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Langenhagen Stadt steuert bei Rattenbekämpfung nach
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00:20 01.02.2019
Die Nähe der Wertstoffinsel zur Schule macht den Rattenbefall dort aus Sicht der Fachleute „nicht verwunderlich“. Quelle: Rebekka Neander
Langenhagen

Will die Stadt dem Rattenbefall rund um die Pestalozzi-Schule nicht Herr werden? Oder kann sie es nicht? Ursula Borkowski, kommissarische Leiterin der Förderschule an der Leibnizstraße, jedenfalls fühlt sich ob der ersten Reaktion der Stadtverwaltung auf ihre Kritik am Schädlingsbefall nicht ausreichend ernst genommen und hat sich darüber bei Bürgermeister Mirko Heuer und Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch beschwert. Heuer will diese Kritik nicht auf sich und der Verwaltung sitzen lassen und hat umgehend reagiert: „Wir werden in Abstimmung mit dem Schädlingsbekämpfer nun abwägen, ob und in welchem Ausmaß eine Ausdehnung der Bekämpfung sinnvoll ist“, ließ er diese Zeitung jetzt in einem schriftlichen Statement wissen.

Borkowski hatte auf Nachfrage dieser Zeitung Beobachtungen eines Lesers bestätigt, der bei seinen regelmäßigen Spaziergängen entlang der Leibnizstraße wiederholt lebende und tote Ratten gesehen hatte. Die kommissarische Schulleiterin hatte angesichts der nahegelegenen Wertstoffinsel zudem die Sorge geäußert, man kümmere sich nicht ausreichend um das Problem. Die bereits ausgelegten Giftköder reichten ihrer Beobachtung nach nicht aus.

Wie oft ist Fachfirma im Einsatz?

Was Borkowski jetzt jedoch ein zweites Mal bekümmert, ist die Antwort der Stadt auf die Nachfrage dieser Zeitung. Der darin geäußerte Hinweis der Pressesprecherin Juliane Stahl auf weiteren Ratten-Befall auch an anderen Schulen Langenhagens lasse vermuten, die Stadt sehe keine Notwendigkeit, etwas zu unternehmen. Stahl hatte überdies berichtet, eine Fachfirma für Schädlingsbekämpfung erscheine wöchentlich, um nach dem Rechten zu sehen und gegebenenfalls neue Maßnahmen einzuleiten. „Davon haben wir als Schule nichts mitbekommen“, schreibt Borkowski in einem Brief an Bürgermeister und Sozialdezernentin, der dieser Zeitung vorliegt. Seit dem Einzug der Schule in die Container an der Leibnizstraße im Sommer 2018 sei ein Vertreter dieser Fachfirma „ein einziges Mal bei uns in der Schule“ gewesen, um mit der Schulleitung über den „Erfolg der aufgestellten Giftköder zu sprechen“.

Direkt neben dem Eingang zur Schule ist ein Fressköder für Ratten platziert. Quelle: Rebekka Neander

Acht Köderstationen aufgestellt

Heuer hat nach Erhalt dieses Briefes umgehend in der eigenen Verwaltungsabteilung nachgefragt und die erhaltene Antwort inzwischen sowohl Borkowski als auch dieser Zeitung übermittelt. So stehen seit September 2018 insgesamt acht Köderstationen in den Außenanlagen rund um die Schule. Entsprechend der Gesetzeslage dürfen zunächst nur non-toxische Maisköder ausgelegt werden. Nur bei erkennbarem Befall müssen frühestens nach insgesamt 14 Tagen giftige Köder ausgelegt werden. Allerdings habe sich gezeigt, dass die zunächst verwendeten Köder von den Tieren nie zur Nahrungsaufnahme genutzt worden seien. „Ergo bedeutet dies, dass die Ratten sich von den Boxen auf dem Schulgelände fernhalten und genügend Nahrung in unmittelbarer Umgebung finden“, schreibt Heuer. Aufgrund der unweit des Eingangsbereiches der Schule sich befindenden Wertstoffinsel und vor allem der in unmittelbarer Nähe sich angrenzenden Kleingartenanlagen „ist dies auch nicht verwunderlich“, heißt es aus der Fachabteilung der Verwaltung.

Heuer will nun in Abstimmung mit dem Schädlingsbekämpfer abwägen, ob und in welchem Ausmaß eine Ausdehnung der Bekämpfung sinnvoll ist. „Es ist keine Frage der Finanzen oder des Wollens“, betont Heuer. Man gebe lediglich die Fachlichkeit an den Spezialisten ab.

Kommentar: Kontrolle wäre besser

Die Strategie der Rattenbekämpfung in Langenhagen wirft zumindest Fragen auf. Warum stellt eine Fachfirma bei wiederholt berichtetem und sichtbarem Rattenbefall zunächst nicht giftige Fressköder auf, die eigentlich lediglich dem Nachweis des Befalls dienen? Warum löst die offenkundige Verweigerung dieser Köder in schlappen vier Monaten seit Beginn der Aktion keinen Strategiewechsel aus? Warum hat sich seither niemand um die Lokalisierung der Rattennester gekümmert? Ganz zu schweigen vom Beginn einer tatsächlichen Bekämpfung der Schädlinge?

Keine Frage: Der Eindruck der Schulleitung, man kümmere sich nicht ausreichend um den Rattenbefall, ist richtig. Es ist gut, dass die Stadt mit einer Fachfirma einen Rahmenvertrag abgeschlossen hat. Schlimm genug, dass dies angesichts der stetigen Vermüllung nötig ist. Die korrekte Vertragserfüllung jedoch hätte die Verwaltung aber längst kontrollieren und hinterfragen müssen. So aber wird einmal mehr wertvolles Vertrauen verspielt.

Von Rebekka Neander

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