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Langenhagen Neues Jugendzentrum eröffnet in den Herbstferien
Aus der Region Region Hannover Langenhagen Neues Jugendzentrum eröffnet in den Herbstferien
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17:00 29.08.2019
Der Innenhof wird künftig von allen Hausteilen aus begehbar sein. Es entstehen dort noch eine kleine Bühne und ein Soccer-/Basketball-Feld. Quelle: Rebekka Neander
Langenhagen

Die Möbel? Bestellt und zum Teil schon da. Das Personal? Die letzten Einstellungsgespräche laufen kommende Woche. Die Verträge? Die letzten Unterschriften trocknen gerade. Kurz: Das künftig von der Johanniterunfallhilfe (JUH) geführte neue Jugendzentrum in Langenhagens Stadtkern steht kurz vor dem Start. „Mitte September wird die Stadt den Neubau an uns übergeben“, sagt Langenhagens JUH-Leiter Tim Heinrich. „Dann können wir mit dem Einrichten anfangen.“ Damit spätestens in den Herbstferien jene einziehen können, für die der 1,9-Millionen-Bau errichtet wurde: die Jugendlichen.

Auf sie freut sich derzeit vor allem Jennifer Riehm. Die Sozialarbeiterin wird den neuen Anlaufpunkt leiten. Zu ihrem Team gehören zwei weitere Sozialarbeiter beziehungsweise -pädagogen sowie drei weitere Assistenzkräfte. Die Leitungsposition für das Jugendzentrum konnte Heinrich trotz leer gefegtem Fachkräftemarkt quasi mit der Bewerbung benennen. Denn Riehm ist in der JUH-Zentrale am Langenhagener Pferdemarkt keine Unbekannte. 2015 stieg sie – seinerzeit noch ehrenamtlich – in der Hochphase des Flüchtlingsstroms in die Kleiderkammer der JUH als Helferin ein. 2016 übernahmen die Johanniter sie hauptamtlich: Bis heute leitet sie die Koordination der ehrenamtlichen Helfer der „Nahtstelle“, wie die Kleiderkammer heute offiziell genannt wird.

Tim Heinrich, Leiter der Johanniterunfallhilfe in Langenhagen, freut sich: Seine Kollegin Jennifer Riehm wird das neue Jugendzentrum leiten. Quelle: Rebekka Neander

Riehm ist studierte Sozialarbeiterin und in der Kinder- und Jugendarbeit reich an Erfahrungen. Gebürtig in Südafrika hat sie sowohl dort als auch später im irischen Dublin in diesem Segment gearbeitet. In Dublin leitete sie zuletzt ein Team von zwölf Personen. „Dazwischen habe ich meine eigenen Kinder großgezogen“, sagt sie lachend. Was das Programm im neuen Jugendzentrum angeht, ist für das Team bislang vor allem ein Kernpunkt klar: „Wir öffnen die Türen für alle in der Stadt, die Lust haben, uns zu besuchen.“ Das schließe ausdrücklich auch jene Jugendlichen mit Migrationshintergrund ein, die seit dem Abriss des alten Nordtrakts am Langenforther Platz mit dem Unabhängigen Jugendzentrum (UJZ) im Stadtzentrum heimatlos sind.

Bei Öffnungszeiten sollen Jugendliche mitreden

Das spätere Programm und auch die Öffnungszeiten wollen Riehm und ihr Team mit den Jugendlichen gemeinsam erarbeiten. Der Nutzungsvertrag mit der Stadt, die Eigentümerin des Gebäudes bleibt, sieht mindestens 20 Stunden plus fünf weitere Stunden für besondere Aktionen pro Woche vor. Riehm kann sich gut vorstellen, die Öffnungszeiten auch den Ferien oder besonderen Programmpunkten anzupassen. Pro Jahr zahlt die Stadt an die JUH 168.000 Euro als Betriebskostenzuschuss.

Als Auftakt und um das neue Haus buchstäblich mit Leben zu füllen, plant das Team eine Graffiti-Aktion in den Herbstferien. „Die Jugendlichen werden Wandplatten unter Anleitung eines Graffiti-Künstlers gestalten, die wir dann aufhängen werden.“ Zudem möchte Riehm mit den künftigen Nutzern gemeinsam auch den neuen Namen des Jugendzentrums festlegen. Heinrich und Riehm freuen sich ausdrücklich auf die schon im Nutzungsvertrag verankerte Kooperation mit den übrigen Nutzern des Hauses der Jugend. „Dass die Leitung der städtischen Kinder- und Jugendpflege im selben Haus nur den Gang runter sitzt, ist ein Haupttreffer“, sagt Heinrich. Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch kann dem nur zustimmen.

Internetzugang im Jugendzentrum hat strenge Blacklist

Die JUH wird im Jugendzentrum einen drahtlosen Zugang zum Internet anbieten. „Dieser aber wird über eine sogenannte Blacklist alle Seiten automatisch sperren, die von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien ausgeschlossen werden“, sagt Heinrich. Diese Liste werde stellenweise sogar tagesaktuell verändert. Im übrigen Haus der Jugend, so der städtische Kommunikationschef Ralph Gureck, sperre das städtische WLAN derzeit den Zugang nicht so weitreichend. „Wir prüfen aber intern die Möglichkeit, unseren Internetzugang an den Filter der Johanniter anzupassen.“

Am Treppenhaus des Südtraktes entsteht eine Kletterwand. Der Zugang ist mit einem Tor vor ungesicherter Nutzung geschützt. Quelle: Rebekka Neander

Innenhof erhält Attraktionen für alle Nutzer

Während der Nordtrakt voraussichtlich Mitte September, so Gotzes-Karrasch, „baufertig“ an die JUH übergeben wird, kann mit der Gestaltung des Innenhofes dann erst begonnen werden. Wo sich derzeit noch Baufahrzeuge und -materialien aufreihen, wird es später ein kleines Soccer- und Basketballfeld geben, verschiedene Bewegungsgeräte sowie eine Kletterwand. „Diese ist aber nur unter Aufsicht zu nutzen und ist unten mit einem Tor gesichert“, sagt Riehm. Der gesamte Innenhof wird künftig umzäunt sein, sodass er nur über das Haus der Jugend erreichbar sein wird. „Wir müssen uns natürlich absprechen, wer den Hof wann nutzen will“, räumt Heinrich ein. „Aber das fördert nur einmal mehr die Zusammenarbeit untereinander.“

Der gesamte Innenhof wird später eingezäunt. Die Baumreihe bleibt bestehen: Dort entstehen Bewegungselemente und eine Hängematte. Quelle: Rebekka Neander

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Von Rebekka Neander

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