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Laatzen Üstra hält Bushaltestelle nur mit Ampelneubau für möglich
Aus der Region Region Hannover Laatzen Üstra hält Bushaltestelle nur mit Ampelneubau für möglich
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17:54 22.11.2018
Der Ortsrat Ingeln-Oesselse wünscht sich für die Dorfmitte eine Bushaltestelle, die wie die in Wirringen von Bussen aus beiden Richtungen angefahren werden kann. Die Grundstückseigentümer haben dafür zwar grünes Licht gegeben, doch gibt es neue Probleme zu lösen, denn laut Üstra ist eine neue Lichtsignalanlage nötig. Quelle: Astrid Köhler
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Ingeln-Oesselse

Seit Jahren fordert der Ortsrat Ingeln-Oesselse eine Bushaltestelle auf Höhe des Neubaugebietes Vor dem Laagberg, doch diversen Ortsterminen und Sitzungen zum Trotz konnte mit der Stadtverwaltung noch keine für alle Seiten tragbare Lösung gefunden werden. Bei dem aktuell diskutierten Standort auf Höhe des Regenrückhaltebeckens haben die Grundstückseigentümer zwar inzwischen grünes Licht gegeben, dafür gibt nun ein Hinweis der Üstra auf eine neue Ampelanlage allen zu denken.

Der Ortsrat hatte vorgeschlagen, nach dem Vorbild Wirringens eine Bushaltestelle an der Hauptstraße einzurichten, die von Bussen aus beiden Fahrtrichtungen angefahren werden kann. Das Platzproblem dort ist offenkundig gelöst. Sowohl der Kleingärtnerverein hätten sich bereit erklärt, einen Teil des von ihm genutzten Kirchengeländes für die Haltestelle zur Verfügung zu stellen und auch das Kirchenkreisamt sei grundsätzlich einverstanden, teilte Baurat Jürgen Pagels am Dienstag in der Ortsratssitzung mit.

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Gleichwohl kündigt sich mit der Stellungnahme der Üstra neuer Ungemach an. Das Unternehmen habe acht Punkte aufgezählt, die bei der Einrichtung der vom Ortsrat gewünschten Haltestelle zu beachten wären. Hauptpunkt: Es muss eine neue „Lichtzeichenanlage unter Einbezug der Straße Am Laagberg“ errichtet werden. Diese sei erforderlich, damit die aus beiden Richtungen an- und abfahrenden Busse den kleinen Kreuzungsbereich mit der Einmündung zum Neubaugebiet und dem Edekamarkt gefahrlos queren könnten, erklärte Pagels mit Verweis auf die Üstra. Die vorhandene Bedarfsampel für Fußgänger reiche nicht aus.

Bushaltestelle in Wirringen funktioniert ohne Ampel

Den Ortsrat habe diese Mitteilung sehr gewundert, erklärte Ortsbürgermeister Heinrich Hennies (CDU) anschließend: „In Wirringen gibt es eine vergleichbare Bushaltestelle, und die funktioniert auch ohne Lichtsignalanlage.“ Tatsächlich liegt auch dieser von den Buslinien 390 und 330 angesteuerte Stopp direkt an einer Hauptstraße und Einmündung ins Wohngebiet. Ortsratsmitglied Michael Riedel (SPD) ist gleichfalls irritiert. Er könne nicht verstehen, dass in Wirringen etwas möglich sei, dass in Ingeln-Oesselse nur mit zusätzlichen Ampeln funktionieren solle, betonte der stellvertretene Ortsbürgermeister. „Man wird das Gefühl nicht los, dass die Verwaltungen sich gegenseitig die Begründungen zuschieben“, sagte Riedel, der nun selbst Kontakt zur Üstra aufzunehmen will.

Die Kosten für eine Haltestelle am Regenrückhaltebecken sind offener denn je. Die CDU, die ursprünglich schon 100.000 Euro für deren Bau in den Haushalt einstellen lassen wollte, zog ihren Antrag am Dienstag wieder zurück. Wie die Stadt auf Anfrage dieser Zeitung erklärte, wären allein für die laut Üstra nötige Lichtsignalanlage etwa 100.000 Euro zu veranschlagen.

Eine Bushaltestelle stelle einen gewissen Anziehungspunkt dar und die Sicherheit habe für den Ortsrat oberste Priorität, betonte Hennies. Eine „abgespeckte Version vor einem Privathaus“ sei nicht tragbar, meinte er in Anspielung auf den wiederholten Vorschlag der Verwaltung, kostengünstigere Haltestellen beidseits der Hauptstraße und auch auf Höhe des Wohnhauses Nummer 37 zu errichten. Der Ortsrat lehnt dies mit Verweis auf Abgas- und Lärmbelästigungen sowie Sicherheitsrisiken einhellig ab.

Eine genauere Kalkulation für die Bushaltestelle am Regenrückhaltebecken will die Stadt bei der Ortsratssitzung im Mai vorstellen. Dann soll auch klar sein, in welchem Umfang sich Üstra, Verkehrsgesellschaft und Region an den Kosten beteiligen.

Von Astrid Köhler

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