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Laatzen Störche überwintern daheim
Aus der Region Region Hannover Laatzen Störche überwintern daheim
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00:02 04.02.2015
Von Johannes Dorndorf
Ein Bild aus wärmeren Tagen: Zurzeit sind die Grasdorfer Störche nur abends und morgens auf ihrem Horst zu sehen. Quelle: Karl Steinbrink
Grasdorf

Jürgen Körber vom Laatzener Nabu ist nach eigener Schätzung schon vielleicht hundertmal auf die Frage angesprochen worden: „Was machen die denn hier?“ Weil das Grasdorfer Storchenpaar derzeit vermehrt in der Masch gesichtet wurde, vermuten einige eine verfrühte Rückkehr aus Afrika. In Wirklichkeit haben die Tiere in der Region überwintert. Beide Vögel waren in den vergangenen Monaten tagsüber im Raum Harkenbleck auf Nahrungssuche – und kehrten immer erst abends zu ihrem Horst auf dem Grasdorfer Wassergewinnungsgelände zurück. Seit etwa anderthalb Wochen nun suchen sie auch in der Alt-Laatzener und Grasdorfer Masch nach Futter und werden deshalb öfter gesichtet. „Wir wissen nicht, warum der genetische Schalter im September umgelegt worden ist“, sagt Körber. Massiv gelitten haben die Tiere jedenfalls nicht: Beide seien gut im Futter. Auch Reinhard Löhmer, Weißstorchbeauftragter für die ­Region, hat keine Bedenken ­wegen des für die nächsten Tage angesagten Frostes. „Selbst wenn die ­Gewässer gefroren sind und eine Schneedecke liegt, sind sie nicht von heute auf morgen gefährdet“, sagt Löhmer. „Die Tiere kommen auch eine Woche ohne Nahrung aus.“ Dank des milden Winters und der offenen Landschaft sei es bislang leicht gewesen, Futter zu finden. Selbst bei einem Nahrungsengpass bliebe die Wetterflucht: „Dann ziehen die Tiere nur über kurze Distanzen in andere Gegenden“, sagt Körber. Dass Störche überwintern, sei bislang eine Seltenheit. Vor allem, sagt Löhmer, seitdem in Deutschland Mülldeponien besser abgedichtet sind: Bis vor etwa zehn Jahren hätten noch relativ viele Störche Müllkippen als Winterquartier genutzt. Löhmer hat im Bereich zwischen Gronau, Bückeburg und dem Raum Nienburg etwa zehn Meldungen von überwinternden Störchen erhalten. Der Beginn einer Entwicklung? „Das muss man sehen“, sagt der Experte. Dafür spricht, dass auch andere Vögel häufiger in der Region überwintern. Laatzens Forsthüter Siegfried-Karl Guder etwa hat rund drei Dutzend Silberreiher bei Alt-Laatzen beobachtet. „Die hauen sonst alle ab.“ Auch Löhmer sagt: „Die Tiere überwintern in zunehmender Zahl in der Region.“

Das Interview

„Hier scheint sich eine Entwicklung abzuzeichnen“

Die Grasdorfer Störche überwintern erstmals in der Leinemasch. Warum ist das so? Mit Reinhard Löhmer, Weißstorchbeauftragter für die Region Hannover, sprach unser Redakteur Johannes Dorndorf.

Herr Löhmer, wie ungewöhnlich ist es, dass die Grasdorfer Störche in diesem Jahr in der Leinemasch bleiben?

Es kommt häufig vor, dass jüngere Störche nicht ziehen. Aber wenn Tiere so lange Zugerfahrungen haben wie hier, ist das sehr selten. Ich kannte das bislang gar nicht.

Warum sind die Tiere wohl nicht wie sonst nach Süden gezogen?

Wenn es hier wärmer wird, muss der Storch nicht mehr ziehen – er ist von Haus aus Opportunist. Es gibt mehrere Beispiel von Störchen, die nicht ziehen. Ob das eine neue Entwicklung mit Blick auf die Klimaveränderung ist, muss man sehen. Normalerweise brechen die Störche Mitte September nach Süden auf. Woher wissen die Tiere schon zu diesem Zeitpunkt, dass der Winter mild wird? Das wissen die nicht. Aus meiner Sicht haben auch Störche keinerlei Informationen, mit denen sie das Wetter vorhersagen können.

Wenn sie sich aber schon so früh entscheiden, müssten sie doch eine Ahnung haben?

Das kann ich Ihnen nicht beantworten. Normalerweise hat der Storch einen angeborenen Zugtrieb. Und er hat ein großes ­Bedürfnis, sich mit seinen Artgenossen zu vergesellschaften und gemeinschaftlich zu ziehen. Aber Biologie ist nicht statisch. Hier scheint sich eine Entwicklung abzuzeichnen – das sieht man auch an anderen Arten.

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