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Laatzen Störchin Frieda hat in Grasdorf schon 50 Junge aufgezogen
Aus der Region Region Hannover Laatzen Störchin Frieda hat in Grasdorf schon 50 Junge aufgezogen
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09:00 03.08.2019
Störchin Frieda (hinten links, verdeckt) Ende Juli mit ihren vier Jungtieren, die kurz vor dem Abflug stehen. Es sind die Storchenkinder 47 bis 50, die seit 2006 in Grasdorf mit Friedas Hilfe und der ihres jeweiligen Partners geschlüpft sind. Quelle: Jürgen Körber
Grasdorf

Vier Kinder aufzuziehen ist alles andere als gewöhnlich. Das gilt auch für Störche. Die Frieda und Rolf genannten Altvögel in Grasdorf ziehen regelmäßig eine größere Schar Jungstörche groß. Die 21 Jahre alte Störchin kann aktuell sogar ein Jubiläum feiern: Seit sie 2006 in der Grasdorfer Leinemasch heimisch geworden ist, hat sie dort 50 Jungtiere mit ihrem jeweiligen Partner aufgezogen. Sie selbst stammt aus einem Dorf in Baden-Württemberg, wohin der Grasdorfer Storchenexperte Jürgen Körber seit Jahren Kontakte pflegt.

Für die eierlegfreudige Frieda sei es bereits das 14. Brutjahr in der Leinemasch, erklärt Körber. Die Umgebung dort bekommt ihr offenbar gut. „Wir schmücken uns mit der Zahl 50“, so der Storchenexperte weiter. Dabei dürfe aber nicht unerwähnt bleiben, dass über die Jahre es acht Jungtiere nicht schafften, groß zu werden und auszufliegen. Sie starben nach späten Kälte- und Nässeperioden oder wurden in nahrungsarmen Zeiten vom Altvogel aufgefressen, um den Fortbestand der übrigen Störche zu sichern.

Während Frieda seit 2006 durchgehend in Grasdorf brütet, ist Rolf bereits ihr vierter Partner, weiß Körber. Über den ersten Vater von Friedas Storchenkindern in Grasdorf sei ihm nichts bekannt. Der zweite wiederum wurde im Kampf mit einem Konkurrenten auf dem schon mit Eiern belegten Nest getötet. „Der gemeuchelte Storch und zweite Partner von Frieda steht ausgestopft beim Nabu im Naturschutzzentrum Alte Feuerwache“, so Körber weiter. Der dritte Partner wiederum, ein Storch aus Petershagen und eben jener, der seinen Vorgänger im Kampf tödlich verletzte, sei vor sieben Jahren von Rolf vertrieben worden. Mit diesem hat Frieda bisher die meisten Nachkommen aufgezogen.

Frieda schlüpfte auf Brauereischornstein

Wie der Ringnummer an ihrem Bein – und den Storchenexperten zur Verfügung stehenden Datenbanken – zu entnehmen ist, stammt die Störchin selbst aus dem baden-württembergischen Dorf Gommersdorf, einem 700-Einwohner-Ort bei Krautheim in der Region Heilbronn-Franken. 1998 schlüpfte sie dort auf dem stillgelegten Brauereischornstein einer Gaststätte mitten in dem von Wiesen, Feldern und dem Fluss Jagst umgebenen Dorf und wurde in den ersten Lebenswochen beringt.

Der Geburtsort der Grasdorfer Störchin Frieda liegt im Nordosten von Baden-Württemberg und das Nest auf dem stillgelegten Kamin (Bildmitte) einer früheren Gaststätte mitten in dem 700-Einwohner-Ort Gommersdorf. Quelle: privat

Mit dem Ortsvorsteher von Gommersdorf, Joachim Essig, steht der Grasdorfer Storchenexperte Körber seit Jahren im Austausch. Im schickt er Nachrichten über Friedas Werdegang sowie die dazugehörigen Zeitungsartikel, die der Ortsvorsteher wiederum an die übrigen Storchenbetreuer weiterreicht und im Schaukasten am Rathaus aushängt. „Das ist hervorragend und freut mich“, betont Essig, der hauptberuflich als Autohändler tätig ist, und seinerseits Körber über das Gommersdorfer Storchengeschehen auf dem Laufenden hält.

Seit 1993 gibt es dort im Ort Störche, die ersten Jahre noch auf einem Telefonmast, dann wurde das künstliche Nest auf den Kamin einer alten Gaststätte mit Brauerei und Schnapsbrennerei installiert. In diesem Frühjahr und Sommer wurden dort drei Junge aufgezogen – ein viertes starb an einem Strommast. Die Jungstörche dort hatten das Nest Ende Juli bereits verlassen, als der Grasdorfer Nachwuchs sich noch regelmäßig mal bei Frieda auf dem Nest einfand.

Grasdorfer Storchenfamilie steht vor der Auflösung

Der Verbund steht gleichwohl vor der natürlichen Auflösung und die Jungstörche vor dem Abflug gen Süden. Ob auch Frieda und Rolf die Tour wieder auf sich nehmen, bleibt abzuwarten. In den vergangenen Jahren hatten sie auch wiederholt in Laatzen und der Region überwintert. Und im nächsten Frühjahr kann dann gespannt das mögliche nächste Brutergebnis abgewartet werden. Frieda, die es einst von der Jagst an die Leine zog, könnte mit ihren 21 Jahren noch einiges vorhaben. Der bisher älteste beringte Weißstorch in Freiheit wurde nachweislich 33 Jahre alt.

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