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Laatzen Antisemitin nach Ehrenmal-Eingriff zum dritten Mal verurteilt
Aus der Region Region Hannover Laatzen Antisemitin nach Ehrenmal-Eingriff zum dritten Mal verurteilt
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12:57 12.06.2019
Beim Volkstrauertag 2016 wurden in Erinnerung an die Kriegsopfer Gedenksteine und Nelken hinter dem Alt-Laatzener Ehrenmal niedergelegt. Eine Hanauerin versetzte einige jüdische Steine auf die Vorderseite des Denkmals. Quelle: Stephanie Zerm
Laatzen

Die antisemitisch motivierte Versetzung der Gedenksteine am Alt-Laatzener Ehrenmal hat erneut die Justiz beschäftigt. Wie jetzt bekannt wurde, hat das Amtsgericht Hannover die Hanauerin Annette E. zu einer Schmerzensgeldzahlung in Höhe von 400 Euro verurteilt. Geklagt hatte die Laatzenerin Bernadette Gottschalk.

Das Gericht begründete das Urteil damit, dass die Hanauerin der Klägerin einen immateriellen Schaden zugefügt habe, indem sie die Namenssteine ihrer während der NS-Zeit ermordeten jüdischen Verwandten im November 2016 von der Rückseite auf die Vorderseite des Alt-Laatzener Ehrenmals versetzt hatte. Bernadette Gottschalk sei in ihrer Ehre, der Persönlichkeit und der Menschenwürde verletzt worden. Das Gericht verglich die Tat mit einem „Eselsbegräbnis“: Die Steine seien bewusst „zu Füßen“ des Mahnmals der im Zweiten Weltkrieg gestorbenen Soldaten sowie mit den Namen nach unten gelegt worden, um die Klägerin zu erniedrigen.

Drittes Urteil gegen Annette E.

Es ist bereits das dritte Urteil gegen die Hanauerin: Im Januar war die Frau bereits zu einer Geldstrafe sowie im Juni 2018 zu einer Schmerzensgeldzahlung wegen antisemitischer Briefe verurteilt worden.

Das Ehepaar Joachim und Bernadette Gottschalk erwartet nun, dass der Rat der Stadt zu den antisemitischen Handlungen Stellung bezieht. Zwar hatte Bürgermeister Jürgen Köhne die Taten öffentlich verurteilt. Der Rat hatte jedoch mehrere Petitionen, die Gottschalk und andere eingereicht hatten, lediglich zur Kenntnis genommen.

Von Johannes Dorndorf

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