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Laatzen Über 600 Zuschauer sehen Spukkomödie der Doppeldorfbühne
Aus der Region Region Hannover Laatzen Über 600 Zuschauer sehen Spukkomödie der Doppeldorfbühne
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00:16 18.10.2017
Geister unter sich: Stephanie Zebbedies und Rüdiger Rinkewitz spielen Jolanthe und Ferdinandus von Leutberger-Schnarrenhäuser. Quelle: Andrea Weber
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"Habt Ihr eigentlich kein Zuhause?“ Mit dieser Frage brachte es Konrad Engelke, seit etwa zehn Jahren zuständig für alles, was mit Technik und Effekten zu tun hat, vor der Premiere am Freitagabend auf den Punkt. Schließlich hatten die Theatermacher in den letzten zwei Wochen davor mehr auf der Bühne als in ihren eigenen vier Wänden gelebt. Ein Einsatz, der sich ausgezahlt hat: Das neue Stück kam in den fünf ausverkauften Vorstellungen mit je 125 Zuschauern hervorragend an.

Aufgeführt wurde diesmal "Die spukende Erbschaft" - eine Geisterkomödie mit viel Wortwitz und Situationskomik. Die Handlung: Drei verfeindete Geschwister erben ein Schloss, in dem es spukt. Sie müssen laut testamentarischer Vorgabe zwei Wochen gemeinsam in dem Schloss verbringen, ohne sich zu streiten, bevor sie ihr Erbe antreten dürfen. Es kommt natürlich - wie immer bei der Doppeldorfbühne - zu allerlei Verwicklungen und Überraschungen.

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Die zwölf Schauspieler begeisterten das Publikum im Gemeindehaus von St. Nicolai. Besonders Newcomer Felix Habicht wurde bei der Premiere mit Sonderapplaus bedacht. Denn witzig wurde es unter anderem immer dann, wenn er als Tobias Schnarrenhäuser, der als einziger die beiden im Schloss spukenden Geister sehen und hören kann, ebendies zu verbergen versuchte. Dass er vor der Aufführung aufgeregt war ("Das Schlimmste war das erste Reinkommen und der erste Satz. Dann ging es"), war ihm nicht anzumerken: Texthänger blieben bei ihm aus.

Gut kam auch Rüdiger Rinkewitz an, der als Geist Ferdinandus von Leutberger-Schnarrenhäuser im Duo mit Stephanie Zebbedies alias Jolanthe Leutberger-Schnarrenhäuser über die Bühne spukte - und dabei mit witzigem, textsicheren und natürlichem Spiel überzeugte. Ins Zeug gelegt hatte sich auch Bühnenbauer Thomas Grüner mit einer aufwändigen Schlosskulisse und Drehtüren, die Licht- und Tontechniker Konrad Engelke für einen gruseligen Spezialleffekt zu nutzen wusste: Bevor das Geisterduo auftrat, wurde die Bühne in schummeriges, violettes Licht getaucht - und nach einem markerschütternd lauten Basston öffneten sich die beiden Drehtüren, durch die die Geister schritten.

Die langjährige Souffleuse Barbara Minkwitz nimmt nach diesem Stück ihren Abschied. Einige Texthänger während der Vorstellungen seien als Abschiedsgeschenk an die Stichwortgeberin gedacht gewesen, erklärte Stephanie Zebbedies lachend. Für das nächste Jahr ist die Theatergruppe auf der Suche nach einer neuen Souffleuse (Kontaktaufnahme unter www.ddbühne.de).

Nach frenetischem Schlussapplaus mischten sich die Schauspieler unter ihre hingerissenen Premierenzuschauer und nahmen die persönlichen Glückwünsche entgegen.

Von Andrea Weber

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