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Laatzen Trauer um Laatzens Ehrenbürger Henry Korman
Aus der Region Region Hannover Laatzen Trauer um Laatzens Ehrenbürger Henry Korman
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00:19 26.11.2018
Henry Korman Quelle: Daniel Junker
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Laatzen

Henry Korman ist tot. Der Laatzener Ehrenbürger ist am Donnerstag im Alter von 98 Jahren verstorben. Mit der Stadt war Korman eng verbunden: Seit Jahren besuchte der Holocaust-Überlebende immer wieder Veranstaltungen, bei denen der Opfer der NS-Zeit gedacht wurde. So berichtete er unter anderem jährlich – gemeinsam mit Salomon Finkelstein – beim Projekttag an der Albert-Einstein-Schule über seine Erlebnisse in Auschwitz und Bergen-Belsen. 2013 wurde ihm die Ehrenbürgerwürde verliehen, im vergangenen Jahr trug er sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

„Wir haben eine große Persönlichkeit verloren, die unserer Stadt sehr nahe stand“, sagte Bürgermeister Jürgen Köhne am Freitag. „Er hat in Laatzen viel für die Gedenkkultur getan.“ Er habe Korman als jemanden erlebt, der immer sehr klar und deutlich in seinen Aussagen war. „Und er war durchaus stolz darauf, dass er streitbar sein konnte.“

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Trauer herrschte am Freitag auch an der Albert-Einstein-Schule. „Es gibt viele, die heute gedrückter Stimmung sind über die Nachricht“, berichtete Schulleiter Christian Augustin. Einige Schüler, die mit Korman in Kontakt standen, hätten am Freitag in Gesprächen ihre Erinnerungen an ihn ausgetauscht. „Man merkt die Freundschaft, die zwischen Korman und unseren Schülern entstanden ist. Einige hatten Tränen in den Augen.“ Entstanden war der Kontakt 2009 durch das Schulprojekt „Schreiben gegen das Vergessen“. „Seitdem ist kein Schüler von unserer Schule abgegangen, der die beiden nicht kennen gelernt hat“, berichtet Geschichtslehrer Wilhelm Paetzmann, der Korman noch am Donnerstag besucht hatte. Korman und Finkelstein hätten sich stets für Menschlichkeit eingesetzt. „Die beiden haben mit die Initialzündung gegeben, dass wir die Gedenkkultur an unserer Schule so verankern konnten.“

Von Johannes Dorndorf

26.11.2018
23.11.2018