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Langenhagen Stadt investiert erneut 650.000 Euro in die Wasserwelt
Aus der Region Region Hannover Langenhagen Stadt investiert erneut 650.000 Euro in die Wasserwelt
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16:40 08.11.2019
Um Stürze auf den Außentreppen zu verhindern, haben die Stufen nun reflektierende Streifen erhalten. Quelle: Rebekka Neander
Langenhagen

Ein neues Ruhehaus für die Sauna, ein Müllhaus samt Holzlager oder eine Brunnenanlage für die Außenbewässerung – die Liste der Investitionen für die Wasserwelt für das kommende Jahr ist lang. Insgesamt wird die Stadt knapp 650.000 Euro in das erst im Oktober 2017 eröffnete Schwimmbad stecken. Allein 260.000 Euro entfallen auf die Badewassertechnik, deren Filterleistung offenbar vor allem in den Spitzenzeiten an ihre Grenzen kommt.

Die Höhe der nötigen Bauten und Anschaffungen sorgt in der Politik derzeit für Diskussionen, zumal die Stadt bereits im vergangenen Jahr mehr als eine halbe Million Euro in die Wasserwelt investiert hat. Wie sich am Montag im Rat offenbarte, sind sie jedoch Spätfolgen des Kostendeckels von 27 Millionen Euro, den die Politik dem Badbau seinerzeit verordnete.

Kostendeckel beim Bau fällt Stadt jetzt auf die Füße

Die Liste liest sich auf den ersten Blick durchaus luxuriös: Hocker für den Fönbereich für 2000 Euro, neue Duschköpfe für 20.000 Euro, für Begrünung und Dekoration im Bad, Sauna und Gastronomie sollen es gleich 25.000 Euro sein. Während der Fachausschuss den Haushaltsplan des stadteigenen Badbetriebes ohne größere Debatte durchgewunken hatte, gerieten sie im Rat bei einigen Politikern außerhalb des Fachausschusses unter Generalverdachts der Geldverschwendung. Bernhard Döhner, für die CDU Vorsitzender des Badausschusses, verteidigte die Ausgaben und stellte klar: „Wir haben im Masterplan einiges verschoben, das fällt uns jetzt aufgrund des Erfolges auf die Füße. Es sind tatsächlich kaschierte Einsparungen, die jetzt im Raum stehen.“

Rat und Verwaltung hatten sich vor dem Bau des Schwimmbades auf einen Kostendeckel von 27 Millionen Euro für den Bau verständigt. Aus diesem Grund verzögerte sich die Eröffnung nicht nur um ein Jahr, auch mehrere Angebote – vom Außenbecken für Schwimmer bis zu einem Sauna-Ruhehaus – wurden verschoben. Insbesondere das fehlende Ruhehaus, das offenkundig Saunagäste verprelle, weil sie keine freie Liege fänden, soll nun nachgeholt werden. Dazu hatte der städtische Eigenbetrieb bereits für den Haushalt 2018 zunächst 420.000 Euro beantragt, war damit aber bei der Politik durchgefallen. Das Geld wurde zurückgestellt, die Ausgabe verschoben. Weil die Besucherzahlen im Saunabereich weiterhin hinter den Erwartungen zurückbleiben, stimmten Fachausschuss und letztlich auch der Rat dem Ruhehaus jetzt zu. Unter anderem aufgrund von Preissteigerungen sowie zusätzlichen bis zu 60 Liegen steigen die Kosten nun auf insgesamt gut 600.000 Euro.

Solange auf dem Bildschirm alles blau ist, ist alles in Ordnung. In dem Glaskolben wird die Wasserqualität geprüft und entsprechen der Werte reagiert. In Spitzenzeiten stößt die vorhandene Technik nun jedoch an ihre Grenzen. Quelle: Rebekka Neander (Archiv)

Verwunderung über erneute Nachbesserung der Technik

Für Verwunderung im Rat sorgte zudem die erneute Nachbesserung der Badtechnik. Schon 2018 flossen 15.000 Euro in die Filteranlage, weil die Wasserwerte im Sportbecken zu schlecht waren. Jetzt werden es 260.000 Euro sein. Bad-Ingenieurin Desdemona Hellbach hatte dies im Fachausschuss mit unerwartet starken Schwankungen der Besucherzahlen zu erläutern versucht, offenbar damit aber nicht überzeugen können. Grünen-Fraktionschef Dirk Musfeldt wiederholte im Rat jetzt seine Zweifel an der Überraschung über die Entwicklung. Dass zu Feierabendzeiten und am Wochenende so viel mehr Menschen ins Bad kämen als an einem Nachmittag unter der Woche, hätten die Planer vorhersehen können.

Bad-Betriebsleiter: ungewöhnliche Besucherzahlen in Langenhagen

Bad-Betriebsleiter Carsten Hettwer weist dies auf Nachfrage zurück. Tatsächlich sei Langenhagen auch unter den anderen von dem Unternehmen GMF betriebenen Bädern ein Ausreißer. Insbesondere die heißen Sommermonate, „in denen in allen anderen GMF-Bädern die Zahlen deutlich nach unten gingen“, wie Hettwer jetzt erläuterte, hätten in Langenhagen zu deutlichem Zuwachs geführt. Die bisher beschafften Hocker hätten sich in der Praxis nicht bewehrt, auch die zunächst – aus Gründen der Vandalismus-Prävention mit kurzem Hals – gewählten Duschköpfe seien für „korpulentere“ Badegäste ungünstig.

Der Rat stimmte dem Haushaltsplan weitestgehend bei vier Enthaltungen und gegen die Stimmen der BBL mit großer Mehrheit zu. Einzig eine sogenannte Enteisenungsanlage für die künftige Bewässerung durch Brunnenwasser erhielt einen Sperrvermerk. Die Verwaltung solle erst prüfen, ob die Technik, die Grün- und Außenanlagen andernfalls durch den hohen Eisengehalt des Grundwassers nachhaltig geschädigt würden.

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Von Rebekka Neander

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