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Langenhagen Grüne kritisieren Stadt für Idee zum Wasserspender
Aus der Region Region Hannover Langenhagen Grüne kritisieren Stadt für Idee zum Wasserspender
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00:23 17.06.2019
Der einzige derzeit öffentliche Trinkwasserspender in Langenhagen steht vor dem Kino an der Walsroder Straße und wird von Enercity betrieben. Quelle: Rebekka Neander
Langenhagen

In Zeiten weltweit auflebender Diskussionen um Plastikmüll und Klimakrise muss Grünen-Fraktionschef Dirk Musfeldt für einen Moment um Fassung ringen. Anlass ist eine Drucksache der Verwaltung als Lösungsvorschlag für die von der Gruppe Grüne/Unabhängige eingebrachte Idee, in Langenhagen öffentliche Trinkwasserspender aufzustellen: Nicht nur zeigt die Liste der möglichen Standorte weitgehend Stellen, die – wie Verwaltungsnebenstellen – nicht dauerhaft zugänglich sind. Musfeldts klares Unverständnis gilt im Entwurf den sogenannten Miet-Gallonen mit Wasser, aus denen nur mithilfe von Einwegbechern getrunken werden kann. „Die Müllberge im Rathaus machen es doch vor!“, hält Musfeldt in der Sitzung des Umweltausschusses der Verwaltung vor. „Das ist eine völlige Verschwendung!“

Grünen-Chef weist Stadt-Idee vehement zurück

Nun liegt der Antrag erneut im Rathaus zur Prüfung. Bei nur einer Enthaltung durch den AfD-Ratsherrn Herbert Klever unterstützte der Ausschuss geschlossen Musfeldts Abwehr. Wolfgang Langrehr (SPD) hatte zwar noch einen Vermittlungsversuch gestartet: Die Anmerkungen der Verwaltung seien doch nachvollziehbar. Und wer etwas trinken wolle, könne doch selbst einen Becher mitbringen. Folgen wollte diesen Gedanken letztlich jedoch niemand. „In Italien bekommen die das doch auch hin“, hielt ihm sein CDU-Kollege Dietmar Grundey entgegen.

Die Gruppe Grüne/Unabhängige hatten die Idee aus der Schul-Aktion „Pimp your Town“ mitgenommen, in der Jugendliche an Stelle der Kommunalpolitiker ihre Heimatstadt politisch neu gestalten sollten. In Zeiten extremerer Temperaturen seien öffentliche Trinkwasserbrunnen, wie sie in Hamburg oder Frankfurt/Main sowie an vielen anderen europäischen Städten zu nutzen seien, auch eine gute Ergänzung für Langenhagen. Meist sind diese Zapfstellen in Kooperation mit den örtlichen Versorgungsunternehmen sowie als Edelstahlsäulen gestaltet. Enercity betreibt, wie die Verwaltung auflistet, vier solcher Zapfstellen. Eine davon steht in Langenhagen vor dem Kino an der Walsroder Straße. Aber: Grund für diese vergleichsweise geringe Zahl sei der „hohe Betriebsaufwand mit Kontroll- und Funktionsprüfungen und das fehlende Eigeninteresse der Kommunen“.

Enercity stellt Bedingungen für Betrieb der Wassersäulen

Enercity hat auf Anfrage der Stadtverwaltung einen Bedingungskatalog formuliert: So müsse die Trinkwasserqualität uneingeschränkt sichergestellt sein, ein ständiger Vor- und Nachlauf sowie Sicherheit vor Frost und Vandalismus. Enercity übernehme keinerlei Nutzungs- und Haftungsrisiken. Das Unternehmen schlägt vor, an öffentlich zugänglichen Stellen sogenannte „Refill“-Stellen zu schaffen.

Die Stadtverwaltung schlägt aufgrund des entsprechend „zu hohen Aufwands“ für einen unbedenklichen Betrieb das Aufstellen von Miet-Gallonen vor an Stellen, die nicht öffentlich zugänglich sind. Dazu zählt die Verwaltung unter anderem das Rathaus, die Verwaltungsnebenstellen, die kommunalen Friedhofskapellen oder auch die Volkshochschule oder das Schwimmbad Wasserwelt.

Diese Vorschläge, so Musfeldt, gingen an der Intention des politischen Antrages komplett vorbei. Die Verwaltung soll nun noch einmal prüfen, wie andere Kommunen alle Bedingungen für den Betrieb öffentlicher Trinkwasserspender verwirklichen könnten und was dies für Langenhagen bedeutete.

Von Rebekka Neander

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