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Langenhagen Ernst Müller wird Ehrenbürger der Stadt
Aus der Region Region Hannover Langenhagen Ernst Müller wird Ehrenbürger der Stadt
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00:15 18.01.2019
Ernst Müller wird Ehrenbürger seiner Heimatstadt Langenhagen. Quelle: Irving Villegas
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Langenhagen

Selten gibt es derartiges in Langenhagen: Einen gemeinsam von allen im Rat vertretenen Fraktionen und Gruppen eingereichten Antrag. Doch bei dieser am Montagabend einstimmig beschlossenen Angelegenheit verbot sich eigentlich wie selbstverständlich jedwedes Veto. Es ging schließlich um die Verleihung der Ehrenbürgerrechte an Ernst Müller.

Immerhin sind die Spuren groß, die der Musikdirektor bereits jetzt in der Stadt mit seinen selbst komponierten Stücken und seinem Wirken hinterlassen hat. Zudem ist er, daran ließ SPD-Fraktionschef Marc Köhler keinen Zweifel, der beste Botschafter, den Langenhagen je gehabt hat. Aus diesem Grund sollen die außergewöhnlichen Verdienste gewürdigt werden, die sich Müller als Orchesterleiter, Dirigent, Komponist und somit Werbeträger der Stadt in der gesamten Welt erworben hat. Deshalb stimme er diesem Vorschlag „gerne zu“, betonte Köhler stellvertretend für seine Ratskollegen.

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Einstimmig: Veto verbietet sich bei Verleihung

Müller gründete am 19. August 1958 – gerade einmal selbst erst 19 Jahre alt – das Blasorchester der Stadt Langenhagen. Später folgten weitere Ensembles wie etwa die Langenhagener Symphoniker oder das Hausorchesters seiner Königlichen Hoheit des Prinzen von Hannover und viele weitere mehr.

Und weiter aus Müllers Vita vortragend hob Köhler an: Bei mehr als 50 von ihm organisierten Konzertreisen habe er den Namen Langenhagens in die Welt getragen. Dabei hat er auch in Ländern mit schwierigsten politischen Bedingungen konzertiert, sagte der SPD-Fraktionschef. Doch nicht nur das. Er veranstaltete über Jahrzehnte auch zahllose Konzerte in Langenhagen und anderenorts für den guten Zweck.

Ein Botschafter für die Stadt in der Welt

Nun feiert Ernst Müller am 23. Februar seinen 80. Geburtstag. In dem Monat ist auch die Ehrung geplant. Der in Hannover geborene Niedersachse aus Langenhagen, der mehr als 60 Jahre die unterschiedlichsten Orchester leitete, dabei 41 Tonträger veröffentlichte und Konzertreisen ins Ausland unternahm, ist „eine Langenhagener Institution, ein musikalischer Botschafter und Werbeträger unserer Stadt zugleich. Er hat der Welt die Frage beantwortet, wo eigentlich dieses Langenhagen liegt“, heißt es in dem gemeinsam getragenen Beschlusstext der Parteien und Gruppierungen weiter.

Nun folgt der von Müller selbst gewählte „letzte Akt“. Natürlich für einen wohltätigen Zweck. Sein nach eigenen Angaben wohl letztes Großkonzert am 29. Januar im Theater am Aegi ist zu Gunsten der HAZ-Weihnachtshilfe. Dieses steht unter dem Motto „Ernst Müller – 60 Jahre Musik für das niedersächsische Schützenwesen“. Denn er hat mit seinen verschiedenen Orchestern in dieser Zeit zu den unterschiedlichsten Veranstaltungen für die Hannoverschen und Niedersächsischen Schützen das Publikum musikalisch mehr als nur unterhalten.

Letztes Großkonzert für die HAZ-Weihnachtshilfe

Müller wurde bereits von der Stadt Langenhagen geehrt. So trug er sich im März 1998 in das Goldene Buch ein. Mit der Ernennung zum Ehrenbürger reiht sich der Musikdirektor in eine lange Reihe von Würdenträgern ein, angefangen bei Waltraud Krückeberg, über Lothar Schuldt und Josef Billerbeck, August Wagener bis etwa hin zu Martha Korell.

Von Sven Warnecke