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Laatzen „Wacken-Opa“ sammelt bei 450-Kilometer-Tour im E-Rolli Spenden
Aus der Region Region Hannover Laatzen „Wacken-Opa“ sammelt bei 450-Kilometer-Tour im E-Rolli Spenden
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19:13 25.07.2019
„Wacken-Opa“ Günter Jacobs (links) streift Laatzens Bürgermeister Jürgen Köhne ein Solidaritätsbändchen für die Aktion „Lautstark gegen Krebs“ über das Handgelenk. Begleitet wird er auf seiner Tour von Fahrer Michael Schewe (Zweiter von links) und Sanitäter Ralf Deuter. Quelle: Thomas Böger
Laatzen-Mitte

Er ist seit Jahrzehnten Stammgast beim legendären Heavy-Metal-Festival im schleswig-holsteinischen Wacken und inzwischen bekannt als „Wacken-Opa Günter“. In diesem Jahr hat der 70-jährige Günter Jacobs aus Dägeling bei Itzehoe allerdings eine etwas weitere Anfahrt zu dem Open-Air-Spektakel: Am vergangenen Sonnabend ist er vom Festival „Rock am Stück“ im hessischen Fritzlar mit seinem Elektro-Rollstuhl aufgebrochen, um am 31. Juli pünktlich zum Beginn des Wacken Open Air (W:O:A) in Schleswig-Holstein einzutreffen. Die fast 450 Kilometer lange Tour unternimmt der Wacken-Opa nicht zum Vergnügen: Unterwegs sammelt er Spenden für die Aktion „Lautstark gegen Krebs“. Am Mittwochabend machte er – nach einem Zwischenstopp in Sarstedt – für eine Stunde auf dem Laatzener Marktplatz Station.

„Moin, ich bin Günter

„Moin, ich bin Günter“, begrüßt Jacobs jeden, der vorbeikommt – auch Bürgermeister Jürgen Köhne. Der Ansturm an dem kleinen Stand hält sich zwar in Grenzen, aber „in anderen Städten bilden sich auch keine großen Trauben“, berichtet der Wacken-Veteran. Ab und zu bleibt aber doch jemand stehen wie die Laatzenerin Birgit Klinkebiel. „Das ist doch eine gute Sache“, meint sie und steckt einen Schein in die Sammelbüchse. Dafür bekommt sie ein Solidaritätsbändchen für das Handgelenk.

Möglichst viele davon wollen die Spendensammler auf ihrer Fahrt loswerden – jeder, der mindestens 5 Euro gibt, bekommt eins. Bürgermeister Köhne hat seine Spende in einem Umschlag mitgebracht. Die Summe will er nicht verraten. „Wir wollen keinen Wettbewerb unter den Städten“, sagt Günter Jacobs zur Erklärung und streift auch Köhne ein Bändchen über.

Einnahmen für gemeinnützige Gesellschaft

Die Einnahmen sind für die gemeinnützige Gesellschaft DKMS (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei) sowie für die Krebshilfe und zu einem kleinen Teil auch für die Wacken-Foundation bestimmt. Schließlich sei die Idee zu der Aktion in Wacken entstanden, berichtet Jacobs. Daher resultiere auch der Name, denn „Wacken ist laut und stark“. Er ist außerdem angelehnt an den Slogan „Stark gegen Krebs“ der Benefizveranstaltung „Wattolümpiade“, mit der die Organisatoren neue Strukturen der Hilfe für Krebskranke und Angehörige an der Nordseeküste entwickelt haben.

Rettungssänitäter auf Fahrrad begleitet „Wacken-Opa“

„Wacken-Opa“ Jacobs ist zuversichtlich, eine ansehnliche Summe einsammeln zu können. Besucher von Rock-Festivals seien gute Menschen, sagt er und verweist darauf, dass er schon zum Auftakt in Fritzlar 5000 Euro eingenommen habe. Bis er kommende Woche in Wacken ankommt, wo in diesem Jahr das 30. Heavy-Metal-Festival gefeiert wird, ist es noch ein weiter Weg für den Rollstuhlfahrer und seine beiden Begleiter. Das ist zum einen Michael Schewe, der einen Transporter mit angehängtem Wohnwagen fährt, und zum anderen Ralf Deuter. Der ausgebildete Rettungssänitäter bleibt mit seinem Fahrrad immer in Jacobs’ Nähe, um im Notfall helfend eingreifen zu können. Einmal musste er den Rollstuhl schon samt Fahrer aus einem Graben ziehen.

Rollstuhlfahrer Jacobs legt pro Tag rund 50 Kilometer zurück

Im Durchschnitt legen die drei Spendensammler rund 50 Kilometer am Tag zurück – bei einer Geschwindigkeit des Rollstuhls von sechs Kilometern pro Stunde. „Und ich gehe nur zum Schlafen in den Wohnwagen“, versichert der „Wacken-Opa“. Am Donnerstagvormittag machte das Trio auf dem Steintorplatz in Hannover Station, und noch am selben Tag ging es weiter nach Celle. Danach steht neben mehreren kleineren Städten auch noch ein Stopp auf der Hamburger Einkaufsmeile Mönckebergstraße auf dem Programm.

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Von Thomas Böger

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