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Laatzen Rathausbrand: Zwischentüren müssen künftig geschlossen bleiben
Aus der Region Region Hannover Laatzen Rathausbrand: Zwischentüren müssen künftig geschlossen bleiben
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12:09 29.08.2019
Die Stadt reagiert auf Brandstiftung im Rathaus: Waren die meisten zehn Verwaltungsetagen bisher frei zugänglich, sind künftig alle Zwischentüren geschlossen zu halten. Zeitnah sollen dort Funkklingeln für Besucher installiert werden. Quelle: Astrid Köhler
Laatzen-Mitte

Für die Rathausmitarbeiter in Laatzen gibt es derzeit ein großes Thema: die Brände. Dreimal loderten in den vergangenen Wochen Feuer in dem Hochhaus am Marktplatz. Mindestens zwei sollen absichtlich gelegt worden sein. Mitte Juni bei einem Kellerbrand und zuletzt am Montag, als die Teeküche im sechsten Obergeschoss in Flammen aufging, musste zudem das komplette Gebäude evakuiert werden. Ein drittes Feuer am 14. August – ebenfalls auf der sechsten Etage – wurde rechtzeitig gelöscht, ehe die Brandmeldeanlage anschlug. Wegen der außergewöhnlichen Häufung ermittelt bereits die Polizei. Und auch die Stadt hat reagiert und parallel zur Organisation eines Notbetriebes für sieben Teams wegen der andauernden Rathaussperrung ihre Sicherheitsvorkehrungen überarbeitet: Künftig sind sämtliche Zwischentüren auf den zehn Verwaltungsebenen geschlossen zu halten.

Bisher galt diese Maßgabe nur für „sensible Bereiche“ wie den Sozialbereich in der siebten Etage, bestätigte Stadtrat Stefan Zeilinger. Aufgrund der jüngsten Brandserie sollen künftig alle Zwischentüren im Rathaus geschlossen bleiben. Von außen gibt es keine Klinke, und die Tür ist nur mit einem Schlüssel zu öffnen. Außerdem seien die Mitarbeiter gebeten worden, ihnen unbekannte Personen auf den Etagen anzusprechen und gegebenenfalls Hilfe anzubieten.

Keine Panik, aber Sorge und Wachsamkeit

Auf den jüngsten Brand in der Teeküche im größtenteils leerstehenden Nordostflügel der sechsten Etage hätten die Mitarbeiter den Umständen entsprechend unaufgeregt und konstruktiv reagiert, sagte Stadtrat Stefan Zeilinger nach einer Versammlung am Mittwoch. „Ich will aber nicht ausschließen, dass jemand auch Unbehagen spürt.“ Von Panik oder Ähnlichem sei nichts zu spüren gewesen, bestätigten auch Melanie Reimer als Vertreterin des Bürgermeisters und Stadtsprecher Matthias Brinkmann. Gleichwohl sei eine gewisse Sorge und vor allem Wachsamkeit zu merken.

Die kleine Teeküche in der sechsten Etage des Rathauses wurde bei dem Feuer am Dienstag völlig zerstört. Bereits am 14. August waren Umzugskartons am Fahrstuhlbereich in Brand gesteckt worden.

Die veranlassten Maßnahmen dienten dem allgemeinen Sicherheitsgefühl. Bereits in den nächsten Tagen sollen funkgesteuerte Klingeln an den Zwischentüren installiert werden, von denen es in der Regel zwei pro Etage gibt. Normalerweise kämen Besucher ohnehin mit einem Termin ins Rathaus, heißt es. Die über die Fahrstühle und das Treppenhaus erreichbaren Vorflure seien aber künftig auch weiterhin frei zugänglich.

Klarer Fall von Brandstiftung

Noch ist unklar, wer für das Feuer oder auch mehrere Brände verantwortlich ist. Die Verwaltung wolle nicht spekulieren und die Ergebnisse der Polizei abwarten, betonten Zeilinger und Reimer. Gleichwohl sei unbestritten, dass es sich bei den beiden Feuern in der frei zugänglichen sechsten Etagen um Brandstiftung handele – und dass Verwaltungsarbeit ganz allgemein nicht immer konfliktfrei ablaufe, so Zeilinger.

Polizei sucht Brandstifter: In der nach dem Auszug des Teams IT teilweise leer stehenden sechsten Etage des Rathauses haben Unbekannte am Dienstagvormittag einen Brand in der Teeküche gelegt. Erst vor zwei Wochen, am 14. August, brannten auf derselben Etage Umzugskartons, die vor dem Fahrstuhl nahe dem Treppenhaus standen. Quelle: Astrid Köhler

Drohungen gegen Mitarbeiter sind nicht bekannt

Danach gefragt, ob es in jüngster Zeit Drohungen gegen Verwaltungsmitarbeiter gegeben habe, wie schon einmal vor einigen Jahren, sagte Zeilinger: Dies sei abgefragt worden. Von derlei Vorfälle sei zumindest derzeit nichts bekannt.

Im Herbst 2012 hatte ein Mann eine Mitarbeiterin der Jugendhilfe über seinen Sohn ausrichten lassen, er werde die Frau umbringen, sollte ihm der Kontakt mit dem Kind untersagt werden. Als eine der Folgen wurden die Türen zum Sozialbereich dauerhaft geschlossen, und es wurde eine Klingel installiert. Damals war der Sozialbereich noch in der sechsten Etage untergebracht, in jenem Flügel, wo es im August zweimal gebrannt hat. In den letzten Jahren nutze die IT die Büros auf der Nordostseite des Rathauses. Auf derselben Etage sind noch die Druckerei und Poststelle sowie ein Büro des Leitungsstabes untergebracht. Infolge des Brandes bleibt die sechste Etage bis auf Weiteres geschlossen.

Kripo sucht weiter Zeugen

Der Kriminalpolizei war bereits am Dienstag in Laatzen, um den Brandort zu untersuchen und sich in ersten kurzen Gesprächen mit Mitarbeitern einen Überblick zu verschaffen. Sie geht davon aus, dass der Brand mutwillig gelegt wurde und prüft außerdem einen Zusammenhang mit den Bränden im Rathaus am 19. Juni und 14. August. Aktuell habe sich niemand auf den Zeugenaufruf gemeldet, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Die Ermittlungen dauern an.

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Von Astrid Köhler

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