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Isernhagen Gemeinde tritt bei neuen Baugebieten in H.B. auf die Bremse
Aus der Region Region Hannover Isernhagen Gemeinde tritt bei neuen Baugebieten in H.B. auf die Bremse
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17:12 07.11.2019
Das Baugebiet Haselhöfer Vorfeld in Isernhagen H.B. soll wachsen - allerdings noch nicht jetzt. Quelle: Frank Walter
Isernhagen H.B

Isernhagen ist ein begehrter Wohnstandort. Die im Rathaus geführte Liste mit Bauwilligen ist lang, die unter anderem auf die Erweiterung des Baugebiets Wietzeaue in Altwarmbüchen warten. Aber auch im Ortsteil Isernhagen H.B. gibt es gleich mehrere Flächen, die zusammen Hunderten Menschen als neue Heimat dienen könnten. Und doch hat die Gemeinde wenig Interesse daran, dass es schnell losgeht – denn das Wachstum würde teure Probleme mit sich bringen.

20 Bauplätze passen ins Haselhöfer Vorfeld

Eigentlich klang es nach einer gelungenen Idee, was die CDU da beantragt hatte: Mit einer schnellen Erweiterung des Baugebietes Haselhöfer Vorfeld um die Dreiecksfläche östlich der beiden bisherigen Bauabschnitte könnte man einerseits angesichts der vielen Bauwilligen etwas Druck vom Kessel nehmen. Andererseits, und auch das spielte in den Überlegungen eine Rolle, könnte Isernhagen die Millionen Euro aus den Grundstücksverkäufen gut gebrauchen. Immerhin stehen in den nächsten Jahren gewaltige Investitionen unter anderem in die Schulen und Kitas an, die den Schuldenstand der Gemeinde in Rekordhöhen hieven werden.

1,8 Hektar groß ist das Brachgelände nahe der Weidenstraße, auf dem laut der vier Jahre alten Pläne mehr als 20 Einfamilienhäuser entstehen könnten. Ein städtebauliches Konzept dazu liegt bereits vor. Ob dieses so zu verwirklichen ist, müssten allerdings noch Gespräche mit der Regional- und Landesplanung zeigen, denn der Gemeinde steht nur ein begrenztes Entwicklungskontingent zur Verfügung.

CDU verwirft ihre Idee

Doch diese Gespräche soll die Gemeinde nun doch nicht führen: Die CDU verwarf ihre Idee im Planungs- und Bauausschuss am Mittwochabend ganz schnell wieder. Sie war fälschlicherweise davon ausgegangen, dass die Infrastruktur in H.B. den Zuzug weiterer Menschen verkraften würde, doch da musste sie sich von den Fachleuten im Rathaus eines Besseren belehren lassen.

Die Bedarfsplanung für die Kindertagesstätten zeigt, dass die aktuell vorgehaltenen Plätze in Krippe und Kindergarten den Bedarf gerade so decken. Würde die Gemeinde die Dreiecksfläche zur Bebauung freigeben, so würden wohl je eine zusätzliche Krippen- und Kindergartengruppe nötig. Das würde Investitionen von 1,2 Millionen Euro und jährliche Folgekosten von 200.000 Euro bedeuten, rechnete das Rathaus vor. Die Bilanz belasten würden zudem der erforderliche Grundstücksankauf sowie der Kanal- und Straßenbau, während die Einnahmen aus den Grundstücksverkäufen erst später fließen würden.

Auch an der Bahnhofstraße sollen Baugebiete entstehen

Isernhagen H.B. könnte allerdings nicht nur im Haselhöfer Vorfeld wachsen, sondern auch und vor allem an der Bahnhofstraße: 4,74 Hektar groß ist das Gelände der ehemaligen Färberei Bode, etwa halb so groß das benachbarte Areal des früheren Sägewerks Ronski.

Das ehemalige Sägewerk Ronski an der Bahnhofstraße in Isernhagen H.B. soll Baugebiet werden - allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt. Quelle: Frank Walter

2018 hatte das Heinz-von-Heiden-Schwesterunternehmen Deutsche Bauwelten das Bode-Gelände gekauft, konkrete Pläne sind bislang nicht bekannt geworden. Auch beim Ronski-Areal dürfte es noch dauern, bis dort Wohnhäuser entstehen können – und das, obwohl der Planungs- und Bauausschuss am Mittwochabend einstimmig die Aufstellung eines neuen Bebauungsplans mit leicht verändertem Geltungsbereich empfohlen hat.

Denn was auf den ersten Blick danach aussieht, als würde nun endlich Bewegung in die lange festgefahrenen Pläne für das Sägewerk-Gelände kommen, verschafft der Gemeinde schlichtweg Zeit: So kann sie Baugesuche erst einmal zurückstellen und auch Veränderungssperren erlassen. Ziel ist es, die beiden Nachbargrundstücke an der Bahnhofstraße in enger Abstimmung zu entwickeln – und zwar dann, wenn die beiden Kitas im Ort die Kinder der H.B.er Neubürger auch aufnehmen können.

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Von Frank Walter

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