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Langenhagen Nach Automatensprengung: Commerzbank rüstet für Sicherheit auf
Aus der Region Region Hannover Langenhagen Nach Automatensprengung: Commerzbank rüstet für Sicherheit auf
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06:56 19.11.2019
Die Bankdirektoren Anja Dittmar und Tobias Hildebrand präsentieren den neuen SB-Bereich in Langenhagen. Quelle: Sven Warnecke
Langenhagen

Die Detonation erschütterte Anfang Februar morgens gegen 3.30 Uhr Langenhagens Stadtzentrum: Unbekannte hatten im SB-Bereich der Commerzbank an der Walsroder Straße die Geldautomaten gesprengt. Zurück blieb ein immenser Gebäudeschaden, der sich im niedrigen sechsstelligen Bereich bewegt. Die ersten 14 Tage nach der Sprengung musste die Bank komplett schließen, die Kunden auf andere Standorte ausweichen. Über den seinerzeit erbeuteten Geldbetrag macht die Bank bis heute allerdings keine Angaben.

Nach neunmonatiger Bauzeit sind die massiven Schäden nunmehr komplett behoben, die Räume saniert und modernste Technik eingebaut, heißt es von den Bankdirektoren Anja Dittmar und Tobias Hildebrand. Speziell im SB-Bereich können die Kunden nun wieder wie gewohnt sämtliche Dienstleistungen in Anspruch nehmen.

SB-Center sind nachts geschlossen

Allerdings mit einer Einschränkung: Der Vorraum, der das Selbstbedienungscenter beherbergt, ist jetzt aus Sicherheitsgründen nachts zwischen 23 Uhr und 5 Uhr morgens geschlossen. Das wird zentral von Frankfurt aus mittels sogenannter Fernschließung gesteuert, berichtet Hildebrand. „Uns ist wichtig, dass wir aufrüsten“, ergänzt Dittmar. Auch wenn sie einräumt, dass ihr Institut den eigenen Kunden nur ungern den Zugang versperren würde.

Doch das habe durchaus auch Vorteile, führt die Bankdirektorin aus, die Maßnahme stoße vielfach auf Verständnis der Kundschaft. Denn so würde die Gefahr von Vandalismus minimiert – und auch das illegale Übernachten in den Räumen werde verhindert.

Ein Bild der Verwüstung: Unbekannte haben im Februar Geldautomaten in Langenhagen gesprengt. Quelle: Sven Warnecke

Die neuen Schließzeiten seien nun einmal eine Folge der Automatensprengungen, betont Dittmar. Innerhalb eines Jahres hat sich die Zahl der Delikte mehr als verdoppelt. Niedersachsenweit wurden im vergangenen Jahr 54 Automaten gesprengt, 2017 lag die Zahl noch bei 23. Auch einige andere Institute haben reagiert und verschließen ebenfalls nachts die SB-Center in den Vorräumen. Die Commerzbank hat zudem die Videoüberwachung in Langenhagen intensiviert. Ob allerdings auch Farbpatronen in den Geldautomaten selbst installiert worden sind, die bei einer Sprengung auslösen und die Geldscheine unbrauchbar machen, behielten Dittmar und Hildebrand für sich.

Alle Standorte stehen auf dem Prüfstand

Die nun getroffenen Sicherheitsvorkehrungen gebe es bei der Commerzbank auch an den anderen Standorten wie etwa Großburgwedel, Burgdorf oder Lehrte, sagt Hildebrand. Angesichts der vom Vorstand der Bank angekündigten „Commerzbank 5.0“ – einhergehend mit der Schließung von gut 200 der aktuell 1000 Filialen bis zum Jahr 2023 – gibt es derzeit aber noch keine konkreten Pläne, wie mit den Standorten in der Region Hannover verfahren wird.

„Wir gucken uns die Standorte an“, sagt Dittmar. Dabei gehe es nicht nur um Umsatzzahlen, sondern auch um die Frage, wie weit die einzelnen Filialen auseinander liegen. Die Bankerin hebt wie ihr Kollege Hildebrand die große Bedeutung der Langenhagener Dependance hervor.

Das ließe sich nicht nur am Umsatz, sondern auch mit anderen Fakten belegen: In der Flughafenstadt kümmern sich zwölf Mitarbeiter um die Belange der immerhin 8068 Privatkunden bis hin zu den Wünschen der Unternehmer. Und der persönliche Kontakt sei auch im digitalen Zeitalter heute noch durchaus wichtig. Laut Dittmar finden etwa die Hälfte der Neukunden direkt über die Filialen den Weg zur Commerzbank – und eben nicht über das Internet.

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Von Sven Warnecke

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