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Laatzen Feuer im Rathaus Laatzen: Polizei geht von Brandstiftung aus
Aus der Region Region Hannover Laatzen Feuer im Rathaus Laatzen: Polizei geht von Brandstiftung aus
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22:20 27.08.2019
Der Brand in einer Teeküche im 6. Obergeschoss konnte am Dienstagvormittag schnell gelöscht werden. Quelle: Astrid Köhler
Laatzen

Nach dem Brand im Laatzener Rathaus am Dienstagmorgen geht die Polizei inzwischen von Brandstiftung aus. Das Feuer war gegen 9 Uhr im sechsten Stock offenbar in einer Teeküche entstanden, nach der Alarmierung rückten 50 Feuerwehrleute aus, um den Brand zu bekämpfen. Auch Mitarbeiter der Kriminalpolizei waren bereits am Vormittag im Rathaus. Nach den Untersuchungen des Brandortes geht die Polizei inzwischen davon aus, dass das Feuer vorsätzlich gelegt wurde. Der Schaden, der in der Küche und durch die Niederschläge von Rauchgas entstanden ist, wird auf rund 50.000 Euro geschützt.

Der Brand brach nach übereinstimmenden Angaben der Feuerwehr und der Stadtverwaltung am Morgen in der größtenteils leerstehenden sechsten Etage des Rathauses aus. Die Brandmeldeanlage löste um 9.16 Uhr aus und führte zur Evakuierung des Hochhauses. Um 9.30 Uhr wurde stadtweit Alarm ausgelöst. 50 Einsatzkräfte aller vier Laatzener Ortsfeuerwehren rückten mit rund einem Dutzend Fahrzeugen, darunter auch die Drehleiter, zum Marktplatz aus. Es ist bereits der dritte Brand im Rathaus seit Juni. Verletzt wurde niemand.

220 Beschäftigte verlassen Rathaus

Als die Feuerwehr am Dienstagvormittag am Marktplatz eintraf, hatten rund 200 Verwaltungsmitarbeiter sowie 21 Polizisten ihre Büros und das Kommissariat bereits geräumt. Sie sammelten sich größtenteils neben dem Stadthaus und auf dem Marktplatz und warteten die Lösch- und Aufräumarbeiten ab.

Wie sich herausstellte, war der Brand in der Teeküche ausgebrochen, deren Fenster auf der Südostseite des Gebäudes nahe der Marktstraße liegt und Richtung Marktplatz zeigt. Die Feuerwehr fuhr die Drehleiter aus und schickte nacheinender mehrere Trupps mit Atemschutzgeräten in die zu dem Zeitpunkt völlig verqualmte Etage und zu der lichterloh brennenden Küche. Diese sei vollständig zerstört worden, teilte Feuerwehrsprecher Gerald Senft mit.

Qualm zieht ins Gebäude

Nach dem beherzten Einsatz der Helfer konnte gegen 10 Uhr schließlich „Feuer aus“ gemeldet werden und der nächste wichtigen Schritt beginnen: das Ausmaß der Luftverschmutzung messen und Frischluft in die Büros blasen. Der Qualm sei vor allem in die darüberliegenden Etagen gezogen, teilte der Feuerwehrsprecher mit. Alle verfügbaren Hochleistungslüfter seien in Stellung gebracht und außerdem sechs weitere Geräte von der Berufsfeuerwehr Hannover nachgefordert worden. Die Reinigungsarbeiten dauerten auch am Nachmittag noch an.

Brand im Rathaus: Rund 50 Einsatzkräfte der Laatzener Ortsfeuerwehr waren am Dienstag im Einsatz. Quelle: Gerald Senft

Sie seien gerade dabei gewesen, die Teeküche und Toiletten in der vierten Etage zu säubern, als die Brandmeldeanlage im Rathaus losheulte und die Brandschutztüren laut zufielen, berichtete eine Gruppe städtischer Reinigungskräfte. „15 Minuten vorher waren wir noch in der sechsten Etage, und da war noch nichts“, betont eine der Frauen, und ihre Kolleginnen stimmen zu. Auch längst nach Dienstschluss harrten sie am Dienstag in Arbeitskleidung vor dem Gebäude aus, um an ihre persönlichen Dinge zu kommen.

Etwa 100 Rathausmitarbeiter werden nach Hause geschickt

Insgesamt warteten fast 200 Beschäftigte am Marktplatz, Stadthaus und im Leine-Center darauf, dass nach entsprechenden Schadstoffmessungen in den Büros die Arbeitsplätze wieder freigegeben wurden. Erst gegen 12 Uhr öffnete das Bürgerbüro im Erdgeschoss wieder. Auch der Aufenthalt in den ersten fünf Etagen galt dann als unbedenklich.

Brand im Rathaus: Vom Zeitpunkt des Feueralarms um 9.16 Uhr bis zum Mittag blieb das Rathaus komplett gesperrt. Gegen 12 Uhr wurden das Bürgerbüro und die ersten fünf Etagen wieder freigegeben. Quelle: Gerald Senft

Die darüber liegenden Etagen bleiben wegen zu starker Rauchbelastung bis auf Weiteres gesperrt. Rund 100 Mitarbeiter seien deshalb nach Hause geschickt worden, bestätigte Stadtsprecher Matthias Brinkmann. Von der Einschränkung betroffen seien die Kinder- und Jugendhilfe, die Bauordnung, das Team Stadtplanung und Wirtschaftsförderung sowie die Teams Soziales, Kindertagesstätten sowie Sicherheit und Ordnung.

Dritter Brand im Rathaus seit Juni

Am 19. Juni hatte es schon einmal ein Feuer im Rathaus gegeben. Seinerzeit war aus ungeklärten im Keller gelagertes Papier in Brand geraten.Die eigentliche Brandursache ist bis heute ungeklärt. Wie erst am Dienstag bekannt wurde, war vor zwei Wochen außerdem ein „Kleinfeuer“ im Rathaus ausgebrochen – wie aktuell in der sechsten Etage. Am Mittwoch, 14. August, hätten gegen Mittag „einige Kartons“ gebrannt, die in der Nähe des Fahrstuhls standen, bestätigte der Stadtsprecher auf Nachfrage. Die Flammen seien entdeckt und gelöscht worden, ehe die Brandmeldeanlage auslöste. Die Stadt habe bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

„Vermutlich Brandstiftung“: Die Kriminalpolizei war am Dienstagvormittag in Laatzen. Quelle: Astrid Köhler

Polizei sucht Zeugen

Zeugen, die Hinweise zu verdächtigen Personen geben können, sich mit dem Kriminaldauerdienst unter Telefon (0511) 1095555 in Verbindung zu setzen.

Mehr Meldungen von Polizei und Feuerwehr aus Laatzen finden Sie hier in unserem Polizeiticker.

Von red

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