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Laatzen 2018 hat es in Laatzen häufiger gekracht
Aus der Region Region Hannover Laatzen 2018 hat es in Laatzen häufiger gekracht
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16:46 26.04.2019
In Gleidingen wurden im August 2018 eine 75-jährige Fahrerin schwer und eine 27-jährige Fahrerin mit ihrem dreijährigen Kind leicht verletzt. Die Seniorin hatte den Wagen der entgegenkommenden Jüngeren offenbar beim Abbiegen übersehen. Quelle: Steffen Dreblow
Laatzen-Mitte

 915 Mal hat es im vergangenen Jahr in Laatzen gekracht. Damit ist die Zahl der Verkehrsunfälle im Stadtgebiet im Vergleich zu 2017 um sieben Prozent gestiegen – und liegt deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Das gab die Polizei am Freitag bekannt. Bei der Vorstellung der Unfallstatistik für 2018 zeigte sich außerdem, dass mehr Schwerverletzte zu beklagen sind. Ein positiver Aspekt ist, dass auf Laatzens Straßen niemand zu Tode kam.

Bereits 2016 war die Unfallzahl mit 949 extrem hoch, im Folgejahr sank sie deutlich. Eine Erklärung für die Schwankungen können die Beamten nicht nennen. Die Umstände der jeweiligen Unfälle unterscheiden sich so, dass daraus keine Rückschlüsse zu ziehen seien, hieß es bei der Vorstellung der Statistik. Ähnlich ist es mit den Zahlen der Verletzten. Im vergangenen Jahr wurden 25 Menschen schwer verletzt, fünf mehr als 2017 und zwölf mehr als noch 2016. Knapp die Hälfte der Schwerverletzten sind Radfahrer und Fußgänger, sie gelten als Risikogruppen. Die Zahl der Leichtverletzten sank um 14 auf nun 102 und liegt damit im Durchschnitt.

Verkehrsunfallstatistik Laatzen 2018 Quelle: HAZ-Grafik: ll

 Unfälle mit Kindern: Erfreulich ist, dass 2018 deutlich weniger Kinder bis 14 Jahre verletzt wurden, insgesamt 14. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 24, was unter anderem auf einen Schulbusunfall mit mehreren Beteiligten zurückzuführen war, sagt Gordon Hartmann, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes im Kommissariat Laatzen. Ein Risiko für die Kinder sind weiterhin die Elterntaxis: Eltern, die ihre Sprösslinge direkt vor den Schulhof fahren und dabei selbst zum Verkehrshindernis werden. Das sei ein Dauerproblem, sagt Karin Schrader von der Stadt Laatzen: „Wenn die, die das Problem verstanden haben, die Schule verlassen, rücken neue Unbelehrbare nach.“ Die Stadt prüfe derzeit, ob es möglich ist, Bring- und Hol-Zonen an den Schulen einzurichten, um die Situation zu entschärfen.

Stefan Schwarzbard (links) und Gordon Hartmann bei der Vorstellung der Unfallstatistik 2018. Quelle: Katharina Kutsche

 Unfallflucht: Leicht gesunken ist die Zahl der Unfallflüchtigen, von 265 auf 249. Aber sie machen immer noch rund ein Viertel der Gesamtunfälle aus. Dazu kommt: Nur ein Drittel der Taten konnte 2018 aufgeklärt werden. In allen übrigen Fällen blieben die Fahrzeughalter also auf ihren Schäden sitzen. „Nicht nur, dass eine Unfallflucht eine Straftat ist“, sagt Stefan Schwarzbard, der den Ermittlungsdienst der Laatzener Polizei leitet, „es ist auch eine Charakterfrage, ob ich einen Schaden verursache und mich nicht melde. Für so etwas habe ich kein Verständnis.“ Verursachern wird bei einem Schaden von über 1500 Euro die Fahrerlaubnis entzogen – so sie denn ermittelt werden. Das klappt meistens dann, wenn sich Zeugen bei der Polizei melden. „Wir sind auf diese Hinweise angewiesen“, sagt Schwarzbard. Lieber solle sich jemand einmal zu viel als zu wenig melden.

 Radfahrer: 53 Unfälle mit 57 beteiligten Radfahrern erfassten die Beamten 2018, ein leichter Anstieg zum Vorjahr. Die Hälfte verursachten die Radfahrer selbst. Unter den Betroffenen sind auch zwei Pedelec-Fahrer, die ohne Helm unterwegs waren und schwer verletzt wurden. Hier geht die Polizei davon aus, dass sich ein Trend abzeichnet: Pedelec-Fahrer unterschätzen ihre Geschwindigkeit. Und Autofahrer schätzen etwa beim Abbiegen falsch ein, wie schnell sich ein Pedelec nähert.

Als Hauptursachen für Unfälle zählen etwa Missachtung der Vorfahrt, zu geringer Abstand zum Vordermann und zu schnelles Fahren. Die Stadt zählte im vergangenen Jahr 7848 Verstöße bei 203 Tempokontrollen, oft innerhalb weniger Stunden am Messpunkt, so Schrader. Das sind mehr als 2000 Geschwindigkeitsüberschreitungen mehr als 2017 – was zum Teil auf mehr Personal und neue Messpunkte zurückzuführen sei, aber eben nicht nur. „Die Aggressivität im Straßenverkehr ist immens, das spiegelt sich auch in diesen Verstößen wider“, sagt Schwarzbard.

Von Katharina Kutsche

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