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Laatzen Schüler kümmern sich vier Wochen lang um Hühner
Aus der Region Region Hannover Laatzen Schüler kümmern sich vier Wochen lang um Hühner
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18:18 09.09.2019
Die Kinder üben sich im Umgang mit den Hühnern. Quelle: Franz V. Reitzler
Rethen

Hühner sind schon schön“, schwärmt Lana. Die Achtjährige beschäftigt sich derzeit viel mit den Tieren – so wie ihre Mitschüler aus den Klassen 3c und 3d der Grundschule Rethen. Seit der letzten Augustwoche macht das Hühnermobil des Wedemärker Biohofs Rotermund-Hemme Station an der Schule. Vier Wochen lang kümmern sich die Schüler der beiden Klassen um neun Hühner und einen Hahn, die zu Besuch sind.

Vor zweieinhalb Jahren wurde das Projekt Hühnermobil für Kindergärten und Schulen ins Leben gerufen. Dank einer Kooperation der Region Hannover mit dem Wedemärker Biohof und dank des Sponsorings der Sparkasse Hannover tourt ein mobiler Hühnerstall zwischen verschiedenen Bildungsstätten in der gesamten Region.

Einige sehen zum ersten Mal ein Huhn

Die dritten Klassen von Pamela Krug-Xenikakis und Kathrin Jackobs sind schon jetzt begeistert. Bereits vor zwei Jahren hatten sich die Klassenlehrerinnen für den Besuch des Wagens angemeldet, nun ist es endlich so weit. Wenn die Schüler morgens in Zweierreihen vom Klassenraum zu den Hühnern gehen, können sich manche kaum halten. Zumal das Projekt für viele eine neue Erfahrung ist: So berichten Erik und Domenik, dass sie bei der Ankunft des Wagens zum ersten Mal ein echtes Huhn gesehen hätten. Melina und Mila erzählen hingegen vom Urlaub und vom Besuch auf dem Bauernhof, wo sie bereits mit Hennen gearbeitet hätten.

Worauf bei Hühnern zu achten ist, wissen die Drittklässler aus Rethen inzwischen aus eigener Anschauung. Sie tragen vier Wochen lang die Verantwortung für zehn Tiere.

Zu den Besonderheiten des Konzepts gehört es, dass die Kinder die Tiere nicht nur beobachten, sondern auch selbst aktiv werden. „Die Kinder sind für die Bereitstellung von Futter und Wasser komplett selbst verantwortlich“, sagt Jackobs. Auch um das wöchentliche Reinigen des Stalls und um die Kontrolle und Instandhaltung der kleinen Zäune um das Gehege kümmern sich die Schüler. „Die Hühner wühlen sich gern mal unter dem Zaun durch“, sagt Suzanne Petermeier vom Hof Rotermund-Hemme. Die Kinder müssten darauf achten, dass die Absperrung rundherum mit Steinen befestigt ist.

Angst ist schnell überwunden

Am Anfang hätten sich einige Grundschüler freilich etwas gefürchtet. Sie habe den Kindern dann Futter in die Hand gegeben, sodass die Hühner bald angelaufen kamen und das Futter friedlich fraßen. Am Ende hätten die Schüler die Tiere gestreichelt.

Für die Hühner ist der Kontakt zu Kindern längst Routine – schließlich zieht der Wagen mit den möglichst immer selben Tieren von Schule zu Schule, erläutert Petermeier. Auch in Rethen wirken die Hennen sehr entspannt, die meisten lassen sich sogar auf den Arm nehmen. „Das Huhn Rosa schläft manchmal auf dem Arm ein“, berichtet Lana. Eine Ausnahme gibt es allerdings: Der cremefarbene Hahn ist laut Petermeier neu in der Gruppe und lässt sich noch nicht so gern anfassen. Auch die Hennen wollen nach einer Weile offenbar nicht mehr gestört werden, sie ziehen sich bald unter den Wagen zurück. Die Lehrerinnen ermahnen die Kinder, diesen Freiraum zu respektieren und nicht darunter zu greifen.

Eltern kümmern sich am Wochenende

Bei den Eltern komme das Konzept ebenfalls gut an, sagt Jackobs. „Schon bevor der Hühnerwagen ankam, haben wir die Eltern und Nachbarn natürlich schriftlich informiert.“ Beim Elternabend und auch nach Ankunft des Mobils habe es nur positive Reaktionen gegeben. Ein Nachbar achte zudem nachts auf die Tiere, einige Eltern kümmern sich um die Versorgung am Wochenende. Für den hilfsbereiten Nachbarn gebe es zum Dank Eier, die Hennen legen immerhin drei bis vier Stück pro Tag.

Auch wenn sich das einige Kinder vielleicht wünschen: Zur Dauereinrichtung wird der Hühnerstall nicht. Das sei allein schon deshalb nicht möglich, weil die Wiese, auf der die Hühner jetzt stehen, als Baugrund für die geplante Schulerweiterung verplant ist, sagt Jackobs. Der asphaltierte Schulhof sei für die Haltung wiederum ungeeignet.

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Von Franz V. Reitzler

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