Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Langenhagen Für Rathausanbau rennt die Zeit davon
Aus der Region Region Hannover Langenhagen Für Rathausanbau rennt die Zeit davon
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 25.06.2018
Im Stadthaus sind diverse Räume für das Sozialrathaus und die Stadtbibliothek angemietet. Die Verträge laufen 2022 aus. Quelle: Binge (Archivbild)
Anzeige
Langenhagen

Eigentlich steht die Politik noch unter dem Schock des angekündigten Gewerbesteuerrückgangs um 12 Millionen Euro. Dennoch sollen nun die Vorbereitungen für den seit Jahren geforderten Anbau des beengten Rathauses beginnen. Der Stadtplanungsausschuss folgte jetzt bei einer Enthaltung dem Vorschlag der Verwaltung, den Weg zu ebnen für Architektenwettbewerbe und Vergabeverfahren, am Montag wird der Rat darüber entscheiden. Denn die Zeit drängt: Bis Ende Januar 2022 müssen beispielsweise alle im Stadthaus an der Schützenstraße untergebrachten Abteilungen des Sozialrathauses die gemieteten Büros geräumt haben. Ebenso betroffen ist die Stadtbibliothek.

Raumprogramm könnte trotzdem noch einmal debattiert werden

Angesichts des Kostendrucks auf die Stadt und der prognostiziert hohen Verschuldung auch durch die vielen Schulneubauten wird es eine erneute Diskussion um den Rathausanbau dennoch geben. Denn auch wenn die rechtlichen Vorbereitungen jetzt formal begonnen werden dürfen, bleibe genügend Zeit und Raum, das eigentlich vom Rat bereits beschlossene Raumprogramm noch einmal zu diskutieren. Damit begegnete Baudezernent Carsten Hettwer im Fachausschuss der Kritik der Grünenratsfrau Maren Rietschel. Sie hatte zunächst um eine Vertagung des Beschlusses gebeten. Vor dem Hintergrund der verschärften Finanzlage der Stadt müsse das Raumprogramm noch einmal überdacht werden. Nach Hettwers Einlassung jedoch gab auch Rietschel den Weg frei und enthielt sich letztlich nur noch ihrer Stimme.

Anzeige
Soll der Ratstrakt abgerissen werden für einen effizienteren Übergang zum Rathausanbau am Waggumer Hof? Auch diese Fragen sollen nach Start der Bauvorbereitungen jetzt beantwortet werden. Quelle: Neander (Archivbild)

Vom übrigen Ausschuss hatte Rietschels Einlassung ohnehin keine Unterstützung erfahren. Sowohl Wolfgang Langrehr (SPD) als auch Joachim Balk (FDP) und Dietmar Grundey (CDU) sprachen sich einhellig für den Start der Bauvorbereitungen aus. Zumal die Verwaltung, wie Hettwer ergänzte, inzwischen auch die lange juristisch umstrittenen Hintergründe zu den Befugnissen der Stadt hat klären können. Denn die Stadt darf das von dem renommierten Architekten Dieter Oesterlen entworfene Rathaus zwar abreißen, ohne die Erben des Urheberrechtsinhabers zu fragen. Ein Um- oder unmittelbarer Anbau jedoch bedarf der Zustimmung der Oesterlen-Erben. „Wir haben inzwischen mit dem im Tokyo wohnenden Sohn und dessen Anwälten klären können, dass wir unter Umständen den Ratstrakt abreißen lassen dürfen, sollte dadurch ein effizienterer Übergang zu einem Anbau auf dem Waggumer Hof gestaltet werden können“, erläuterte Hettwer.

Vorschlag für die Stadtbibliothek nach der Sommerpause

Aktuell sind neben dem Jugendamt und der Stadtbibiothek auch große Teile der Bauverwaltung außerhalb des Rathauses untergebracht. Während mit Hilfe des späteren Anbaus alle Verwaltungsteile wieder zusammengeführt werden sollen, sucht die Stadt noch nach einer zeitnahen Lösung für die Stadtbibliothek. Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch hofft, nach der Sommerpause einen entsprechenden Beschlussvorschlag der Politik unterbreiten zu können.

Info: Die Ratssitzung beginnt am Montag, 25. Juni, um 18.30 Uhr im Ratssaal. Auf der Tagesordnung steht überdies der politisch umstrittene Nachtragshaushalt sowie der mehrheitlich gewünschte Abriss der Eishalle. Zu Beginn und am Ende der Sitzung können Langenhagener Fragen an Rat und Verwaltung stellen.

Von Rebekka Neander