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Laatzen Chemieunfall: Großübung der Feuerwehr
Aus der Region Region Hannover Laatzen Chemieunfall: Großübung der Feuerwehr
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00:16 16.10.2018
Mit Wasser aus drei C-Rohren wird das Feuer bekämpft. Quelle: Gerald Senft
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Laatzen-Mitte

„Auf unserem Gelände ist es zu einer Verpuffung gekommen, eine Halle steht in Vollbrand", mit dieser Übungslage empfing der Pförtner der Firma CG-Chemikalien an der Ulmer Straße die Feuerwehr am Samstagmorgen gegen 9.30 Uhr am Werkstor. Aus dieser Meldung und einer Verschlimmerung der Lage durch Austritt von Gefahrstoff entwickelte sich eine Stadtfeuerwehrübung, an der 150 Kräfte der Feuerwehr sowie zahlreiche Vertreter von Regions- und Stadtverwaltung teilnahmen.

Als die ersten Kräfte der Stadtfeuerwehr Laatzen mit dem Löschzug eintrafen, wurden diese sofort ins sogenannte Feststofflager im nördlichen Bereich des Werksgeländes dirigiert. Wie Laatzens Stadtfeuerwehrsprecher Gerald Senft im Anschluss mitteilte, waren dort laut Übungsszenario Teile der Halle durch eine Druckwelle zerstört worden und ein Feuer ausgebrochen. Über den Monitor der Drehleiter und aus drei-C-Rohren bekämpften die Kräfte aller vier Laatzener Ortsfeuerwehren, die inzwischen aufgrund der Alarmstufenerhöhung nachgefordert worden waren, den Großbrand. Zwei vermisste Mitarbeiter wurden von Trupps unter Atemschutz gerettet. Zu Hydranten wurden zwei B-Leitungen verlegt, um genügend Löschwasser zur Verfügung zu haben. Die Koordinierung der „Einsatzstelle Brandbekämpfung“ übernahm der Einsatzleitwagen der Feuerwehr Laatzen.

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Bei einer Großübung wird das Feuer in einer Chemiefabrik bekämpft. Quelle: Gerald Senft

Im angrenzenden südlichen Gleisbereich kam es dann gegen 10 Uhr zum Austritt von 25-prozentigem Ammoniak aus einem Kesselwagen. Dieser Waggon, in dem sich insgesamt 23 Tonnen befanden, steht in der Halle auf einem Gleisanschluss. Die Schadstoffwolke sowie der Brandrauch breiteten sich in südlicher Richtung entlang der Bahnstrecke aus.

Dann verschärft sich die Lage: Wegen der Einstellung des Zugverkehrs, saßen etwa 600 Reisende in Laatzen fest. Kräfte der Berufsfeuerwehr und der freiwilligen Feuerwehr aus der Landeshauptstadt Hannover rückten mit zahlreichen Fahrzeugen an. Trupps unter Chemikalienschutzanzügen (CSA) betraten die Halle und dichteten das Leck ab. Mehrere Spezialfahrzeuge waren unterwegs und meaßen die Luftbelastung im Umkreis der Schadensstelle. Großräumige Absperrungen folgten. „Per Werkssirene wird die Umgebung gewarnt, ein schrille Tonfolge ist zu hören“, so beschreibt Senft die Szene.

Parallel zum Einsatz der Feuerwehren trat der sogenannte „kleine Einsatzstab von Region Hannover und Stadt Laatzen" zusammen. Dabei stand die Kommunikation untereinander sowie die Warnung der Bevölkerung im Fokus der Übung. Über die WarnApp Katwarn erfolgte gegen 11 Uhr eine Meldung an die Bevölkerung.

Vor dem Werkstor hatten sich etliche Pressevertreter eingefunden und verfolgten des gespenstische Szenario. Gegen 11 Uhr standen im Bereich des Luftfahrtmuseum Vertreter der Geschäftsführung sowie Pressesprecher von Feuerwehr, Stadt- und Regionsverwaltung den Journalisten Rede und Antwort. Zum Fotografieren fand eine „begleitete Begehung" des Firmengeländes statt.

Mit einem gemeinsamen Mittagessen in der Laatzener Feuerwache beendete Stadtbrandmeister Sebastian Osterwald die Großübung und dankte den Helfern sowie der Betriebsleitung für ihren Einsatz. Anschließend rückten die etwa 150 Helfer mit ihren insgesamt 35 Fahrzeugen wieder ein.

Von Kim Gallop