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Langenhagen Kinder bestatten Insekten
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00:15 24.05.2017
Zusammen mit Pastorin Bettina Praßler-Kröncke bereiten die Kinder das Insektengrab vor. Quelle: Hartung
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Langenhagen

"Die Kinder werden oft mit dem Tod konfrontiert", sagt Bettina Praßler-Kröncke. Damit meint die Pastorin nicht nur Bilder in Zeitschriften oder im Fernsehen, "sondern auch wenn ein Familienmitglied, ein geliebtes Haustier oder der Nachbar nebenan stirbt". Nach Erfahrung der Pastorin werden die Kinder dann bei Beerdigungen oft zu Hause gelassen, weil sie noch zu klein seien. "Man muss mit den Kindern aber viel öfter darüber sprechen und sie teilhaben lassen", meint Praßler-Kröncke.

Und gesprochen wurde viel mit den ingesamt 23 Teilnehmern  - zunächst in Kleingruppen in der Kirche, wo die Pastorin den Kindern auch eine Urne und damit eine andere Form von Bestattungen zeigte. Danach setzte sich die Kinderkirche auf dem Friedhof an der Karl-Kellner-Straße fort.

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Die Kinder sollten vorab ein totes Insekt in einer Steichholzschachtel einsammeln. Ehe sie die Fliege oder Wespe bestatten konnten, richteten sie zunächst gemeinsam mit der Pastorin und den anwesenden Eltern das Grab her. Und natürlich sollte die Beerdigung der Insekten auch praxisnah erscheinen. "Ich sage jetzt die Worte, die ich auch bei einer normalen Beerdigung erwähnen würde", erklärte Praßler-Kröncke den Kindern und sprach: "Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub." Die Kinder, vorher noch ganz aufgeregt und beim Gestalten des Grabs mit Eifer und entsprechendem Geräuschpegel bei der Sache, hielten inne und legten fast eine Schweigeminute ein. Die Fliege, betonte die Pastorin, sei jetzt wieder bei Gott - und betete mit den Kindern das Vater Unser.

Von Stephan Hartung

Rebekka Neander 24.05.2017
Rebekka Neander 24.05.2017
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