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Langenhagen Zwei Schulen arbeiten präventiv gegen Gewalt
Aus der Region Region Hannover Langenhagen Zwei Schulen arbeiten präventiv gegen Gewalt
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00:18 03.06.2019
Die Kinder demonstrieren Techniken der Selbstverteidigung. Quelle: Stephan Hartung
Langenhagen

Sie haben ihren Spaß. Die Schüler der Hermann-Löns-Schule (HLS) flitzen durch die Sporthalle, springen mit Anlauf auf die auf dem Boden liegenden Matten und rutschen darauf durch die Halle. Wer als Team gut zusammenarbeitet, gewinnt dieses Aufwärmspiel. Ein bisschen Austoben muss sein, bevor das Gewaltpräventionsprojekt demonstriert wird. „Es ist wichtig, dass die Kinder mit solchen Aktionen Stress abbauen, bevor es losgeht“, sagt Heinz Göris, der das Projekt an der Schule mit 30 Schülern des Jahrgangs drei und vier in der Arbeitsgemeinschaft Selbstverteidigung leitet. Anschließend stellen sich die Schüler in mehreren Reihen auf, zeigen Schläge und Tritte zur Selbstverteidigung als Trockenübung. Und zum Schluss, wie sich das gehört: „abgrüßen und verbeugen“.

Der Präventionsrat der Stadt Langenhagen finanziert das an der HLS und der IGS Süd angebotene schulübergreifende Gewaltpräventionsprojekt. Beteiligt sind die Polizei Langenhagen, das Haus der Jugend, die realistische Selbstverteidigung von Ricardo Savia und insbesondere die Kampfkunstschmiede Langenhagen, von dort kommt Göris. Savia wiederum leitet die Einheiten in der entsprechenden Arbeitsgemeinschaft an der IGS Süd, an der im Vorjahr bereits zum Thema Prävention das Gewaltopfer Christoph Rickels referiert hatte, im achten Jahrgang.

Petra Adolf und Heinz Göris beobachten die Kinder. Quelle: Stephan Hartung

Ziel des Programms ist es, den Schülern soziale Kompetenzen zu vermitteln. Aggressionen sollen abgebaut, Grenzen aufgezeigt und Gruppenharmonie sowie ein anderes Rollenverständnis vermittelt werden – frei nach dem Motto: „Schlau redet, Dumm schlägt.“

Nachhaltiges Nutzen steht im Vordergrund

„Ich bin ein Freund von Kampfkunst in jeder Form. Denn es geht nicht darum, wer der Stärkere ist, sondern darum, mit Disziplin einen Konflikt zu überstehen“, sagt Mascha Brandt, Leiterin der IGS Süd. Ihre Kollegin von der HLS, Petra Adolf, ist von dem Projekt ebenfalls begeistert: „Das Thema Sozialverhalten ist ganz wichtig, es hat nachhaltigen Nutzen. Wir möchten ab dem neuen Schuljahr sogar in allen Jahrgängen eine Stunde pro Woche damit belegen.“

Vor drei Monaten begann das neue Projekt. Es ist angelegt auf mehrere Termine pro Woche, insgesamt erstreckt es sich auf 40 Wochen und endet damit im Spätherbst. „Bereits jetzt sind Erfolge zu sehen. Es ist mein Wunsch, dass das Projekt auf alle Schulen ausgedehnt wird“, sagt der Kontaktbeamte Dirk Schell. Für die von ihm erwähnten Erfolge hat Savia sogar ein konkretes Beispiel parat, wie der Abbau von Aggressionen in der Praxis aussehen kann. „Ein Schüler hat zu mir gesagt, dass er schwöre, nie wieder ein Messer mit in die Schule zu nehmen.“

So läuft es in der Praxis

In der Hermann-Löns-Schule (HLS) steht mittwochs von 13.30 bis 15 Uhr die von Heinz Göris geleitete Arbeitsgemeinschaft Selbstverteidigung mit Schülern der Jahrgänge drei und vier auf dem Programm, in der IGS Süd ist Ricardo Savia am gleichen Tag ab 15 Uhr mit Achtklässlern im Einsatz. Freitags von 14.15 bis 15.45 Uhr gibt es ein gemeinsames Training mit Schülern beider Schulen in der Kampfkunstschmiede von Göris in Krähenwinkel. Diese Gemeinsamkeit ist Kern des Projekts, das eine Nachhaltigkeit hat und nicht nach der Grundschulzeit beendet ist. Schüler aus der HLS, die ab der fünften Klasse die IGS Süd besuchen, erhalten in dieser Jahrgangsstufe Training vom Schulsozialarbeiter sowie Besuch von der Polizei, die den Kindern eine Einweisung in die Tatbestände des Strafgesetzbuchs geben. Ab Jahrgang acht übernimmt dann Savia.

Von Stephan Hartung

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