Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Langenhagen Langenhagen bekommt 63 neue Sozialwohnungen ohne Heizkosten
Aus der Region Region Hannover Langenhagen Langenhagen bekommt 63 neue Sozialwohnungen ohne Heizkosten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 08.06.2019
In Empelde hat die Firma Immo Control bereits 82 Wohnungen in Modulbauweise errichtet. Sie erhielt dafür die „Grüne Hausnummer“ der Klimaschutzagentur. Quelle: Immo Control
Langenhagen

Erdwärmepumpe, Wandheizung, automatische Be- und Entlüftung, Fotovoltaikanlage – mehr kann man aus ökologischer Sicht kaum verlangen. Dabei geht es nicht um Luxuswohnungen: Dieser Standard gilt für fünf Gebäude mit insgesamt 63 Sozialwohnungen, die die stadteigene Entwicklungsgesellschaft Langenhagen in den kommenden zwei Jahren bauen lässt. Der Vertrag mit der Baufirma Immo Control aus Auetal ist seit Mai unterzeichnet, Baustart soll im Juli in Engelbostel sein.

Der Clou dabei: Die Mieter müssen dank der innovativen Energiequellen keine Heizkosten zahlen, wie Henrike Vogt sagt, Vertriebsleiterin bei Immo Control. Im Unterschied zu sogenannten Passivhäusern könnten die Bewohner die Fenster auch nach eigenen Wünschen öffnen. Einzig die Strom- und Wasserkosten kämen als Nebenkosten zusammen. „Der Strom, den wir über die Fotovoltaikanlagen produzieren, benötigen wir vor allem für den Betrieb der Erdwärmepumpe“, sagte Vogt. Überschüssiger Strom werde ins Netz eingespeist.

Modulbauweise senkt die Kosten

Möglich wird das in Langenhagen bislang einmalige Angebot durch eine sogenannte Modulbauweise der Firma. Dabei werden einzelne Gebäudeteile vorgefertigt und vor Ort nur noch zusammengesetzt. „Wir lassen die Wände mit allen entsprechenden Leitungen vorproduzieren und sparen damit zeit- und kostenaufwendige Abstimmungen“, sagt Vertriebsleiterin Vogt. Diese Konfektionierung zeigt zwar einige Varianten, um die fünf Gebäude jeweils unterschiedlich gestalten zu können. Dennoch können Kommunen diesen Auftrag vergeben, wenn das Bauunternehmen als sogenannter Totalunternehmer auftritt und damit von der ersten Planung bis zur Schlüsselübergabe verantwortlich zeichnet, wie Lars Hecht ergänzt, Prokurist der Entwicklungsgesellschaft Langenhagen.

Baustart ist an der Stöckener Straße in Engelbostel

An vier Standorten lässt die Entwicklungsgesellschaft im Auftrag des Langenhagener Rates Gebäude für sozialen Wohnungsbau errichten. Sie hatte das Projekt europaweit ausgeschrieben und sich letztlich für das Familienunternehmen aus dem Schaumburger Land entschieden. Los geht es an der Stöckener Straße in Engelbostel, wo mit zwei Gebäuden die meisten Wohnungen entstehen. An den drei weiteren Standorten wird im kommenden Jahr gebaut: Im Januar, je nach Wetterlage, sollen die Handwerker am Elbeweg in Langenhagen anrücken. Im Mai 2020 folgt das Gebäude am Bauernpfad in Krähenwinkel sowie zuletzt voraussichtlich im September das Haus an der Straße Alt-Engelbostel.

Stadt weist Mieter zu

„Wir gehen jeweils von neun Monaten Bauzeit aus“, sagt Jan-Frederik Tadge, Geschäftsführer bei Immo Control. „Die Wohnungsgrößen sind mit den Fachabteilungen der Stadt so abgestimmt, dass sie den Anforderungen für Sozialwohnungen entsprechen“, fügt Prokurist Hecht hinzu. Die Verteilung der Ein- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen entspreche im Grundsatz der Nachfrage Betroffener bei der Stadt. Wer die Wohnungen später verwalten werde und damit als offizieller Vermieter auftrete, sei noch unklar, sagt Jens Monsen, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft. Zugewiesen werden die Mieter ausschließlich über die Stadt Langenhagen.

Immo Control hat in der Region Hannover bereits 82 Wohnungen in Empelde gebaut und wurde dafür von der Klimaschutz-Agentur der Region mit der „Grünen Hausnummer“ für ökologisch herausragende Bauprojekte ausgezeichnet.

Lesen Sie auch

Land baut 40.000 neue Sozialwohnungen

Landesregierung will Bauen leichter machen

Kommentar: Wir brauchen mehr bezahlbare Wohnungen

Schuldnerberater fordern mehr bezahlbaren Wohnraum

Wohnungsbau kommt nicht schnell genug in Fahrt

Berlin will mit radikalem Gesetz Vermietern an den Kragen

Mieten in Deutschland steigen deutlich schneller als Löhne

Von Rebekka Neander

Wann wird ein Objekt zur Waffe? Wann zur Provokation? Die aktuelle Ausstellung des Kunstvereins Langenhagen lädt ein zu provokanten Diskussionen, auch für diesen Donnerstag.

05.06.2019

Im Kampf gegen Fluglärm schlägt die Stadt neue Töne an: Das Land soll sich in Berlin für eine Änderung des Fluglärmgesetzes stark machen. Donnerstag debattiert der Stadtplanungs- und Umweltausschuss über den neuen Beschlussvorschlag.

08.06.2019

Der Blitzeinschlag in den Dachstuhl eines Hauses in Langenhagen hat einen Schaden in Höhe von etwa 80.000 Euro verursacht. Verletzte hat es nicht gegeben. Unterdessen wird Kritik der Feuerwehr an den vielen Baustellen in der Stadt laut.

07.06.2019