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Langenhagen Firmen müssen sich um Nachwuchs durchaus bemühen
Aus der Region Region Hannover Langenhagen Firmen müssen sich um Nachwuchs durchaus bemühen
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00:17 16.06.2019
Die beiden Auszubildenden Jan-Alexander Schmidt und Charleen Trilling berichten Dina de Haas (rechts) von Proregio von der „Azubi-Filiale“. Quelle: Sven Warnecke
Langenhagen

Über Fachkräftemangel klagt vermutlich jedes deutsche Unternehmen. Und es ist gar nicht so einfach, qualifizierte Mitarbeiter zu finden – und vor allem, sie im Betrieb möglichst langfristig zu halten. Doch wie das durchaus funktionieren kann, ist nun beim 13. Ausbilderfrühstück im Langenhagener Rathaus deutlich geworden. Denn die Problematik ist nicht neu: Organisiert hat das erneut die Langenhagener Wirtschaftsförderung und des Ausbildungsverbunds Proregio. In zwei Referaten informierten dabei nun Vertreter des Logistikers Dachser und der Hannoverschen Volksbank über das Thema Mitarbeiterbindung und Bewerbersuche.

Im Dachser SE Logistikzentrum in Godshorn werden nach Angaben von Kathrin Warnecke, zuständig für Personal und Ausbildung, jedes Jahr 30 junge Leute im kaufmännischen Bereich, als Fachkraft für Lagerlogistik und Berufskraftfahrer ausgebildet. Allerdings sei speziell in den beiden letztgenannten Ausbildungsberufen die Abbrecherquote bei etwa 40 Prozent sehr hoch, berichtet Warnecke. Nahezu alle jungen Menschen, die aber die Lehre erfolgreich beendeten, würden von Dachser übernommen. Sie spricht von einer Übernahmequote von etwa 80 Prozent. Doch damit die Auszubildenden bei der Stange blieben, würde das Unternehmen bis zum Beginn der Lehrte mit den jungen Leuten in regelmäßigem Kontakt bleiben – ihnen etwa auch Geburtstagsgrüße schicken. Nach der Phase der Orientierung zum Ausbildungsstart werden die neuen Kollegen dann als vollwertige Mitarbeiter behandelt und eingesetzt, berichtet Warnecke. „Kaffeekochen und Kopieren gehört nicht dazu.“ Auszubildende seien schließlich keine Hilfskräfte.

Viele Azubis brechen Lehre vorzeitig ab

Um Mitarbeiter bei Dachser zu halten, werden etwa Aspekte wie Kommunikation, Mitgestaltung und Entwicklungsmöglichkeiten bei dem Unternehmen groß geschrieben. „Die Kommunikation ist bei uns das A und O“, betont Warnecke. Dazu gehöre auch eine regelmäßige Mitarbeiterbefragung. „Doch wir sind auch nicht bei ,Wünsch Dir was‘“, unterstreicht sie.

Von extrem hohen Abbrecherquoten berichtet auch Dina de Haas von Proregio. Ihren Angaben zufolge haben im Jahr 2017 deutschlandweit 145.998 Lehrlinge die Ausbildung wieder abgebrochen. 50 Prozent davon haben diese aber später in einer anderen Branche fortgesetzt. Besonders hoch sei die Quote der Abbrecher etwa in der Gastronomie, bei Frisören oder etwa Gerüstbauern, berichtete de Haas. Anderes sehe es in Verwaltungen aus. Dort würden nur etwa vier Prozent vor Ausbildungsende aufhören. Häufige Gründe sind Konflikte zwischen Lehrlingen und Ausbildern, aber auch ungünstige Arbeitsbedingungen und falsche Vorstellungen von dem Beruf. Die Betriebe ihrerseits führen mangelnde Leistung und Motivation als Trennungsgrund an, weiß de Haas.

Nachwuchs übernimmt 14 Tage eigenverantwortlich Geldinstitut

Auch die Hannoversche Volksbank kümmere sich um den Nachwuchs, versorge sie reichlich mit Informationen, berichten die Auszubildenden Charleen Trilling und Jan-Alexander Schmidt während des Ausbilderfrühstücks. Mehr noch: „Zu Beginn haben wir Azubis in der Einführungswoche Basics gelernt – auch das richtige Binden einer Krawatte“, erzählt Schmidt. Zudem fungieren die Nachwuchskräfte auf Messen und Ausbildungsbörsen als Berater. So befasst man sich mit dem Unternehmen automatisch, meint Trilling. „Das wollen alle machen.“

In diesem Jahr steht den jungen Leuten der Volksbank in Langenhagen aber etwas besonderes bevor: Unter dem Motto „The next Generation – Berater der Zukunft“ übernehmen 14 Auszubildende des dritten Lehrjahrs vom 17. bis 28. Juni die Verantwortung über das Kompetenz-Center an der Walsroder Straße. Dabei werden sie eigenverantwortlich die Kunden in eine neue Art des Bankings einführen.

Von Sven Warnecke

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