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Laatzen Musikproduzent Phil Savier arbeitet an neuen Songs
Aus der Region Region Hannover Laatzen Musikproduzent Phil Savier arbeitet an neuen Songs
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14:07 27.07.2019
Mit Laptop, Stift und Zettel produziert der Alt-Laatzener Phil Savier auch Musik und schreibt Texte, wenn er unterwegs ist. Quelle: Daniel Junker
Alt-Laatzen

Bei Musik kennt Phil Savier keine festen Arbeitszeiten: „Ich bin ein sehr kreativer Mensch und eigentlich 24 Stunden am Tag, sieben Tagen in der Woche aktiv.“ Wann immer der 29-Jährige eine Idee hat, versucht er sie festzuhalten: am Laptop, im Smartphone oder klassisch mit Stift und Zettel. 2017 feierte der Alt-Laatzener seinen bislang größten Erfolg mit seiner Komposition „Souvenir“ auf dem Album des Dance-Musik-Duos Stereoact.

Die Idee für den Song habe er unverbindlich einem befreundeten Produzenten, Martin Bepunkt, geschickt, erzählt Savier, der seit Kindertagen Musik macht. Das Material ging weiter an Stereoact, jenes DJ- und Musikproduzentenduo, das 2015 seinen Durchbruch mit dem Hit „Die immer lacht“ feierte – und stieß auf Interesse. 2017 erschien „Souvenir“ dann auf dem Stereoact-Album „Lockermachen durchfedern“.

Fan von Heinz Erhardt

In seiner Wohnung hat sich der 29-Jährige ein Musikstudio eingerichtet, um an Melodien, Beats und Texten zu arbeiten. Schon in der Schule habe er seitenweise Aufsätze geschrieben und sich Gedanken gemacht, was zwischen den Zeilen steht, erzählt der gebürtige Harzer aus Osterode. Auch Heinz Erhardt habe ihn immer begeistert. „Ich habe festgestellt: Wenn es sich reimt, ist es noch cooler, und wenn dann noch ein Beat dazukommt, geht’s richtig ab.“

Ideen habe er eigentlich immer – zuhause und unterwegs. Dabei hilft ihm ein Studioprogramm auf dem Mobiltelefon. So sei auch „Souvenir“ entstanden. Sein Kompagnon Martin Bepunkt bearbeitet die musikalischen Skizzen oft weiter. „Ich liefere die Ideen, er macht die Sachen dann richtig fett.“ Der gemeinsame Song „Eine Stunde länger bleiben“ solle noch dieses Jahr erscheinen – und: „Wir haben noch vier bis fünf weitere Stücke in der Pipeline.“

Trommeln und Vorstandsarbeit beim Fanfarencorps

Derzeitig favorisiere er Dancepop, musikalisch sei er aber nicht auf ein bestimmtes Genre festgelegt. „Deshalb trommle ich auch gerne bei Fanfaren Corps Laatzen. Ich lerne da immer noch einiges, und es macht mir Spaß.“ Als Kind hat er seine erste Trommel mit Paketband verklebt. Von seinem Konfirmationsgeld kaufte er sein erstes richtige Schlagzeug. „Danach habe ich permanent gespielt“, so Savier. Bei den „Roten“ vom Corps, die 2019 die goldene Fanfare gewonnen haben, trommelt er in der sogenannten Drum-Line und kümmert sich als Vorstand um die Öffentlichkeitsarbeit.

Seinen ersten richtigen Song hat Phil Savier – dies ist übrigens kein Künstlername –vor vielen Jahren aus Liebeskummer geschrieben: „Ich habe die Idee einem Produzenten in Göttingen geschickt. Der hat dann gesagt: Lass uns daraus was machen.“ Entstanden ist die Akustikballade „Flüstern ist zu laut“, bei der Savier seinen Text sang und Studiomusiker den Song einspielten. „Das waren meine ersten Gehversuche“, sagt der Alt-Laatzener: „Ich würde diese Musik heute zwar so nicht mehr machen, sie hat mir aber einige Türen geöffnet.“

Seinerzeit steckte Savier mitten in der Berufsausbildung zum Altenpfleger. Kurze Zeit später, 2013, lernte er einen Musikvideoproduzenten kennen, der auch bei Pro7 arbeitet. „Wir haben zu ,Flüstern ist zu laut’ ein Video aufgenommen“, berichtet er. Als er nach der Abschlussprüfung sein Handy öffnete, fand ich eine Nachricht mit Link auf die Internetseite von Pro7. „Dort war auf einmal das Video zu sehen – zwischen bekannten Musikern wie Justin Bieber und anderen.“

Schicksalsschläge und „Reset-Knopf“

In der Folgezeit erlebte der Musiker dann zwei große Schicksalsschläge: Innerhalb weniger Jahren starb erst sein Vater, dann seine Mutter. „Ich habe dann den Reset-Knopf gedrückt. Ich wollte einen Neuanfang und tun, was mir wirklich Spaß macht.“ 2016 entschied er sich, ein Studium zum Moderator und Redakteur bei der Akademie „Deutsche Pop“ in Hannover aufzunehmen. „Mein Lebenscredo ist: „Du kannst zehn mal hinfallen. Wichtig ist, dass Du elfmal wieder aufstehst.“

Einen Monat lang lebte er bei seiner Cousine in Rethen, bis er seine Wohnung in Alt-Laatzen fand: „Die Umgebung ist der reinste Naherholungsort.“ Bei der Deutschen Pop lernte er viele Leute kennen, darunter seinen Kommilitonen Martin Bepunkt, der wie Stereoact aus dem Erzgebirge stammt und den Kontakt herstellte. Die Zusammenarbeit mit dem Duo bezeichnet er als „Riesenehre“. Hin und wieder war er inzwischen sogar als Schlagzeuger bei Promotion-Auftritten von Stereoact dabei.

In Laatzen und Hannover („für mich ist alles eins“) fühlt sich der Musiker nach wie vor wohl. Dort entstand auch das Video zum Song ’Überall wo Du bist“, unter anderem am Café Glocksee und im Ihmezentrum. Das Stück hat er vor einem Jahr mit Martin Bepunkt veröffentlicht. „Ich habe mich auch um das Drehbuch gekümmert und die Videoaufnahmen organisiert.“

Musiker arbeitet als Altenpfleger

Neben der Musik arbeitet Savier mittlerweile wieder als Altenpfleger in Grasdorf. „Das ist nach wie vor ein schöner Beruf. Ich glaube sogar, dass die Arbeit meinen Kreativprozess fördert.“ Aus seiner Tätigkeit mit älteren und kranken Menschen seien schon einige Textzeilen entstanden. „Ich habe ja täglich mit Menschen zu tun, bei denen das Leben nicht mehr so lebenswert ist wie es mal war.“

Vom Harz nach Laatzen und durch die Clubs

Phil Savier wurde 1990 in Osterode am Harz geboren, aufgewachsen ist er im wenige Kilometer entfernten Hattorf. Musik begeisterte ihn schon früh: „Als ich ein Kind war habe ich mir meine erste Trommel selbst gebaut und mit Paketband verklebt. Von dem Geld, das ich zur Konfirmation bekommen habe, habe ich mir dann mein erstes richtige Schlagzeug gekauft“, berichtet er. „Danach habe ich permanent gespielt und dadurch Schlagzeugspielen gelernt.“

Schließlich kam er auf die Idee, bei Dorfpartys den DJ mit Trommeln und Percussion zu begleiten, was gut ankam. „Ich war danach oft zusammen mit DJs unterwegs“, so Savier: „Die Leute können dazu gut tanzen.“ Zwar sei es elektronische Musik, diese habe aber viel mit Gefühl zu tun. „Es klingt wie einstudiert, das meiste ist aber improvisiert“, erzählt der 29-Jährige. Über die Jahre habe er den Stil perfektioniert, mittlerweile werde ich sogar darauf angesprochen. An vielen Wochenenden war er schon mit DJs des Radiosenders 89,0 RTL auf Tour – „das wurde sogar live im kompletten Sendegebiet im Radio übertragen.“ dj

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