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Laatzen Hilfswelle für an Leukämie erkrankte Michelle reicht von Laatzen bis nach Korea
Aus der Region Region Hannover Laatzen Hilfswelle für an Leukämie erkrankte Michelle reicht von Laatzen bis nach Korea
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10:21 02.09.2019
Die zum zweiten Mal an Leukämie erkrankte Rethenerin Michelle Hohbein hat in dieser Woche ihren ersten Chemo-Block in der MHH beendet. Am 14. August hat sich die 19-Jährige ihre Haare abgeschnitten. Quelle: privat
Laatzen-Mitte

Die Schüler und das Kollegium der Laatzener Albert-Einstein-Schule (AES) setzen sich erneut für ihre an Blutkebs erkrankte ehemalige Mitschülerin Michelle Hohbein ein. Am Mittwoch, 4. September, organisiert die AES eine weitere Typisierungsaktion für die 19-jährige Rethenerin, die dort im vergangenen Jahr das Abitur bestanden hatte. „Die Aktion ist nicht schulintern und ausdrücklich für jeden geöffnet“, sagt Lehrerin Silke Eggeling. Es könne sich jeder, der Michelle helfen möchte, beteiligen.

„Wir versuchen, möglichst viele Schüler, Eltern und Lehrer zu mobilisieren und werden für die Typisierungsaktion noch einmal kräftig Werbung machen“, sagt Lehrer Wilhelm Paetzmann. Viele Schüler werben ebenfalls für die Teilnahme – wie auch die Elternvertreter. Damit möglichst viele erreicht werden, hat die AES den Termin mit dem regulären Elternabend verknüpft. Wer möchte, kann zwischen 17.30 und 20 Uhr in Raum B005 einen Stäbchenabstrich machen. Die Aktion wird von Mitarbeitern des Norddeutschen Knochenmark- und Stammzellspender-Registers (NKR) begleitet. „Es wird für Michelle immer enger“, sagt Paetzmann. „Deshalb ist es wichtig, dass sich möglichst viele daran beteiligen.“

Die AES-Schüler Lena (17, von links), Rosa (17), Elisabeth (17) und Simon (17) haben sich bereits bei einer Aktion bei der Rentenversicherung typisieren lassen. Jetzt organisiert die Schule eine eigene Aktion. Quelle: Daniel Junker

Deutsche Botschaft in Seoul organisiert Typisierung

Die AES setzt sich auch international für Michelle Hohbein ein. „Da Michelle koreanische Wurzeln hat, sind wir als Schule an das Goethe-Institut und die Deutsche Schule in Seoul herangetreten“, sagt Eggeling. Das Kollegium erhofft sich, dadurch einen passenden Knochenmarkspender zu finden. „Michelles Großmutter stammt aus Korea“, erläutert Eggeling. „Deshalb ist das eine weitere Spur, die wir verfolgen. Man weiß ja nie, wo auf der Welt sich ein genetischer Zwilling befindet.“

Eggeling hat den Kontakt nach Seoul hergestellt. „Ich habe das dortige Goethe-Institut und die Deutsche Schule angeschrieben.“ Tatsächlich wurde das Vorhaben von Erfolg gekrönt. „Kurz darauf hat mir die Leiterin des Goethe-Instituts geantwortet.“ Sie habe initiiert, dass die Deutsche Botschaft in Seoul gemeinsam mit dem Institut und der Deutschen Schule unter Aufsicht eines deutschen Vertragsarztes eine Typisierungsaktion für Michelle anbietet. Der Termin stehe zwar noch nicht fest, „wir stehen aber in engem Kontakt.“

Auch die Lufthansa hilft

Darüber hinaus hat die Lehrerin, die früher als Flugbegleiterin arbeitete, ihre alten Kontakte genutzt und sich mit der Lufthansa in Verbindung gesetzt – ebenfalls erfolgreich. „Die Lufthansa hat ihre Mitarbeiter in ihrem Intranet dazu aufgefordert, sich typisieren zu lassen“, berichtet Eggeling. Der Aufruf habe rund 20.000 Mitarbeiter erreicht. „Darunter sind auch etwa 70 koreanische Flugbegleiterinnen.“

Auf die Idee, sich international um Hilfe für Michelle zu bemühen, kam Eggeling aufgrund ihrer früheren Erfahrungen. So habe sie auch im Auslandsschuldienst in Mexiko gearbeitet. „Ich habe erlebt, wie eng die deutsche Gemeinschaft vernetzt ist und wie gut sie zusammenarbeitet“, berichtet die Lehrerin. „Das ist in solchen Fällen wie jetzt sehr hilfreich.“ Vom bisherigen Zuspruch zu die Aktionen für Michelle ist Eggeling schon jetzt begeistert. „Das ist auch eine Geste der Solidarität. Die Familie gewinnt eine Menge Kraft dadurch, dass so viele Menschen handeln.“

Den ersten Chemo-Block hat Michelle beendet

Tatsächlich ist die Familie von der Resonanz überwältigt. „Wir sind sehr glücklich darüber, dass sich so viele Menschen für Michelle einsetzen“, sagt ihre Mutter Susanne. Die 19-Jährige wird weiterhin in der Medizinischen Hochschule (MHH) behandelt, den ersten vierwöchigen Chemo-Block hat sie in dieser Woche beendet. „Michelle hat sich oft sehr schlapp gefühlt, zwischenzeitlich ist sie aber auch immer wieder voller Elan“, berichtet Susanne Hohbein. Da ihre Haare aufgrund der Therapie sowieso ausgefallen wären, hat Michelle sie am 14. August von der befreundeten Friseurin Carola Kherfani abschneiden lassen und gespendet. „Carola kann daraus eine Perücke für krebskranke Menschen herstellen.“

In den nächsten Tagen soll sich Michelle erst einmal ausruhen, damit sich ihr Immunsystem wieder aufbaut. „Sobald die Blutwerte in Ordnung sind, soll Michelle für ein paar Tage nach Hause kommen können“, berichtet ihre Mutter. Im Anschluss müsse die 19-Jährige einen weiteren Chemo-Block über sich ergehen lassen. „Danach benötigt Michelle einen Knochenmarkspender“, sagt Susanne Hohbein. Deshalb hofft die Familie weiterhin darauf, dass sich über die Typisierungen doch noch ein genetischer Zwilling für die Rethenerin findet.

Wer nicht zur Typisierungsaktion in die AES kommen kann, hat die Möglichkeit, ein Set mit Wattestäbchen für die Ersttypisierung zu Hause anzufordern. Weitere Informationen dazu gibt es auf der Internetseite des Norddeutsches Knochenmark- und Stammzellspender-Registers (NKR).

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Von Daniel Junker

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