Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Laatzen Grundschüler gestalten Lampen für Wohnscheibenbewohner
Aus der Region Region Hannover Laatzen Grundschüler gestalten Lampen für Wohnscheibenbewohner
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:03 25.01.2019
Aflin (von links nach rechts), Rafif, Melek und Leta gestalten in der Grundschule Pestalozzistraße einen Lampenschirm zum blauen Planeten um. Quelle: Katharina Kutsche
Laatzen-Mitte

220 Ballonlampen in genauso vielen Fenstern zum Leuchten zu bringen – das ist das Ziel des sozialen Projekts „Blue Planet“, an dem mehr als 400 Kinder aus Laatzen beteiligt sind. Die Zahl bezieht sich auf die Hochhausfenster der Wohnscheibe am Marktplatz mit den Hausnummern 1 bis 9. Mitte Februar soll der Gebäudekomplex, der wegen seines Zustandes zuletzt eher negative Schlagzeilen gemacht hat, von Innen heraus leuchten.

In der Grundschule Pestalozzistraße haben am Donnerstag und Freitag Dritt- und Viertklässler papiernen Lampenschirmen gewerkelt. Im Gestänge von kopfüber gestellten Hocker konnten sie die Papierlampen großflächig bemalen, bekleistern und bekleben. In Gruppenarbeit entstanden so aus weißen Lampenschirmen vornehmlich blaue Planeten. Aflin, Leta, Melek und Rafif etwa zeichneten die Länder und Kontinente der Erde mit schwarzem Stift vor, eh sie die Flächen in unterschiedlichen Farben ausmalen. Andere Kinder bekleben die Leuchtkugeln mit Tierbildern oder ausgeschnittenen Länderflächen aus einem Atlas.

Die fertigen „Planeten“ werden mit Saugnäpfen an die Fenster gehängt. Quelle: Katharina Kutsche

Die Initiatorin des Projekts „Blue Planet“ ist die Künstlerin Claudia Wissmann, die als Lichtplanerin im öffentlichen Raum normalerweise Beleuchtungskonzepte entwirft, auch für die Stadt Laatzen. Ihr bot Wissmann vor Kurzem ein Lichtprojekt mit sozialem Zugang an, eben „Blue Planet“. Die Idee kam gut an. Neben der Stadt Laatzen fördert das niedersächsische Sozialministerium das Projekt, an dem zusätzlich zu der Grundschule Pestalozzistraße noch die Kindertagesstätten Brucknerweg und Marktplatz, der Thomaskindergarten, der Kindergarten Im Langen Feld und freie Gruppen teilnehmen.

„Der Grundgedanke dreht sich um Nachbarschaften“, betont die Künstlerin, die auf einen Übersichtsplan der Gebäude am Marktplatz verweist, der auf einem der Holztische liegt. Dort können die Kinder zeigen, wo sie wohnen – „in der Nummer 1“ oder „Nummer 5“. Rektor Axel Paulig war sofort bereit, bei dem Projekt mitzumachen, schließlich besuchen die Grundschule 31 Kinder, die in dem Hochhaus am Marktplatz wohnen. „Da fühlen wir uns verantwortlich, einen Beitrag zum kulturellen Miteinander im Stadtteil zu leisten“, so Paulig.

Für Wissmann und die teilnehmenden Kinder endet das Projekt nicht mit den fertigen Lampenschirmen. Als nächstes besuchen sie gemeinsam mit einem Übersetzer für Arabisch, Kurdisch und Türkisch die fünf Häuser und überreichen den Bewohnern Pakete mit jeweils einer Lampe, Kabel, Leuchtmitteln und Befestigungsmaterial – auf dass die Ballons in die Fenster zum Marktplatz gehängt werden und ab dem 11. Februar dort leuchten werden. Die Lampen dürfen die Bewohner anschließend behalten.

Zeitplan für das Projekt „Blue Planet“

Die angepeilten 220 Lampenschirme für die Fenster der Wohnscheibe hin zu Marktplatz haben die Grundschul- und Kindergartenkinder zwar diese Woche fertiggestellt, das Projekt „Blue Planet“ ist damit aber längst nicht vorbei. Von Montag, 28. Januar, an suchen die Kinder zwei Wochen lang in Gruppen die Wohnscheibe auf und bitten die Bewohner der Häuser Nummer 1 bis 9, die Lampen in ihre Fenster zu hängen. Mit dabei sind unter anderen die Künstlerin Claudia Wissmann und ein Übersetzer für Arabisch, Kurdisch und Türkisch. „Die Kinder sind quasi die Türöffner der Herzen“, so Wissmann.

Am Sonnabend, 9. Februar, 14 Uhr an gibt es noch einmal ein „Basteln für alle“ in den Caféräumen des Stadthauses. Es richtet sich an Familie, Freunde, und Nachbarn der Kinder. Ab Montag, 11. Februar, sollen dann an fünf Abenden in Folge, jeweils ab 17.45 Uhr, die Lampen in der Wohnscheibe leuchten – als Zeichen für ein gutes Zusammenleben und gegen Diskriminierung. kut

Von Katharina Kutsche

Kontraste sind beim Duo D’Arragon gewollt: Am Sonnabend, 9. Februar, spielen Organist Christian Gläsker und Trompeter Yevgeniy Goryanskyy ab 19 Uhr in der Reihe „OrgelNEU +“ in der Arche.

25.01.2019

Der Schüleraustausch des Erich-Kästner-Gymnasiums mit der norwegischen Lillestrøm Videregående Skole steht vor dem Aus. Die norwegische Regierung hat der Schule die Mittel dafür drastisch gekürzt.

25.01.2019

Der Regisseur Hans-Erich Viet hat den Holocaust-Überlebenden Leon Schwarzbaum fünf Jahre lang begleitet. Am Donnerstag berichtete er in der AES über die Hintergründe seines Films „Der letzte Jolly Boy“.

27.01.2019