Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Laatzen Roger Cericius spricht von der Laienkanzel über Frieden
Aus der Region Region Hannover Laatzen Roger Cericius spricht von der Laienkanzel über Frieden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 05.01.2019
Roger Cericius spricht bei dem von Pastor Burkhard Straeck in St. Marien geleiteten Gottesdienst zum Neujahrsempfang der Kirchenregion Laatzen. Quelle: Torsten Lippelt
Grasdorf

Fast 180 Laatzener sind am Dienstag zum Neujahrsempfang der Kirchenregion Laatzen in die Grasdorfer St.-Marien-Kirche gekommen. Von der Laienkanzel, zu der stets eine Person des öffentlichen Lebens eingeladen wird, sprach dieses Mal der Geschäftsführer einer Denkfabrik und frühere NDR-Kulturredakteur Roger Cericius. Seine Rede überschrieb er mit 34. Pslam: „Suche Frieden und jage ihm nach!“

Der Völksener, der unter anderem zwei Jahrzehnte lang verschiedentlich beim NDR gearbeitet hat und zehn Jahre lang Vorsitzender des Freundeskreises Hannover war, versuchte zunächst, dem Zitat seine mutmaßlich martialische Wirkung zu nehmen. „Jagd hat etwas mit Flucht zu tun, und was flüchtet, will nicht gefunden werden“, sagte der 48-Jährige, der aktuell als Geschäftsführer einer VGH-Tochtergesellschaft arbeitet: der Innovations- und Denkplattform FuturX. Anders sei das mit dem Frieden, der gefunden werden wolle und für den man sich anstrenge müsse, um ihn zu halten.

Cericius suchte nach einer passenden Definition für das Wort Frieden. „Das historische Pax oder Pace bedeutet einfach einen Rechtszustand ohne Krieg“, sagte er und ordnete diese Definition zugleich als negativen Frieden ein. Zu einem als positiven Frieden erlebten Dasein hingegen gehörten jedoch auch Glück und Zufriedenheit, Sicherheit und ein gutes Leben.

“Das Innere von Eigennutz, Gier und Missgunst entrümpeln“

Für den Frieden gebe es keine allgemeine Bedienungsanleitung, sagte der 48-Jährige. Das sei eine ganz persönliche Sache, mit eigenen Träumen. Und daher könne man auch nur seinen ganz persönlichen, eigenen Frieden finden. „Dafür muss man sich selbst jedoch einen besonderen Raum und Zeit geben, um festzustellen, dass dieser Frieden da ist – und ihn dann bewahren und selbst gestalten“, so der Familienvater weiter. Man brauche nicht extra nach dem Frieden auf die Jagd zu gehen. Vielmehr sei der Raum für den Frieden schon ganz einfach zu finde, wenn jeder sein Inneres „entrümpele von Eigennutz und Gier, Neid und Missgunst.“ Nur aus der Summe aller inneren Frieden könne dann auch der äußere Friede gedeihen. „Es gibt keinen Weg zum Frieden – Frieden ist der Weg“, zitierte er abschließend Mahatma Gandhi.

Für Roger Cericius, der in seiner Jugend beim Knabenchor Hannover gesungen hat, war der Auftritt in der Grasdorfer Laienkanzel keine Premiere mit Lampenfieber. „So etwas habe ich schon drei oder vier Mal gemacht, auch in der Marktkirche Hannover“, sagte der kulturell vielfältig erfahrene und engagierte Geschäftsführer. Viel interessanter sei jedes Mal das Einlassen und – im sonstigen Alltag zeitlich weniger mögliche – intensive Beschäftigen mit den besonderen Themenstellungen der Predigten.

Nach dem etwa einstündigen Gottesdienst, in dem der stellvertretende Vorsitzende der Kirchenregion Wolf-Dietmar Kohlstedt allen Ehrenamtlichen für ihren geleisteten Einsatz in den Gemeinden dankte, kamen die Besucher noch zum Neujahrsempfang im Gemeindehaus zusammen.

Die Kirchenregion Laatzen besteht aus fünf evangelischen Gemeinden: neben St. Marien in Grasdorf sind dies noch Immanuel (Alt-Laatzen), Thomas (Laatzen-Mitte), St. Petri (Rethen) und St. Gertruden (Gleidingen).

Von Torsten Lippelt

Der Berliner Fotograf Yens Eberhardt zeigt ab 19. Januar seine Ausstellung „Lost Places –Industriebrachen und ihre Besucher“ in Gleidingen. Es ist die erste im Atelier des Laatzeners Dietmar Griese.

02.01.2019

Kaputte Lampen oder wilder Sperrmüll: Über das Portal Sag’s uns einfach melden Laatzener regelmäßig Misstände – doch nicht alle sind anschließend auch öffentlich im Internet einsehbar.

01.01.2019

Der laute Knall in der Nacht kam nicht von Silvesterböllern. Zeugen hatten ihn am Montagmorgen gegen 4 Uhr gehört. Unbekannte hatten einen Fahrkartenautomaten in Rethen gesprengt.

01.01.2019