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Laatzen Biber breiten sich immer weiter aus
Aus der Region Region Hannover Laatzen Biber breiten sich immer weiter aus
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00:16 02.02.2019
Die Biber breiten sich in Laatzen immer weiter aus. Quelle: Archiv: Patrick Pleul
Gleidingen

„So viele Spuren von Bibern habe ich hier noch nie gesehen“, staunt Gleidingens Feld- und Forsthüter Hans-Jürgen Wohlfarth. In der Verlängerung der Maschstraße direkt hinter der ICE-Strecke weisen zahlreiche Bäume Bissspuren der pelzigen Nager auf. Zwar ist Wohlfarth regelmäßig mit seinem Fahrrad im Bereich der Koldinger Seen unterwegs. Dass dort Biber leben, hat er bislang aber noch nicht bemerkt. Denn die scheuen Tiere sind vorwiegend nacht- und dämmerungsaktiv.

Die eieruhrförmigen Biberbissspuren an der ICE-Trasse sind unverkennbar. Quelle: Privat

Dem Nabu Laatzen sind die Bibervorkommen in der Gleidinger Masch jedoch schon länger bekannt. „Wir haben bei einer Biberkartierung Anfang 2018 mehrere Reviere und Bauten der Tiere gefunden“, sagt Nabu-Mitarbeiterin Sabrina Schmidt. „Wir gehen davon aus, dass es dort mehrere Biberfamilien gibt.“

Die Biber-AG des Laatzener NABU kümmert sich um Biber in der gesamten Umgebung – von Neustadt am Rübenberge bis Nordstemmen. Seit 2013 kartieren ehrenamtliche Mitglieder des Vereins die Vorkommen der geschützten Art. 37 Reviere haben die Naturschützer im vergangenen Jahr registriert.

Eingänge in Bauten liegen stets unter Wasser

Dabei seien die Bauten der possierlichen Baumfäller nur schwer zu finden. „Der Eingang befindet sich immer unter Wasser“, sagt Schmidt. „Von dort aus graben die Tiere sich meist Erdbauten in Uferböschungen.“ Manchmal sehe man allerdings auch einen sogenannten Mittelbau, der unter einem großen Asthaufen liegt.

Eine Gefahr durch die Biber sieht die Nabu-Expertin in der Gleidinger Masch nicht. Im Gegenteil: „Sie tragen zu einer Renaturierung des Gebietes bei und schaffen neue Lebensräume für viele bedrohte Tierarten.“ Die Bäume, die die Biber fällen, um deren Rinde, Zweige und Triebe zu verdrücken, dienen zahlreichen anderen Tieren als Lebensraum. „In dem Totholz leben viele Insekten und andere bedrohte Tierarten und der Eisvogel nutzt es gerne Ansitz“, sagt Schmidt. Fallen die gefällten Bäume ins Wasser, siedeln sich in den Ritzen kleine Fische an.

Nabu informiert über Biber

Der Nabu Laatzen bietet zahlreiche Veranstaltungen und Informationen rund um den Biber an. Es gibt unter anderem Führungen in Biberreviere, Paddeltouren und Vorträge rund um den pelzigen Baumeister. Außerdem unterhält der Nabu ein Bibermobil, mit dem er Besucher über die Lebensweise und Bedeutung des größten Nagetiers Europas informiert. Die nächste Biber-Veranstaltung ist am Sonntag, 17. Februar, ab 14 Uhr eine Führung mit Birgit Thormälen und Kristine Gilster in Hannover. Anhand vieler Biberspuren können Teilnehmer erleben, wie der Biber seinen Lebensraum gestaltet. Anmeldungen dafür nimmt der Nabu unter der Telefonnummer (05 11) 8790110 entgegen. Weitere Informationen zu den Angeboten des Nabu gibt es im Internet unter nabu-laatzen.de. zer

Auch die Gefahr, dass die Biber in der Gleidinger Masch Dämme errichten, ist laut Schmidt sehr gering. „Das tun sie an Seen generell nicht.“ Dies hänge damit zusammen, dass dort die Wasserstände meist konstant bleiben. „Und Dämme bauen die Biber nur, wenn der Wasserstand so stark sinkt, dass der Eingang ihres Baus nicht mehr unter Wasser liegt.“ Denn nur so seien sie vor Feinden ausreichend geschützt.

Der Laatzener Feld- und Forsthüter Siegfried Guder vermutet, dass die Tiere in Gleidingen Nachfahren der Biber aus Alt-Laatzen sind. Nachdem die Tiere bis Mitte des 20. Jahrhunderts in Mitteldeutschland nahezu ausgerottet waren, siedelten sie sich vor rund zehn Jahren wieder im Leinetal an. „Dabei war das Pärchen in Alt-Laatzen das erste Bibervorkommen in der Region Hannover“, sagt Guder. Da der Bibernachwuchs mit etwa drei Jahren, wenn er geschlechtsreif ist, von den Eltern aus dem Bau geworfen wird, vermutet Guder, dass sich die Jungtiere in der Umgebung niedergelassen und dort eigene Familien gegründet haben.

Von Stephanie Zerm

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