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Laatzen Anwohner klagen über fehlenden Radweg
Aus der Region Region Hannover Laatzen Anwohner klagen über fehlenden Radweg
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00:16 22.12.2018
Für den einen Fahrradstreifen fehlt auf der Gutenbergstraße der Platz. Die Stadt stattdessen Fahrrad-Symbole auf die Fahrbahn auftragen lassen. Quelle: Dorndorf
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Laatzen-Mitte

Nach der Fertigstellung der neuen Mehrfamilienhäuser an der Gutenbergstraße sind inzwischen auch Straße und Gehwege wieder hergestellt. Die damit verbundenen Änderungen für Autofahrer und Radfahrer kommt allerdings nicht bei allen gut an: Einige Anwohner der Gutenbergstraße stören sich daran, dass Radfahrer seit dem Umbau auf der Straße fahren müssen.

Seit Mai 2017 wohnen Heike und Rüdiger Landsberg in einem der neuen Gebäude an der Gutenbergstraße. Und eigentlich begrüßen sie grundsätzlich über die jüngsten Umbauarbeiten. Als jedoch deutlich wurde, dass der frühere Radweg auf dem Hochbord vor den neuen Häusern wegfällt, konnte es das Paar kaum glauben. „Hat man versäumt, bei der Neugestaltung den Trennstreifen einzufügen?“, fragen die beiden in einem Schreiben an die Stadt, in dem sie ihre Kritikpunkte zusammengefasst haben. Zumal die Situation für Radfahrer auf der Straße gefährlicher worden sei als vor dem Umbau – sie müssen teils um die Kurzzeitparkplätze herumkurven, die die Stadt dort eingerichtet hat. „Ich habe einfach Bedenken, auf der Straße zu fahren“, sagt Rüdiger Landsberg, der oft mit dem Rad unterwegs sei. Platz genug wäre für einen Radweg aus seiner Sicht gewesen: „Der riesenbreite Fußweg erinnert mich fast an eine Flaniermeile wie die Kö in Düsseldorf.“ Andere würden ähnlich denken – sowohl in der Nachbarschaft, als auch Passanten.

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Die Stadt hat auf dem Gehweg etliche Pfosten eingesetzt, um das Parken dort zu unterbinden - aus Sicht von Anwohnern eine Stolperfalle. Quelle: Dorndorf

Das Ehepaar spricht sich auch dafür aus, die Zeitbegrenzung für die Parkplätze vor dem Haus zumindest nachts auszusetzen und den Bereich als 30er-Zone auszuweisen, um den Schilderwald zu begrenzen. Für gefährlich halten sie auch den Umstand, dass mitten auf dem Gehweg etliche Pfosten eingesetzt wurden, mit denen die Stadt Autofahrer vom Parken auf dem Bürgersteig abhalten will. „Die stellen mit ihrer Tarnfarbe zu den hellen Pflastersteinen eine enorme Unfallgefahr dar“, warnt Heike Landsberg.

Die Stadt teilt die Bedenken zur teilweise. „Ein Ziel des Verkehrsentwicklungsplans ist, so viel Radverkehr wie möglich auf die Straße zu führen“, heißt es im Antwortschreiben, das den Landsbergs inzwischen zugegangen ist. Auf einen Fahrrad-Schutzstreifen auf der Straße – so wie auf dem Abschnitt Richtung Kronsbergstraße – habe man verzichten müssen, weil sonst vor den neuen Gebäuden keine Parkmöglichkeiten geblieben wären. „Damit für den Radverkehr ausreichend Raum geschaffen wird und trotzdem Platz für Lieferverkehr, Pflegedienste und Umzugsfahrzeuge zur Verfügung steht, wurden nur einzelne Parkflächen für eine kurzfristige Nutzung vor den Häusern angelegt“, heißt es in dem Brief weiter. Immerhin wurden Fahrradsymbole auf der Straße aufgebracht.

Vor den neuen Häusern an der Gutenbergstraße besteht ein Halteverbot - mit Ausnahme von Kurzzeit-Parkplätzen, die Auto- und Radfahrer umfahren müssen. Quelle: Dorndorf

Umgekehrt reiche der Platz auf dem 3,80 Meter breiten Gehweg nicht aus, um dort Parkbuchten einzurichten: Parkplätze müssten heute mindestens 2,25 Meter breit sein, Gehwege 2,50 Meter. Heike Landsberg könnte sich vorstellen, die Parkplätze zumindest auf einen Teil des Gehwegs zu verlegen, so wie bei den sogenannten halbhüftigen Parkplätzen in der nahe gelegenen Marktstraße. Auch dies ist jedoch für die Stadt keine Option: Der Gehweg sei für das Gewicht der Autos nicht ausgelegt.

Die Gehwegpfosten will die Stadt hingegen demnächst mit Reflektionsfolie bekleben, um die Stolpergefahr zu beheben. Zuvor müssten allerdings noch Pfosten ersetzt werden, die zuletzt mutwillig herausgenommen worden seien, heißt es im Rathaus. Die vorgeschlagene Tempo-30-Zone sei in diesem Bereich nicht möglich, da diese in Straßen mit Durchgangsverkehr nicht zugelassen sei.

Von Johannes Dorndorf