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Langenhagen Mann erschießt Mechaniker in Autowerkstatt
Aus der Region Region Hannover Langenhagen Mann erschießt Mechaniker in Autowerkstatt
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10:24 16.01.2015
Das SEK der Polizei nahm den Tatverdächtigen wenig später fest. Quelle: Christian Elsner
Langenhagen

Ein Streit zwischen zwei Männern in einer Autowerkstatt im Langenhagener Gewerbegebiet an der Hans-Böckler-Straße ist am Donnerstagnachmittag blutig zu Ende gegangen. Im Verlauf der Auseinandersetzung zog ein 43-jähriger Mann eine Schusswaffe, richtete sie gegen seinen drei Jahre jüngeren Kontrahenten und drückte ab. Der 40-Jährige brach in der Werkstatt blutüberströmt zusammen und war sofort tot. Die Polizei nahm den Schützen etwa eine Stunde später in einem nahe gelegenen Supermarkt fest. Dabei stellten sie auch die mutmaßliche Tatwaffe sicher. Das Tatmotiv ist bisher genau so unklar wie der genaue Tathergang. Dazu soll der Tatverdächtige am Freitag vernommen werden.

Die Ermittler halten sich bislang sehr bedeckt und geben zu dem Vorfall nur die nötigsten Informationen preis. So wollen sie nicht offenlegen, in welch einer Beziehung Täter und Opfer zu der Werkstatt stehen. Auch zu dem Auslöser des Streits äußern sie sich bislang nicht. Die beiden Männer waren gegen
15.15 Uhr im Aufenthaltsraum der Firma First Class Automobile aufeinander getroffen.

Nach HAZ-Informationen handelt es sich bei dem 43-Jährigen, offenbar betrunkenen Mann um einen Kunden und bei dem 40-Jährigen um einen Mitarbeiter des Unternehmens. Ein 33-jähriger Zeuge beobachtete den Vorfall aus unmittelbarer Nähe. „Die beiden haben heftig gestritten, der Täter hat immer wieder ,Geld, Geld’ gerufen“, sagt er. Dann sei der Streit eskaliert. Weitere Zeugen, die auf die Auseinandersetzung aufmerksam geworden waren, versuchten, die beiden Kontrahenten zu trennen. Dabei soll der 43-Jährige die Waffe gezogen und dem 40-Jährigen in den Kopf geschossen haben. Anschließend stieg er im Hof der Werkstatt in einen Wagen und flüchtete in Richtung der Filiale der Supermarktkette Famila am Ende der Hans-Böckler-Straße.

SEK im Einsatz

Die Polizei leitete eine Großfahndung nach dem Bewaffneten ein. Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) rückte nach Langenhagen aus, der Polizeihubschrauber überflog mehrfach das Gelände. Das Gewerbegebiet wurde großräumig abgesperrt, Polizisten positionierten sich an allen Straßenecken. Der 43-Jährige hatte offenbar unterdessen die Famila-Filiale durch den Mitarbeitereingang betreten. Unklar ist, ob er sich in dem Geschäft verstecken wollte oder plante, seine Flucht durch einen anderen Ausgang fortzusetzen. Die Polizei umstellte den Supermarkt und riegelte auch den Parkplatz ab. Inzwischen hatte sich der 43-Jährige innerhalb des Gebäudes in den an den Supermarkt angrenzenden Getränkemarkt geflüchtet. Als er gegen 16 Uhr versuchte, aus dem Getränkemarkt zu flüchten, nahm die Polizei ihn fest. Beamte brachten den Mann noch im Eingangsbereich zu Boden, stellten die Waffe sicher und durchsuchten ihn.

Spurensicherung bis in den Abend

Die Kriminalpolizei sicherte noch bis spät in den Abend hinein Spuren am Tatort. Außerdem befragten die Ermittler zahlreiche Zeugen, darunter Angestellte, den Chef der Autowerkstatt und einige Kunden, um sich ein genaues Bild vom Ablauf des tödlichen Nachmittags zu machen. In den kommenden Tagen wird routinemäßig auch die sichergestellte Waffe von Spezialisten untersucht. Dabei geht es auch um die Frage, ob sie bereits bei anderen Straftaten zum Einsatz gekommen ist.     

Tobias Morchner und Stephan Hartung

Der Allkauf-Fall

Die Festnahme des mutmaßlichen Todesschützen in der Hans-Böckler-Straße ruft bei einigen Langenhagenern Erinnerungen wach. Im Jahr 1985 hatte es dort einen spektakulären Überfall auf den damaligen Allkauf-Markt gegeben, bei dem ein Geldbote und ein Polizist getötet wurden. Der mutmaßliche Täter wurde 1987 in Spanien festgenommen. Drei Jahre später wurde der damals 44-Jährige wegen der tödlichen Schüsse in Langenhagen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. In dem Prozess vor der hannoverschen Schwurgerichtskammer räumte er die Taten ein. Seine Haftstrafe verbüßte er in Spanien. Dort war er zuvor wegen Drogenschmuggels zu neun Jahren Haft verurteilt worden.

tm

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