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Laatzen In Kirchen wird nur noch sparsam geheizt
Aus der Region Region Hannover Laatzen In Kirchen wird nur noch sparsam geheizt
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00:16 06.05.2017
Pastor Burkhard Straeck zeigt das Messgerät, mit dem die Temperaturen in der Grasdorfer St.-Marien-Kirche aufgezeichnet und angezeigt werden. Quelle: Daniel Junker / www.junkerphoto.de
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Laatzen

Seit Januar 2016 gilt die Vorgabe, mit der die Landeskirche einerseits Energie sparen aber vor allem auch wertvolle Kirchengüter wie Orgeln und Malereien langfristig schützen will. Temperaturschwankungen und eine zu hohe Luftfeuchtigkeit setzen diesen vielerorts zu und können zu Schimmelbildungen führen.

Auch im Kirchenkreis Laatzen-Springe ist das Problem bekannt, weshalb sich dieser zu der Teilnahme an dem Projekt der Landeskirche entschlossen hat. Maßnahmen zur Regulierung des Raumklimas seien "sinnvoll und notwendig", so der Superintendent Detlef Brandes. In zahlreichen der 24 Kirchen und zehn Kapellen wurden bereits vor einiger Zeit Geräte installiert und ausgelegt, die Temperatur und Luftfeuchtigkeit in den Gebäuden messen und aufzeichnen. Dazu gehören unter anderem auch die Gleidinger St.-Gertuden-Kirche und St. Marien in Grasdorf, wo es bereits Schimmelbefall an den Orgeln gegeben hat.

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Dass in Kirchen Parameter wie die relative Luftfeuchtigkeit – mehr als 70 Prozent sollen es wegen der Schimmelbildung möglichst nicht sein – beobachtet würden, sei nicht ungewöhnlich, betont Thomas Ruhrmann, Architekt und Sachverständiger für Baufragen im Kirchenkreisamt in Ronnenberg. Dass Messgeräte die Daten im Halbstundentakt aufzeichnen und nach Monaten noch per Computer ausgelesen werden können, sei allerdings ein Schritt mehr, so Ruhrmann: "Das Ziel ist die Schaffung von raumklimatisch günstigen Bedingungen in den Kirchen."

Als eine Gegenmaßnahme wurden bei St. Marien vor zwei Jahren große Topfpflanzen aus der Kirche geschafft, wodurch der hohe Wert der Luftfeuchtigkeit bereits zurück ging. Auch wurde Ende vergangenen Jahres eine neue Steuerung für die Heizungsanlage verbaut. Darüber kann nun der Temperaturrichtwert von nur noch 16 bis 18 Grad Celsius eingestellt werden.

Es habe keine Proteste seitens der Gemeinde gegeben, betont Burkhard Straeck, der Pastor von St. Marien und auch bei der Thomasgemeinde ist. In letzterer, im Gebäude der Arche, sei die Umstellung zwar am deutlichsten gewesen, weil dort vor dem Einbau der Orgel vor einem Jahr auch schon Temperaturen von 21 Grad erreicht wurden. Insgesamt sei das Verständnis aber auch dort vorhanden.

Es gebe immer Stimmen, die sagten, das sei ihnen zu kalt, ergänzt der Sachverständige für Baufragen im Kirchenkreisamt Ruhrmann. Er stehe aber auf dem Standpunkt, dass sich Gottesdienstbesucher und Kirchennutzer den Gebäude anpassen sollten: "Man kann auch einen Mantel anziehen, wenn man im Winter in die Kirche geht, die keine Wohnzimmertemperatur hat." Außerdem sei jedes Heizen mit einem hohen Zeit- und Energieaufwand verbunden, betont Ruhrmann: "So ein Gottesdienst kann schon 150 Euro oder mehr an Heizkosten verursachen."

Wie viel Energie bei den Gotteshäusern im Kirchenkreis aufgrund der neuen Vorgabe eingespart wird, kann derzeit noch keiner sagen. Als Faustregel gelte aber, dass ein Grad Reduktion zehn Prozent weniger Energieverlust und Aufwand zur Folge hätten, so Ruhrmann.

Von Astrid Köhler

Johannes Dorndorf 06.05.2017
Johannes Dorndorf 06.05.2017
Thomas Böger 06.05.2017