Laatzen: Selbstgenähte Gesichtsmasken gibts in Grasdorf und am Stadthaus kostenlos
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Laatzen Selbstgenähte Masken gibt’s in Grasdorf und am Stadthaus kostenlos
Aus der Region Region Hannover Laatzen Selbstgenähte Masken gibt’s in Grasdorf und am Stadthaus kostenlos
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14:45 29.04.2020
Vor ihrem Haus in Grasdorf hat Cordula Schwarze einige selbstgenähte Gesichtsmasken an den Baum gehängt. Wer möchte, kann sich ein Exemplar pflücken. Quelle: Daniel Junker
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Grasdorf/Laatzen-Mitte

Seit Montag sind Gesichtsmasken beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln Pflicht. Vielerorts ist der Schutz vor der Verbreitung des Coronavirus aber auch noch Mangelware. Mehrere Laatzenerinnen helfen anderen, indem sie Stoffmasken nähen und abgeben. Zu diesen Engagierten gehört auch Cordula Schwarze. Rund 650 Stück hat die Grasdorferin nach eigener Schätzung bereits genäht: für Nachbarn, Pflegestellen und die Ausgabe im Stadthaus. Am Fenster des dortigen Cafés werden die von Schwarze und anderen Näherinnen hergestellten Stoffmasken seit dem 9. April kostenlos abgegeben.

Am Liethweg steht ein Maskenbaum

„Ich nähe im Moment Masken ohne Ende“, sagt die auch im Seniorenbeirat engagiert Schwarze, die nach eigenen Angaben seit etwa fünf Wochen täglich an ihrer Nähmaschine sitzt. Aktiv wurde sie nach einem Aufruf in einer Facebook-Nähgruppe. „Die Stadt Essen hat dazu aufgerufen, Masken für den eigenen Gebrauch zu nähen, und gleich eine Anleitung bereitgestellt“, so die Grasdorferin. Mindestens 100 Masken habe sie daraufhin nach Essen geschickt. Sie habe aber auch in Laatzen helfen wollen und sich deshalb etwas besonderes überlegt: „Ich habe den Baum vor meinem Haus mit zahlreichen bunten Masken behängt.“ Wer wolle, könne sich am Liethweg in Grasdorf kostenlos ein Exemplar mitnehmen. „Es halten sogar schon Autos an, weil die Leute gucken wollen, was da am Baum hängt.“ Um weiterhin Material kaufen zu können, hat Schwarze eine Spendendose auf die Bank neben dem Baum gestellt.

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Warteschlange vor dem Cafe-Fenster am Stadthaus

Seit 9. April sind die von Schwarze und weiteren etwa ein Dutzend Ehrenamtlichen gefertigten Gesichtsmasken auch am Stadthaus zu haben. „Insgesamt haben wir schon etwa 600 Stück herausgegeben“, sagt Sandra Warnecke, die die handgefertigten Unikate zusammen mit Martina Krückeberg am Fenster des Cafés im Stadthaus herausgibt. „Allein am Montag waren es 119 Masken“, so Warnecke. Es habe sich sogar schon eine längere Schlange gebildet.

Manche der Näherinnen brächten regelmäßig etwas, andere kämen hin und wieder vorbei. „ Jegliche Unterstützung ist willkommen“, betont Warnecke, die bei der Stadt Laatzen sonst das Bundesprogramm Kita-Einstieg betreut.

Stoffe, Hut- und Schlüpfergummi sind Mangelware

Am Café im Stadthaus nehmen die beiden auch Sachspenden für die Näherinnen an: Bauwollstoffe sowie die sogenannten Hut- oder Schlüpfergummis seien derzeit Mangelware. „Gummibänder waren zwischenzeitlich kaum noch zu bekommen, und manche Stoffläden geben nur fünf Meter pro Person heraus“, sagt Krückeberg, die sonst das Familienzentrum in Rethen koordiniert. Um die Laatzener zu unterstützen, seien die Näherinnen auf solche Materialien angewiesen.

Sandra Warnecke (links) und Martina Krückeberg geben die von Laatzenerinnen genähten Gesichtsmasken kostenlos am Fenster des Cafés im Stadthaus aus. Quelle: Daniel Junker

Die Spendenbereitschaft sei derzeit recht groß. „Viele Laatzener haben ihre Nähkästen und Kleiderschränke geplündert“, erzählt Warnecke. Ein Ehepaar habe sogar seine Hochzeitsgaben gespendet. „Die beiden haben erzählt, dass sie seit 50 Jahren verheiratet sind und ihre Aussteuer seitdem im Schrank liegt. Sie haben sie uns jetzt zur Verfügung gestellt und freuen sich darüber, dass sie damit andere unterstützen können.“ Wer Stoffe spenden wolle, sollte darauf achten, dass diese zu 100 Prozent aus Baumwolle bestehen und bei 60 Grad waschbar sind.

Ausgabe ist täglich von 10 bis 12 Uhr geöffnet

Ursprünglich war die Ausgabe nur an Senioren und Einkaufshelfer vorgesehen. Nun ist sie für alle Laatzener geöffnet. Kostenlos abgegeben werden die Masken nach Verfügbarkeit montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr am Café des Stadthauses.

 

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Von Daniel Junker