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Laatzen Besucher beim Fest der Sinne ärgern sich über Einweggeschirr
Aus der Region Region Hannover Laatzen Besucher beim Fest der Sinne ärgern sich über Einweggeschirr
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12:34 12.09.2019
Kunststoffbecher, Pappteller, Plastikbesteck und -strohhalme: Für viele Speisen und Getränke wurden beim Fest der Sinne Ende August Einweggeschirr herausgegeben – zum Ärger von Parkbesuchern. Quelle: Torsten Lippelt
Laatzen-Mitte

Müllberge, mit Plastikverpackungen verschmutzte Meere und Flüsse. Diese Bilder tauchen immer häufiger in der öffentlichen Diskussion auf und rücken Kunststoff- und besonders Einweggeschirr immer stärker in den Fokus der Kritik. Ausgerechnet die Stadt Laatzen, die einem einstimmigen Ratsbeschluss nach bei Veranstaltungen grundsätzlich darauf verzichten soll, hat die fast 30 Jahre alte Vorgabe offenbar vergessen und Ende August beim Fest der Sinne einen Großteil Einweggeschirr zugelassen. Viele Besucher sind verärgert.

Er habe an zwei Festabenden dursten müssen, weil Getränke wie Bier nur in Einwegbechern ausgeschenkt wurden, berichtet Günter Schulz. Auch beim Essen wanderten die meisten Teller und Bestecke nach Gebrauch in die Müllcontainer. „Tausende von Menschen verursachen Müll“, ärgert sich der 79-jährige Laatzener, der die Stadt dazu aufruft, derlei künftig zu vermeiden. Er schlägt vor, zum Beispiel Gläser zu nutzen und darauf einen Pfand zu erheben.

Ratsbeschluss: Einweggeschirr grundsätzlich vermeiden

Auch HAZ-Leser Detlef Schild reagierte verärgert: Alle redeten von Müllvermeidung, doch beim Fest der Sinne sei – anders als bei der SPD-Feier im Rethener Park – Einweggeschirr verwendet worden, und dass, obwohl es sowohl einen Wasseranschluss als auch einen alten Ratsbeschluss zur Müllvermeidung gebe. Ende November 1990 hatte der Rat den folgenden Wortlaut beschlossen: „Bei öffentlichen Veranstaltungen und in den Einrichtungen der Stadt Laatzen ist die Benutzung von Einweggeschirr grundsätzlich zu vermeiden.“

Der Einstimmigkeit zum Trotz rückte das Thema offenbar wieder aus dem Blick, denn im Frühjahr 2008 rief der damalige Grünen-Fraktionsvorsitzende Gerd Apportin im Umweltausschuss dazu auf, „geeignete Maßnahmen zwecks Sicherstellung der Einhaltung dieser Regelung zu ergreifen“. Unter anderem schlug er vor, Werbung für das angeschaffte Geschirrmobil zu machen. Der von der Stadt gekaufte Anhänger war, wie Apportin am Dienstag erklärte, mit Tassen und Tellern für 80 Personen und einer Abwaschmöglichkeit bestückt. Wo das Geschirrmobil steht oder was daraus wurde, dazu konnte die Stadtverwaltung am Dienstag keine Angaben machen. Bei Großveranstaltungen wie dem Fest der Sinne könnte es zudem nur eine Teillösung sein.

Kompostierbare Becher aus Maisstärke

Die jeweiligen Speise- und Getränkeanbieter beim Fest der Sinne seien von der Stadt beauftragt worden, bestätigte Stadtsprecher Matthias Brinkmann. Neben ökologischen Aspekten müssten auch organisatorische Notwendigkeiten berücksichtigt werden. Bis auf die Gläser für Wein und Cocktails seien tatsächlich Einwegbecher verwendet worden, größtmöglich aber auch Papier und Pappprodukte sowie kompostierbare Bierbecher aus Maisstärke.

Aufgrund der Kritik an dem Einweggeschirr – und wegen des Ratsbeschlusses – werde die Stadt 2020 Mehrweggeschirr zur Auflage machen. „In welchem Ausmaß und welcher Tiefe muss man sehen“, so der Stadtsprecher, der darauf verwies, dass auch Papierservietten und Wurstverpackungen aus Kunststoff infrage gestellt werden könnten. Wer dann einen Stand übernehmen wolle, sei abzuwarten, so Brinkmann, wobei eines sicher ist: „So wie dieses Jahr wird es 2020 im Park der Sinne nicht mehr aussehen.“

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Von Astrid Köhler

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