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Langenhagen Kontakt und Vertrauen aller Generationen
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16:25 23.11.2018
Eine von den vielen Aktionen in der Martinskirchengemeinde ist das gemeinsame Laubsammeln. Emma (6, von links), Adelina (5), Matilda (3), Adrian (7), Lovis (3) und Emmas Vater Marc Stein sind am Freitag fleißig am Werk. Quelle: Stephan Hartung
Engelbostel

Der Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen verliert an Mitgliedern – ein Phänomen, dass die Gemeinden im Nordosten Hannovers wahrlich nicht exklusiv haben. Und doch: In Engelbostel und Schulenburg bleibt die Zahl der Gemeindemitglieder mit 2156 Mitgliedern konstant. Die Gründe? Darüber rätselt der Kirchenkreis selbst ein wenig. Zunächst einmal: In Engelbostel und Schulenburg könne die Gemeinde die Kirche sprichwörtlich im Dorf lassen. So jedenfalls beschreibt es Superintendent Holger Grünjes. Der Blick auf die Landkarte macht dieses Bild ein wenig klarer: Die nächsten Dörfer sind weit weg. Und die bunte, laute Kernstadt Langenhagens sowieso. Das schweißt zusammen.

Rainer Müller-Jödicke, Stefan Weisser, Jens Wening und Holger Grünjes freuen sich über die konstanten Mitgliederzahlen der Martinskirchengemeinde. Quelle: Leonie Oldhafer

Auch in harten Zahlen lässt sich dies ablesen, ergänzt Grünjes: Bei Spenden für die Diakonie, die Kirchturmglocken oder das Kindergartengelände ziehen die Einwohner gemeinschaftlich mit ihrer Kirche am gleichen Strang. „Das sind gute Bedingungen um kirchlich zu arbeiten“, sagt auch Pastor Rainer Müller-Jödicke. Für Grünjes ist das Beispiel der Martinsgemeinde ganz ausdrücklich nur eines von vielen, „in denen sich eine Gemeinde innerhalb ihrer Prägung einen Weg und eine Kultur entwickelt hat“. Nicht alle Ideen für ein Dorf ließen sich in eine Gemeinde städtischer Prägung übertragen. „Letztlich gelingt das alles nur, wenn sich ein gutes Team zusammenfindet.“

Das enge Vertrauen in die Kirche kommt für den Pastoren nicht von ungefähr: Schon die ganz Kleinen werden von der Martins-Gemeinde in Krabbelgruppen und Kindergärten betreut. In der Grundschule gibt es eine Arbeitsgemeinschaft, bei der spielerisch biblische Geschichten kennengelernt werden. Ab der dritten Klasse folgt der Religionsunterricht mit Pastor Rainer Müller-Jödicke. Kindern der Klasse vier bietet die Kirche neben dem ersten Jahr des Konfirmationsunterrichts ein Zusammentreffen mit ihren Eltern und Müller-Jödicke an. Bei verschiedenen Treffen bereiten sich mal der Pastor und mal die Eltern auf bestimmte biblische Themen vor und bringen sie den Kindern abwechslungsreich bei. So weit die theoretische Struktur, die in Teilen sicherlich auch andernorts gepflegt wird.

Doch rund um die Kirchstraße in Engelbostel geht es für Jugendliche auch nach dem zweiten Jahr des Konfirmandenunterrichts weiter: Sie können sich im Lückenjahr bis zum Mindestalter für die Juleica zu sogenannten Trainees ausbilden lassen, die sich wiederum um Kinder und Jugendliche der fünften, sechsten und siebten Klassen kümmern und gemeinsam Projekte ins Leben rufen. Offenkundig eine in Engelbostel besonders fruchtbare Aktion. „Das Stärkste, was ich hier in der Gemeinde erlebt habe, ist die Jugendarbeit“, erzählt Jens Wening. Der Pfarrvikar absolviert seine Ausbildungszeit in der Martins-Gemeinde. „Hier läuft schon ganz viel voraus.“ In der Kirchengemeinde habe er eine Kultur der Wertschätzung erlebt, die ohne Ausgrenzungen zum Mitgestalten einlade. Ein Effekt, den auch die Diakone der Gemeinde buchstäblich am eigenen Leib erleben durften. Wer auch immer in den vergangenen Jahren kam und wieder ging, wurde von den Jugendlichen wärmstens empfangen – und äußerst berührend auch wieder verabschiedet.

Müller-Jödicke spricht auch anhand solcher Beispiele von „Freundschaften“ und „vertraulichen Kontakten“ zwischen den Menschen der Gemeinde. Auch weil sich dies durch ganz „verschiedene Lebensabschnitte“ ziehe. Nicht nur Kinder und Jugendliche treten nach seinen Worten neu in die Kirchengemeinschaft ein, sondern auch Erwachsene. Mindestens eine Erwachsenentaufe verzeichnet die Gemeinde pro Jahr. In Glaubenskursen beschäftigen sich die herangewachsenen Täuflinge mit anderen Gemeindemitgliedern mit unterschiedlichen Themen und werden so auf ihren Eintritt in die Kirchengemeinde vorbereitet.

„Ich habe das so erlebt, dass hier die Fäden zusammenlaufen“, sagt Jens Wening und spricht dabei von dem generationsübergreifenden Konzept der Martinskirchengemeinde. So brauche sich die Kirchengemeinde nicht vor der Zukunft zu fürchten.

Verrückte Aktionen stärken die Gemeinschaft

Mit Witz und Spaß hat die die Martinskirchengemeinde einige Projekte ins Leben gerufen und damit den Gemeinschaftssinn der Gemeinde gestärkt: Mit einem Kuhfladen-Lotto im Mai 2016 veranstaltete sie nicht nur ein großes Spektakel, sondern landete damit sogar auf der Internetseite der Landeskirche. Die Einnahmen dienten unter anderem zur Finanzierung der Stelle des Diakons.

Bei einer professionellenCD-Produktion im Juni 2018 – nahmen Kinder, unterstützt unter anderem vom Musikerehepaar Hamburg aus Engelbostel, rockige Lieder auf. Auch Pastor Rainer Müller-Jödicke sang mit. Das Ehepaar war von dem Engagement der Kinder und der Gemeinde so beeindruckt, dass es beschloss, 18 Jahre nach der standesamtlichen Trauung nun die kirchliche in der Martinsgemeinde nachzuholen.

Ein wichtiger Schritt für die geplante Umgestaltung des Spielplatzes der kirchlichen Kita war eine Fundraising-Aktion mit Gummistiefel-Spardosen: Insgesamt 54 000 Euro sammelten die Organisatoren. Sie wurden dafür im Juli dieses Jahres mit einem Fundraising-Preis der Landeskirche ausgezeichnet.

Hoher Besuch kündigte sich für die Einschulung von 55 Kindern in diesem August an. Der Landesbischof Ralf Meister kam und segnete die Schüler zusammen mit Müller-Jödicke anlässlich ihres Starts ins Schulleben.

Für heute lädt Pastor Müller-Jödicke zum Laubharken ein. Gastgeber sind der Kirchenvorstand und der Kindergarten. Start ist um 9  Uhr auf dem Kirchengelände. Mittags gibt es für alle Helfer im Gemeindehaus Eintopf.

Von Leonie Oldhafer

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