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Laatzen Ehrenamtlicher Besuchsdienst will Einsamkeit entgegenwirken
Aus der Region Region Hannover Laatzen Ehrenamtlicher Besuchsdienst will Einsamkeit entgegenwirken
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17:40 28.08.2019
Ludmilla Stadtler vom Seniorenbüro (von links), die Ehrenamtlichen Renate Jaglarz-Brehmer und Heidrun Schulte-Westenberg sowie die Besuchsdienst-Koordinatorin Helga Stolze wollen den Besuchsdienst für Senioren der Stadt Laatzen bekannter machen. Quelle: Daniel Junker
Laatzen

Sie setzen sich für ältere Menschen ein, die wenig familiäre, freundschaftliche oder nachbarschaftliche Kontakte haben: Acht Ehrenamtliche engagieren sich derzeit beim Besuchsdienst für Senioren der Stadt Laatzen. Sie führen Gespräche mit älteren Menschen, spielen aber auch Gesellschaftsspiele oder gehen mit ihnen spazieren.

Insbesondere kümmern sich die Ehrenamtlichen um Senioren, die noch in ihren eigenen vier Wänden wohnen. „Wir wollen ihnen bei der Koordinierung des Haushaltes helfen und auch der Vereinsamung von Senioren entgegenwirken“, sagt Ludmilla Stadler vom Laatzener Seniorenbüro, das die Besuche koordiniert. „Wir unterstützen die Besuchten, damit sie auch im Alter zu Hause wohnen können.“

„Wir sind keine Dienstleister“

Mit ihrem Engagement schließt der Besuchsdienst eine Lücke zwischen Angehörigen, Bekanntenkreis und Pflegediensten. „Wir sind keine Betreuer und auch keine Dienstleister. Es muss immer klar sein, dass es sich hier um ein abgegrenztes Ehrenamt handelt“, betont Koordinatorin Helga Stolze. Deshalb seien die Besuche in der Regel auch auf einen Termin pro Woche beschränkt. „Es ist uns wichtig, dass zwischen den Besuchspartnern keine Abhängigkeiten entstehen. Unsere wichtigste Aufgabe ist das Zuhören“, sagt Stolze.

Die Ehrenamtlichen engagieren sich mitunter schon seit vielen Jahren beim Besuchsdienst. „Ich wollte älteren Menschen etwas Gutes tun“, sagt Petra Fischer, die seit 2015 dabei ist. Einmal pro Woche ist sie zu Gast bei einer ältere Dame aus Rethen, die nicht mehr gut zu Fuß ist. „Wenn ich komme, steht sie meist schon in der Tür und freut sich, dass ich da bin.“ Die beiden erzählen „über Gott und die Welt, über das Tagesgeschehen und auch mal über Promis“, berichtet Fischer. Dabei lachen sie viel miteinander, „wir reden aber auch schon mal über Belastendes“. Die Treffen seien immer sehr herzlich, „wir gehen hinterher mit einem guten Gefühl auseinander.“

Bereicherung für beide Seiten

Auch Heidrun Schulte-Westenberg bezeichnet die Begegnungen als Bereicherung für beide Seiten. „Ich habe mit 60 aufgehört zu arbeiten und war dann ein Jahr lang zu Hause. Das bekam mir aber nicht.“ Also habe sich die heute 70-Jährige dazu entschieden, sich ehrenamtlich zu engagieren. Zunächst habe sie sich um ein Integrationskind gekümmert. „Im Jahr 2016 hat mir dann Peter Hansen vom Seniorenbeirat vom Besuchsdienst erzählt“, so Schulte-Westenberg. Seitdem besucht sie einmal pro Woche für zwei Stunden einen älteren Herren in Laatzen-Mitte. „In der erste Stunde erzählen wir, in der zweiten Stunde spielen wir Mensch-ärgere-Dich-nicht.“ Die 70-Jährige bezeichnet die Tätigkeit auch als persönliche Bereicherung. „Die Aufgabe erfüllt mich. Ich hoffe, dass ich später selbst so etwas mal in Anspruch nehmen kann.“

Renate Jaglarz-Brehmer engagiert sich bereits seit 20 Jahren beim Besuchsdienst – sie gehört mit Silvia Greite, Dieter Meister und Marianne Neumann zu den am längsten tätigen Ehrenamtlichen und hat bereits mehrere ältere Menschen über einen längeren Zeitraum begleitet. Sie ist auch Mitglied des Seniorenbeirates und hat einige Senioren schon Tipps hinsichtlich des Umbaus ihrer Wohnungen gegeben oder sie auf dem Weg in das Betreute Wohnen begleitet – was über die eigentlichen Aufgaben des Besuchsdienstes allerdings weit hinausgeht.

Es gibt noch freie Kapazitäten

Derzeit sind vier Senioren beim Besuchsdienst angemeldet, es gibt also noch freie Kapazitäten. „Viele Leute haben von uns noch nie etwas gehört“, sagt Ludmilla Stadler. Oft gebe es eine Hürde, fremde Menschen in die eigene Wohnung zu lassen, ergänzt Stolze. Diese Hürde sei nach einigen Besuchen aber meist abgebaut. Auch von den Angehörigen habe das Seniorenbüro viele positive Rückmeldungen bekommen. „Wir ermöglichen mit unseren Besuchen, dass sich die Angehörigen auch mal etwas zurückziehen und etwas anderes erledigen können.“

Wer sich für einen Besuch der Ehrenamtlichen interessiert oder selbst eine Partnerschaft übernehmen will, kann sich bei Ludmilla Stadler melden. Sie ist unter Telefon (0511) 82055402 und per E-Mail an seniorenbuero@laatzen.de erreichbar.

Es gibt noch freie Kapazitäten

Gegründet wurde der Besuchsdienst im Jahr 1987 – zumindest geht dieses Datum aus einem Zeitungsbericht hervor. „Damals rief die AG der freien Wohlfahrtsverbände Ehrenamtliche dazu auf, sich für die Gründung eines Besuchsdienst zu melden“, berichtet Ludmilla Stadler vom Laatzener Seniorenbüro. Geleitet wurde die Gruppe damals vom Verbandsvorsitzenden Horst Schade. Nach dessen Ausscheiden im Jahr 2012 übernahm die Stadt die Organisation des Angebots.

Seit 2017 ist Helga Stolze dafür zuständig. Sie ist die erste Ansprechpartner für die Senioren und führt die Partnerschaften zusammen. Stolze begleitet die Ehrenamtlichen auch zu den ersten Treffen. „Ich achte darauf, dass die Ehrenamtlichen und die Senioren gut zusammenpassen. Die Chemie muss stimmen“, sagt sie. Deshalb können beide Seiten nach dem zweiten Treffen selbst entscheiden, ob sie die Partnerschaft aufrecht erhalten wollen. Zudem vermittelt Stolze Fortbildungen und Hintergrundwissen.

Neben den Besuchen treffen sich die Ehrenamtlichen im Sechs-Wochen-Takt, um sich über die Begegnungen auszutauschen. Die Ehrenamtlichen benötigen keine besonderen fachlichen Voraussetzungen. Wichtig sei, dass sie sich auf andere Menschen einlassen können. Und: Sie sind gegenüber anderen der Verschwiegenheit verpflichtet. Die Stadt Laatzen verlangt darüber hinaus ein polizeiliches Führungszeugnis. Kosten entstehen dabei nicht: Das Zeugnis kann mit einer Bescheinigung des Seniorenbüros gratis angefordert werden. dj

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Von Daniel Junker

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