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Laatzen EKG-Achtklässler beschäftigen sich mit Europa
Aus der Region Region Hannover Laatzen EKG-Achtklässler beschäftigen sich mit Europa
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12:15 29.05.2017
Europatag im Erich-Kästner-Gymnasium: Henning von Hörner von Amnesty International lässt Schüler mit Verweis auf die Menschrechte einen Brief an den Iranischen Botschafter wegen der möglichen und tatsächlichen Hinrichtung Minderjähriger verfassen Quelle: Astrid Köhler
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Laatzen-Mitte

"Mehr Europa heißt mehr geeinte Vielfalt" und "Zusammen sind wir stark" hatten die Jugendlichen auf Zettel notiert, aber auch: "Es kann das Vaterland nicht ersetzten" und "Europa besteht aus Staaten, die sich nicht vorschreiben lassen wollen, was sie selbst beschlossen haben". Musiklehrer Florian Hartmann kombinierte diese und weiteren Statements aus und mit seiner Workshopgruppe zu einer vielfältigen Ode an Europa. Sie wurde zum Abschluss des Projekttages im Forum aufgeführt.

Parallel zu diesem Workshop hatten sich die übrigen Achtklässler am Vormittag bei einem von Lehrer Lars Waldeck angeleiteten Rollenspiel mit den Erfahrungen von Flüchtlingen auseinandergesetzt oder aber mit Kunstlehrerin Wibke Paulsen den Entwurf für ein Schullogo der seit 2015 bestehenden Europaschule EKG entwickelt.

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Wieder andere nahmen an einem Planspiel zum Europarat mit Flüchtlingsfragen teil oder durchlebten als vermeintliche Staatenvertreter von Frankreich, Italien, Griechenland und Deutschland bei einer Euro-Simulation die Auswirkungen von Zins- und Geldpolitik. "Was kann die europäische Gemeinschaft tun, um Griechenland zu helfen?", fragte Politiklehrer Tobias Franz die Teilnehmer seines Worskohps, die konzentriert auf die vor ihnen stehenden Laptops mit den jeweiligen Bilanzen der Länder und deren Staatsverschuldung, Außenhandel und Zinssatz blickten. "Geld drucken", antwortete ein Achtklässler und Franz nickte, eh er auf die Europäische Zentralbank sowie Stabilisierungsmechnismen zu sprechen kam und einen dreiminütigen Erklärfilm startete.

Mehrere Aha-Effekte gab es auch beim Workshop "Menschenrechte" mit dem einzigen externen Referenten: Henning von Hörner von Amnesty International. Dieser berichtete von Hinrichtungen jugendlicher Straftäter im Iran – mindestens 74 in den Jahren von 2005 bis 2015. "Die Todesstrafe ist generell unzulässig", sagte von Hörning mit Verweis auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, der die Schüler animierte, einen Brief an den Iranischen Botschafter zu schreiben. Auch sprach von Hörning die jüngste Entwicklung in der Türkei an. Sollte die Türkei die in Europa abgeschaffte Todesstrafe wieder eingeführt, würde dies den Ausschluss aus dem Europarat und das Ende der EU-Beitrittsverhandlungen bedeuten.

Sprachlernklasse beteiligt sich mit Tänzen

Zusätzlich zu den 98 Achtklässlern in den verschiedenen Workshops nahmen am Mittwoch auch ein knappes Dutzend Schüler der Sprachlernklasse an dem Projekttag teil. Gemeinsam mit Ehrenamtlichen des Vereins InteGREATer probierten die aus dem Iran, Irak, Syrien, Polen, Rumänien, Albanien und dem Kosovo stammenden Schüler verschiedene Tänze aus. Hier stand die Integration im Vordergrund.

Es sei wichtig, dass die Schüler merken, dass die lange Friedenszeit in Europa der Europäischen Union zu verdanken sei, sagte die Englisch- sowie Werte- und Normenlehrerin Simone Matz, die auch die Europaangelegenheiten des EKG koordiniert: "Verschiedene Kulturen können eine Einheit bilden."

Der eigentliche Europatag war zwar bereits am 9. Mai, am EKG wurde er wegen der Abiturprüfungen aber etwas später begangen.

Von Astrid Köhler