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Langenhagen Nach Therapie: Schwerkrankem Enes geht es besser
Aus der Region Region Hannover Langenhagen Nach Therapie: Schwerkrankem Enes geht es besser
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16:42 08.11.2018
Emre Geltetik, Vater von Enes und MTV-Jugendtrainer, freut sich über den aktuellen Gesundheitszustand seines Sohnes. Quelle: Stephan Hartung
Engelbostel

Enes Geltetik kann besser sprechen, und auch das Essen klappt ein wenig besser. Der Siebenjährige besucht inzwischen die Förderschule in Mellendorf. Dank einer Delfin-Therapie, die er im Juli vergangenen Jahres bekommen hat, können sich seine Eltern über diese Fortschritte freuen. Der Junge ist schwerkrank und leidet unter dem Rubinstein-Taybi-Syndrom (RTS). Doch die Therapie war nicht billig – die Familie hat deshalb vor zwei Jahren prominente Unterstützung bekommen.

Im August 2016 war gefühlt halb Engelbostel auf den Beinen. Ein Benefiz-Fußballspiel zwischen der Ü32 des MTV Engelbostel-Schulenburg und den Hannover Allstars zugunsten von Enes stand auf dem Programm. Der Engelbosteler André Carriere, der aufgrund seiner Kontakte in die Fußballszene viele ehemalige Profis für das Spiel verpflichten konnte, hatte im Vorfeld mit MTV-Kapitän Marcus Bohne die Organisation übernommen. Das Ziel: Eben dank 96-Größen wie Altin Lala, André Breitenreiter, Fabian Ernst und Martin Groth viele Menschen anlocken, um für die Therapie des damals vierjährigen Jungen möglichst hohe Summen zu sammeln. Statt der anvisierten 8000 Euro kamen dank der 700 Besucher sogar 10.000 Euro zusammen. Der damals vier Jahre alte Junge leidet unter einer schweren Krankheit und benötigte eine Delfin-Therapie.

Im Juli 2017 konnte die Familie Dank der Spenden mit ihrem Sohn nach Marmaris an der türkischen Ägäis fliegen, um dort zehn Tage lang eine solche Behandlung in einem renommierten Therapie-Zentrum zu absolvieren – für insgesamt 12.500 Euro. Vater Emre Geltetik, der Jugendfußballtrainer beim MTV ist, berichtet von der Therapie: „Es gingen immer Gespräche voraus, im Anschluss an eine 20-minütige Einheit mit den Delfinen gab es Krankengymnastik.“ Aber die Anfänge waren schwer: „Zuerst hatte Enes Angst vor den Delfinen. Ab dem dritten Tag wurde es besser – zum Abschluss der Therapie war er aber sehr müde, weil die Ultraschallwellen der Delfine Kraft kosten“, sagt der Vater. Körperlich und geistig ist er halb so weit entwickelt wie gleichaltrige Kinder.

Doch für die Familie war die erste Therapie bereits erfolgreich: „Wir können jetzt besser verstehen, was er will. Dadurch wird er auch nicht mehr aggressiv wie zuvor, als er merkte, dass er sich nicht für uns verständlich ausdrücken kann“, sagt Emre Geltetik. Auch der Schulbesuch in Mellendorf tue ihm gut. „Dort fühlt er sich sehr wohl und kommt gut mit. Ein aufgeweckter Junge war er immer schon“, sagt sein Vater.

Für die Zukunft besteht der Wunsch, die Therapie zu wiederholen, wenn Enes zehn und zwölf Jahre alt ist. Aktuell bekommt er wie bisher viele therapeutische Anwendungen wie Krankengymnastik, Logo- und Ergotherapie. „Es gibt Tage, an denen es nicht vorangeht, an manchen aber schon“, sagt der Vater – noch immer dankbar für die Unterstützung der anderen Fußballer.

Das ist das RTS-Syndrom

Der sechsjährige Enes Geltetik leidet an dem Rubinstein-Taybi-Syndrom (RTS). Das Problem ist, dass die Krankheit nicht sehr bekannt ist, auch nicht unter Ärzten. Es gibt nur wenige Spezialisten. Die Literatur, vor allem im Internet, spricht bei RTS von einer genetisch bedingten Erkrankung mit geistigen Behinderungen und körperlichen Missbildungen sowie Fehlfunktionen der Organe – der Grad der Ausprägung kann jeweils unterschiedlich groß sein. Die Wahrscheinlichkeit, an RTS zu erkranken, liegt bei 1 zu 120.000. hg

Von Stephan Hartung

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