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Laatzen Politik reagiert "entsetzt" auf neue KSG-Pläne
Aus der Region Region Hannover Laatzen Politik reagiert "entsetzt" auf neue KSG-Pläne
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00:16 29.05.2017
Erst Flüchtlingswohnungen, dann bezahlbarer Wohnraum, nun ein Gebäude für ein Wohnprojekt? Der frühere Bolzplatz am Kreuzweg soll bebaut werden. Die KSG hat das Grundstück von der Stadt gekauft, doch die jüngsten Pläne lösen in der Laatzener Politik  und Verwaltung Irritationen aus. Quelle: Astrid Köhler
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"So sehr wir dieses Projekt grundsätzlich schätzen, so sehr müssen wir auch feststellen, dass die KSG das Grundstück nicht zu dem Zweck nutzen will, für den der Rat dem Verkauf zugestimmt hat", schreibt Ratsherr Heinz Scheibe in einer Stellungnahme der Ratsmehrheit von SPD, Grünen, Linken und ihm als Einzelperson. Man sei entsetzt über die neuen Pläne der KSG.

Das Grundstück sei einst mit dem Ziel verkauft worden, dort so schnell wie mögliche eine Flüchtlingsunterkunft zu errichten, die später zu günstigen Mietwohnungen umgebaut werden sollte. Aufgrund der Dringlichkeit sei die Entscheidung getroffen worden, den Anwohnern ein Stück des Freiraums sowie den Kinder und Jugendlichen den Bolzplatz zu nehmen, so Scheibe. "Der Bedarf an weiterem Wohnraum für Menschen, die sonst keine Wohnung finden können, ist in Laatzen nach wie vor sehr hoch", heißt es weiter in der Stellungnahme. Der nun anders geplanten Nutzung könne die Ratsgruppe nicht zustimmen.

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Zusätzlich zu ihrer Stellungnahme hat die Ratsmehrheit einen Antrag bei der Stadt eingereicht. Darin heißt es: Sollte es keine juristischen Möglichkeiten geben, die KSG zur Nutzung des Grundstücks zu dem vom Rat bestimmten Zweck zu verpflichten oder den Kauf rückgängig zu machen, werde die Stadt aufgefordert, jede Möglichkeit zu prüfen und zu nutzen, um die Pläne der KSG für das Grundstück noch einmal zu ändern.

Ratsgruppe spricht von gestörtem Vertrauensverhältnis

Die Verärgerung bei der Mehrheitsgruppe über die KSG sitzt tief. "Die kommunalen Wohnungsbaugenossenschaften sind gegründet und immer betrieben worden, um günstigen Wohnraum zu schaffen. Die KSG hat mit ihrer jetzigen Entscheidung gezeigt, dass sie sich diesen Zielen nicht mehr verpflichtet fühlt", schreibt Scheibe, der auch stellvertretender Sprecher der AG Wirtschaft und Vermögen ist. Die geringen Anteile der Stadt an der Gesellschaft böten keine Steuerungsmöglichkeiten, zudem könne das Vertrauensverhältnis nur als "gestört" bezeichnet werden. Die Verwaltung möge daher den Austritt der Stadt Laatzen aus der KSG vorbereiten.

Bürgermeister Jürgen Köhne wollte sich auf Nachfrage am Freitag noch nicht zu den jüngsten Plänen der KSG äußern. Über eine Sprecherin ließ er ausrichten, er sei von der Ankündigung des Wohnungsbauunternehmens "überrascht". Für Montag hat Köhne eine ausführlichere Stellungnahme angekündigt.

Erst Flüchtlingswohnungen, dann bezahlbarer Wohnraum, nun ein Gebäude für ein Wohnprojekt? Der frühere Bolzplatz am Kreuzweg soll bebaut werden. Die KSG hat das Grundstück von der Stadt gekauft, doch die jüngsten Pläne lösen in der Laatzener Politik  und Verwaltung Irritationen aus. Quelle: Astrid Köhler

Von Astrid Köhler

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