der Problematik bereits angenommen“, so das Rathaus. 

Von Frank Walter