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Laatzen Mann lebt mit 67 Katzen in Dreizimmerwohnung
Aus der Region Region Hannover Laatzen Mann lebt mit 67 Katzen in Dreizimmerwohnung
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17:59 28.06.2019
Acht Katzenbabys sind beim Verein Hände für Pfoten zur Welt gekommen. Sie sind jetzt zwischen zwei und vier Wochen alt. Quelle: Stephanie Zerm
Laatzen/Arnum

Ein Mann aus Laatzen muss ein Großteil seiner Katzen abgeben. Weil er die Tiere nicht kastrieren ließ, vermehrten sie sich unkontrolliert. Zum Schluss lebte der tierliebe Mann mit 67 Katzen in seiner Dreizimmerwohnung. Der Arnumer Tierschutzverein Hände für Pfoten hat die Tiere bereits Anfang Mai in drei Etappen aus der 70 Quadratmeter großen Wohnung geholt.

„Ein externer Hinweis beim Veterinäramt hatte zur Überprüfung der Katzenhaltung geführt“, berichtet Vereinsvorsitzende Kerstin Küster. Dabei sei festgestellt worden, dass der Laatzener die erforderlichen Auflagen nicht erfüllt habe. „Die Veterinäre der Region Hannover hatten den Katzenhalter bereits vorab kontrolliert und ihm die Auflage erteilt, seine Tiere auf zehn zu reduzieren“, sagt Regionssprecherin Sonja Wendt. Zwar gebe es keine gesetzlich festgelegte Obergrenze für die Haltung von Katzen. Allerdings orientiere sich das Veterinäramt an einem „Merkblatt zur tierschutzgerechten Katzenhaltung“. Dieses empfiehlt als Mindestfläche für ein bis zwei Katzen 15 Quadratmeter. Für jedes weitere Tier müssen zusätzlich mindestens zwei Quadratmeter zur Verfügung stehen. Von den sich daraus ergebenden 145 Quadratmetern hatte der Laatzener knapp die Hälfte vorgehalten.

Die schönen Mischlinge der Rassen Maine Conn und Norwegischer Waldkater suchen nun ein neues Zuhause. Quelle: Privat

Bei einer solchen Vielzahl an Katzen ist es laut Wendt grundsätzlich schwierig, eine Wohnung sauber zu halten. Im vorliegendem Fall sei der Zustand der Wohnung aber in einem noch annehmbaren Rahmen gewesen.

Die Tiere, darunter mehrere kastrierte und unkastrierte Kater, junge Katzen, die bereits tragend waren, und 22 Katzenbabys, sind auf mehrere Tierschutzvereine verteilt worden. „Alleine hätten wir nicht alle aufnehmen können“, sagt Küster. Die Katzenhilfe Hannover und der Geissblatthof/Warpe haben jeweils 26 Tiere, das Tierheim Braunschweig hat drei aufgenommen. Die restlichen elf erwachsenen Katzen hat der Verein Hände für Pfoten behalten. Dabei ist die Zahl der Tiere kurz nach ihrer Ankunft noch einmal gestiegen: „Zwei Katzen waren trächtig und haben bei uns acht Kitten zur Welt gebracht“, sagt Küster.

Kein Fall von Animal Hoarding

Laut der Vorsitzenden des Vereins Hände für Pfoten ist der Fall kein typisches Animal Hoarding. „Dabei nehmen Menschen meist Tiere in Not auf, um ihnen zu helfen, und überschreiten dann das Maß ihrer Möglichkeiten.“ Der Laatzener habe hingegen die schönen Mischlinge der Rassen Maine Coon und Norwegische Waldkatze züchten und verkaufen wollen. „Er liebt seine Katzen und hat sich anfangs bei der Vergabe seiner Kitten viel Mühe gemacht“, erzählt Küster. „Die neuen Katzeneltern konnten ihm für seine Babys kaum gut genug sein.“

Doch dann hätten persönliche Schicksalsschläge und gesundheitliche Probleme dazu geführt, dass der Mann die neuen Katzenkinder nicht mehr vermitteln konnte. Diese seien dann immer älter geworden und durch mangelnden menschlichen Kontakt in der Prägephase scheu geblieben. Außerdem habe der Laatzener die Tiere nicht kastrieren lassen. Zusätzlich seien auch die Muttertiere erneut gedeckt worden, sagt Küster: „So nahm das Schicksal innerhalb von ein bis zwei Jahren einen dramatischen Verlauf.“

Kerstin Küster vom Verein Hände für Pfoten kümmert sich um die Katzenbabies, die bei ihr zur Welt gekommen sind. Quelle: Stephanie Zerm

Tiere in gutem Pflegezustand

Wie viele Tiere der Mann ursprünglich gehalten hatte, könne sie nicht sagen – nur dass der Laatzener irgendwann den Überblick über die Katzen verloren habe. „Er kaufte letztlich zu horrenden Kosten Streu und Futter.“ Die Katzen seien sein gesamter Lebensinhalt gewesen. Dies zeige auch der gute Pflegezustand der Tiere. Alle waren laut Küster in einem guten gesundheitlichen Zustand, nicht unterernährt, hatten weder Parasiten noch Verletzungen und wurden alle negativ auf Katzenaids und Leukose (FIV/FeLV) getestet.

„Wir sind froh, dass sich der Katzenhalter an uns gewandt hat“, betont Küster. Menschen, denen die Tierhaltung aus den Händen gleitet, schämten sich oft und trauten sich nicht, sich Hilfe zu holen. Dadurch verschlimmerten sich die Zustände noch. „Das Bestreben unseres Vereins ist es, niemanden zu verurteilen, sondern da zu helfen, wo es nötig ist.“

Halter bekommt zehn kastrierte Katzen zurück

Der Katzenhalter sei sehr dankbar über die Hilfe von Hände für Pfoten und der anderen Vereine. Mittlerweile habe er mit Genehmigung des Veterinäramtes zehn seiner Katzen zurücknehmen dürfen. Diese sind nun aber alle kastriert.

Katzenbabys und erwachsene Tiere suchen neues Zuhause

Für insgesamt 17 Katzen von dem Laatzener sucht der Verein Hände für Pfoten nun ein neues Zuhause. Darunter auch acht Katzenbabys, die im Moment zwischen drei und fünf Wochen alt sind. Sie sollen frühestens mit vier Monaten abgegeben und bis dahin noch von ihren Müttern umsorgt werden.

Die übrigen Tiere, von denen bereits zwei ein neues Zuhause gefunden haben, sind zwischen zwei und drei Jahren alt. „Einige sind allerdings noch sehr scheu“, sagt Vereinsvorsitzende Kerstin Küster. Die bildschönen Maine-Coon-Norweger-Mischlinge sind mittlerweile alle kastriert und geimpft sowie mit einem Chip oder einer Tätowierung markiert. Da die Katzen das Zusammenleben mit Artgenossen gewohnt sind, werden sie nicht in Einzelhaltung vermittelt.

Wer sich für eine oder mehrere der Katzen interessiert, kann den Verein Hände für Pfoten unter Telefon (05101) 58362 erreichen. Er hat seinen Sitz an der Straße Hoher Holzweg 49 in Arnum. Weitere Informationen finden sich im Internet unter haende-fuer-pfoten.net.

Von Stephanie Zerm

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