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Laatzen Stadt will Angst-Ecken besser ausleuchten
Aus der Region Region Hannover Laatzen Stadt will Angst-Ecken besser ausleuchten
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00:19 28.04.2019
Mehr Licht: Die Stadt will gemeinsam mit Lichtkünstlerin Claudia Wissmann dunkle Ecken in Laatzen-Mitte beleuchten. Quelle: Daniel Junker
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Laatzen-Mitte

In Laatzen-Mitte gibt es viele dunkle Ecken – immer wieder beklagen Anwohner, dass sie sich an bestimmten Stellen nach Einbruch der Dunkelheit fürchten. Nun will die Stadt das Problem angehen und setzt dabei auf die Zusammenarbeit mit der Lichtkünstlerin Claudia Wissmann. Die Hannoveranerin soll unter dem Motto „Angstfreie Räume“ Licht in Laatzens dunkle Ecken bringen.

„Bei dem Projekt wollen wir möglichst viele Anwohner mit einbeziehen“, kündigte Stadtplaner Berthold Gruben beim Stadtteilforum von „Laatzen-Mitte wird top!“ am Mittwochabend an. Als neue Form der Bürgerbeteiligung seien dazu ab Herbst sogenannte Night Walks geplant. Bei den Begehungen nach Einbruch der Dunkelheit könnten Anwohner auf angstbesetzte dunkle Stellen hinweisen und gemeinsam mit Wissmann neue Lichtkonzepte entwickeln. Die Lichtkünstlerin hatte bereits im Februar das Projekt Blue Planet betreut, bei dem fast 400 Laatzener Grundschul- und Kitakinder die Wohnscheibe am Marktplatz mit 200 selbst gebastelten Erdkugeln zum Leuchten gebracht hatten.

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Rund 40 Laatzener waren zu dem Stadtteilforum ins Stadthaus gekommen, das von den Quartiersmanagerinnen Lena Lokschin und Maren Quell geleitet wurde. Dabei erläuterte Gruben auch den Stand von weiteren Projekten in Laatzen-Mitte. Außerdem stellten die Arbeitsgemeinschaften, in denen sich Anwohner für die Verbesserung ihres Stadtteil engagieren, ihre Ideen vor.

Jugendspielfeld am Stadthaus: Nachdem die Spielfläche Ende November fertiggestellt worden ist, will die Stadt nun noch eine Bühne errichten, die auch als Unterstand für Jugendliche dienen soll. „Der Bauantrag dafür läuft“, berichtete Gruben. „Wenn alles klappt, soll die Bühne bereits beim Stadtteilfest am 24. August genutzt werden.“

Grünanlage Marktteich: Die Bodenarbeiten sind laut Gruben beendet, die Gestaltung der Grünanlage habe bereits begonnen. Eröffnet werden soll der Park im September.

Sanierung Marktstraße: Die Marktstraße soll zwischen dem Stadthaus und der Albert-Schweitzer-Straße weiter saniert werden. Das Landesamt für Bau und Liegenschaften prüfe derzeit das Vorhaben. „Wir hoffen, dass die Prüfung schnellstens abgeschlossen wird, so dass wir in diesem Jahr wenigstens noch die Arbeiten vergeben können“, so Gruben.

Jugend-Aktiv-Park: Die Arbeiten am von der Stadt bereits seit längerem geplante Jugend-Aktiv-Park sollen 2020 auf der ehemaligen IBM-Fläche am Park der Sinne beginnen. Für dieses Jahr ist laut Gruben ein zweiter Workshop geplant, bei dem Jugendliche ihre Wünsche für die Fläche äußern können. Einen ersten Workshop hatte die Stadt bereits vor mehreren Jahren ausgerichtet.

Albert-Schweitzer-Straße: Die AG Neugestaltung wünscht sich eine Tempo-30-Zone für die Albert-Schweitzer-Straße. Laut Sprecher Herbert Selle würden rund 4000 Fußgänger die Straße täglich überqueren, um vom Parkplatz P2 zum Leine-Center oder von dort zum Ärztehaus zu gelangen. Außerdem wünscht sich die AG, in der rund 40 Anwohner mitarbeiten, die Einrichtung einer sogenannten Shared-Space-Fläche, die sowohl von Fußgängern als auch von Rad- und Autofahrern genutzt werden kann. Damit werde auch das Entrée zum Leine-Center verschönert.

Entsiegelung Hilgerskamp: Die AG Picobello wünscht sich eine Entsiegelung einer Fläche an der Kreuzung Hilgerskamp/Lange Weihe. Auf der Westseite soll auf dem Fußweg an einer Stelle der Asphalt beseitigt und stattdessen heimische Pflanzen angesiedelt werden. „Der Fußweg ist überdimensioniert“, findet AG-Sprecherin Elke Stöhr.

Stadthaus: Das Stadthaus ist gut ausgelastet. „Alle Räume sind fast durchgängig belegt“, berichtete Ludger Oldeweme, der das Stadthaus seit Januar leitet. Dabei seien alle Altersgruppen vertreten, vom Kleinkindern bis zu Senioren. Geplant sind außerdem neue Formate wie „Rudelsingen“ – ein Treffen, bei dem alle mitsingen könnten.

Anwohner wünschen sich eine Aufwertung des Pocketparks Quelle: Stephanie Zerm

AG wünscht Aufwertung des Pocketparks

Einst galt er als Vorzeigeprojekt für die Soziale Stadt, jetzt verwahrlost er. Auf dem Pocketpark am Taschenweg wuchert Unkraut, auf den Sitzbänken wächst Moos und aus dem Brunnen plätschert schon seit Jahren kein Wasser mehr. Die AG Neugestaltung pocht daher auf eine Aufarbeitung der 2009 errichteten Anlage. „Der Brunnen kann nicht wieder hergerichtet werden“, sagte AG-Sprecher Herbert Selle am Mittwochabend im Stadtteilforum. Dies würde zu viel Geld kosten, wenn es technisch überhaupt noch möglich sei. Stattdessen schlägt die AG vor, dort in Verlängerung des Mehrgenerationen-Aktivplatzes zwei weitere Outdoor-Geräte aufzustellen. „Diese könnten von Kindern und Jugendlichen, aber auch von Erwachsenen genutzt werden“, sagte Selle. Außerdem ist es aus Sicht der AG dringend erforderlich, die verwitterten Bänke am Basketballplatz und die Sitzecke am Brunnen zu säubern.

Von Stephanie Zerm