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Laatzen Doppeldorfbühne Ingeln-Oesselse will nach 20 Jahren aufhören
Aus der Region Region Hannover Laatzen Doppeldorfbühne Ingeln-Oesselse will nach 20 Jahren aufhören
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13:12 29.04.2019
Hoher Arbeitsaufwand: Die Doppeldorfbühne in Ingeln-Oesselse verfügt über keine feste Bühne und muss auch für ihre an einem Wochenende im Oktober geplanten Aufführungen des 20. und letzten Stücks die Bühne und Zuschauertribüne wieder selbst organisieren und aufbauen. Quelle: Torsten Lippelt
Ingeln-Oesselse

Es ist eine kleine Ära, die demnächst in Ingeln-Oesselse zu Ende geht. Im 21. Jahr des Bestehens der Doppeldorfbühne hat die Laientheatergruppe ihre Auflösung angekündigt. Als Grund verweist sie auf den hohen Arbeitsaufwand beim Bühnenbau und den bevorstehenden Rückzug wichtiger Akteuren. Der für Oktober geplante Comedy-Thriller „Schau nicht unters Rosenbeet“, für den gerade mit den Proben begonnen wurde, wird das 20. Stück und zugleich das letzte sein.

"Wir haben keine feste Bühne und sind alle älter geworden": Die Gründerin der Doppeldorfbühne Ingeln-Oesselse, Stephanie Zebbedies, steht vor dem Gemeindehaus, in dem die Laientheatergruppe seit 20 Jahren probt und an nur einem Wochenende im Herbst auftreten kann. Quelle: Astrid Köhler

„Wir haben keine feste Bühne und jedes Jahr gibt es noch etwas obendrauf“, sagt die Regisseurin und Gründerin der Doppeldorfbühne Stephanie Zebbedies. Für die Auftritte im Gemeindesaal – aus Termingründen sind diese dort auf ein Wochenende im Oktober beschränkt – seien mittlerweile mehr als sechs Tonnen Material zu bewegen: Bühnenboden, Kulissen und die Zuschauertribünen. Ein Großteil der schweren Holzelemente werde geliehen und mit Lastwagen und Gabelstaplern angefahren. Ein anderer Teil wie die jährlich zu bauenden Kulissen – die Stücke spielten zuletzt in Spukschlössern (“Die spukende Erbschaft“, 2017), einem TV-Studio (“Hollywood, wie kommen“, 2018) und eine Naturlandschaften mit Waldhütte (“Natur pur“, 2016) – sowie weiteres auf einem Hof in Oerie eingelagerte Material muss gleichfalls nach Ingeln-Oesselse transportiert und von Hand aufgebaut werden. „Wir haben ein hohes Niveau für eine Laienspielgruppe“, so Zebbedies. Unter dem Strich sei alles sehr aufwendig und kostspielig – „und wir sind auch 20 Jahre älter geworden“.

Entschluss ist lange gereift

Der Entschluss zur Auflösung der 17-köpfigen Theatergruppe, von der nur vier Mitglieder in Ingeln-Oesselse und alle anderen in Laatzen-Mitte, Sarstedt und Bredenbeck wohnen, ist lange gereift. Noch vor zwei Jahren sei eine Suchaktion gestartet worden, um einen Spielort mit fester Bühne zu finden, so die Regisseurin. Doch es fand sich nichts passendes. All dies wog schon schwer genug und dann kündigten auch noch zwei bedeutende Akteure, der Bauleiter Thomas Grüner und der gleichfalls professionelle Techniker Konrad Engelke, ihren baldigen Rückzug aus persönlichen Gründen an. Ohne sie sei die Arbeit „nicht mehr zu wuppen“. Allein die Technik die bei den sechs Aufführungen im Oktober verwendet werden habe einen Wert im fünfstelligen Bereich.

Viel Kopf- und Handarbeit : Die Kulissen für die Stücke der Doppeldorfbühne wie hier „Die spukende Erbschaft“ werden jährlich neu entworfen, und auch der technische Aufwand ist groß. Quelle: Andrea Weber (Archiv)

Als letzte Möglichkeit hätten die zehn Darsteller und weiteren Akteure der Doppeldorfbühne überlegt einen Verein zu gründen und auf städtischen Bühnen zu spielen. Doch auch diese Idee sei verworfen worden. Es sei nicht mehr dasselbe gewesen, betont Zebbedies die seit Beginn an die Stücke auswählt, Regie führt und bis auf wenige Ausnahmen auch fast immer mitgespielt hat. Die 20. Aufführung der Doppeldorfbühne – im Jahr 2000 pausierte die Gruppe und 2013, nach dem Schlaganfall von Stefanie Zebbedies Ehemann und dem Ausfall der Regisseurin studierte sie kein abendfüllendes Stück sondern nur Sketche ein – wird somit auch das letzte der Doppeldorfbühne sein. „Mir geht es gut mit der Entscheidung, denn sie kommt nicht plötzlich“, betont die Mutter zweier erwachsener Kinder: „Nun reicht’s!“

Proben und Kulissenarbeiten für neues Stück haben begonnen

Seit Ende Februar proben die Darsteller nun ihre Rollen für die britische Thriller-Komödie „Schau nichts unters Rosenbeet“ ein. Im April haben auch die Arbeiten an der Kulisse begonnen. Das neue Stück spielt Mitte des 20. Jahrhunderts im Wohnzimmer eines verstorbenen reichen Briten in dem viele leere Regale stehen. Es gebe Theatergruppen, die hätten die leere Biblitohek einfach auf eine Wand gemalt. Der Anspruch der Doppeldorfbühne ist aber ein höherer, und so sind für die Aufführung in Ingeln-Oesselse 250 richtige Regalbretter zu verbauen. Was sich davor und daneben abspielt sehen die Zuschauer dann bei den Aufführung am letzten Wochenende der Herbstferien vom 18. bis 20. Oktober.

Von Astrid Köhler

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