Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Langenhagen Beim Landeanflug: Drohnen-Zwischenfall am Flughafen Hannover
Aus der Region Region Hannover Langenhagen Beim Landeanflug: Drohnen-Zwischenfall am Flughafen Hannover
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:30 28.02.2019
Warum der Mann die Drohne in die Nähe des Flugzeugs gelenkt hat, ist unklar. Die Kriminalpolizei ermittelt. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa (Archiv)
Langenhagen

Die Kriminalpolizei Hannover ermittelt gegen einen Mann aus Godshorn wegen des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr. Der 45-Jährige soll nach Auskunft von Mirco Nowak, Sprecher der Polizei Hannover, am Mittwochnachmittag im Wietzepark in Langenhagen eine Drohne in die Nähe eines landenden Flugzeugs gelenkt haben. Bei einer staatsanwaltschaftlich angeordneten Durchsuchung stellten die Ermittler in der Wohnung des Beschuldigten zwei Drohnen und Speichermedien sicher. Warum der 45-Jährige dieses Flugmanöver gemacht hat, ist derzeit unklar.

Grafik: Ein Mann soll im Wietzepark in Langenhagen eine Drohne in die Nähe eines landenden Flugzeugs gelenkt haben. Quelle: HAZ-Grafik/Llorens

Zwei Zeuginnen hatten nach Angaben Nowaks den Mann gegen 17 Uhr dabei beobachtet, wie er die Drohne steuerte, die in etwa drei Metern Höhe schwebte. In der Parkanlage am Reuterdamm war er zusammen mit weiteren Menschen. „Als sich im weiteren Verlauf am Himmel ein Flieger im Landeanflug auf den Airport Hannover-Langenhagen näherte, lenkte der Mann die Drohne nach oben und in Richtung des Flugzeugs“, sagt der Polizeisprecher.

Tui-Flieger aus Teneriffa

Bei der betroffenen Maschine handelte es sich demnach um eine Boeing 737 von Tuifly, die am Mittwochmittag in Teneriffa abgehoben war. Ihr Landeanflug gegen 17.40 Uhr führte die Maschine direkt über den Reuterdamm, nach Informationen der Webseite Flightradar24 befand sich das Flugzeug zu dem Zeitpunkt in einer Höhe von 150 bis 200 Metern. Wie dicht die Drohne der Boeing kam, ist derzeit nicht bekannt.

Nachdem das Flugzeug sicher gelandet war, verließ der 45-Jährige mit seinen Begleitern den Park – noch bevor die von den Zeuginnen alarmierte Polizei eintraf. Doch die Frauen hatten sich das Kennzeichen gemerkt, wodurch die Ermittler den Wohnort ermitteln konnten. Derzeit werten die Beamten die sichergestellten Gegenstände aus. Der Mann machte gegenüber der Polizei keine Angaben. Die Ermittlungen laufen.

Nach Auskunft von Anja Naumann, Sprecherin der Deutschen Flugsicherung (DFS) am Standort Bremen, liegt dem Tower keine Meldung über eine Beeinträchtigung des Flugverkehrs durch eine Drohne am Mittwochnachmittag vor. Die Zeuginnen hätten sich nicht direkt beim Tower gemeldet. Die DFS ist für die Kontrolle des Luftraums sowie die Abwicklung der Starts und Landungen verantwortlich.

Drohnenverbot rund um Flughäfen

Über einem Flughafengelände sind Drohnenflüge verboten. Auch in einem Radius von 1,5 Kilometern um den Flughafenzaun herum dürfen Drohnen nicht aufsteigen, sagt Naumann. Verstöße werden als gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr gewertet und können mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zehn Jahren bestraft werden. Der Park am Reuterdamm liegt jedoch deutlich außerhalb der Flugverbotszone für Drohnen – allerdings liegt er in der sogenannten Kontrollzone des Towers. In diesem Bereich dürfe eine Drohne nur bis zu 50 Meter hoch steigen, sagt die DFS-Sprecherin. Dies sei eine Pauschalfreigabe des Towers. Wenn die Geräte höher fliegen, müsse der Tower nach Auskunft Naumanns zuvor informiert werden und der Drohnen-Pilot eine Flugfreigabe erhalten. Welche Auflagen für einen Drohnenflug am jeweiligen Standort gelten, zeigt eine App der DFS.

Drohnen sind auf dem Radar nicht sichtbar“, sagt Naumann. Die Piloten melden Sichtungen oder Zwischenfälle an die Fluglotsen, die diese dann sofort an die Polizei weitergeben. Ist eine dauerhafte Behinderung des Flugverkehrs durch Drohnen gegeben, dann würden die Starts und Landungen angehalten, so Naumann.

Zahl der Zwischenfälle ist gestiegen

Insgesamt registrierte die DFS in ganz Deutschland im vergangenen Jahr 158 Behinderungen durch Drohnen, davon waren 125 im Großraum eines Flughafens, so Naumann. Spitzenreiter war der Flughafen in Frankfurt. „Dort gab es 31 Meldungen“, sagt die DFS-Sprecherin. Am Flughafen Berlin-Tegel wurden 17 Meldungen registriert, in München gab es 14 Sichtungen oder Behinderungen durch Drohnen. Am Flughafen Hannover wurde 2018 ein Zwischenfall registriert. 2017 gab es lediglich 88 Meldungen. „Die Zahlen sind rasant nach oben gegangen“, sagt Naumann. Besonders in den Sommermonaten – von April bis September – gebe es mehr Meldungen.

Der Vorfall erinnert an die Zwischenfälle am Londoner Großflughafen Gatwick im Dezember. Damals hatten tagelang herumfliegende Drohnen den Flugbetrieb lahmgelegt.

Alle Polizei- und Feuerwehrmeldungen aus Langenhagen finden Sie im Polizeiticker.

Von Julia Polley und Peer Hellerling

Wer bekommt einen Hund aus dem Tierheim? Offenbar weniger Menschen als gedacht. Nach wiederholter Kritik an den Abgabeleitlinien beziehen die Pfleger nun selbst Stellung.

28.02.2019

Der Sonnenuntergang hat in Schulenburg für ein hübsches Panorama gesorgt: Über den Autobahnsee hat sich ein violetter Farbton gelegt, der das Wasser entsprechend angestrahlt hat.

02.03.2019

Vince Ebert tritt im Theatersaal auf. Dabei schaut der Kabarettist in die Zukunft und beschreibt amüsant, wie die Welt in 20 Jahren aussehen könnte.

27.02.2019